Fachwirt/in - Energiewirtschaft

Meine Firma hat mir in der Zeit der Weiterbildung den Rücken freigehalten.

Schnittstelle zwischen Energieproduzent und Kundschaft

Weil sein Arbeitgeber ihn in einer höheren Position einsetzen wollte, hat Alexander Wolf (39) noch einmal die Schulbank gedrückt. Um die Voraussetzungen für den neuen Posten zu erfüllen, waren eine abgeschlossene Ausbildung und vertiefte Kenntnisse der Energieerzeugung und -vermarktung nötig. Die Weiterbildung zum Fachwirt für Energiewirtschaft war dabei die optimale Vorbereitung.

„Ich habe mich in der Zeit intensiv mit der Energiewirtschaft auseinandergesetzt und viele Leute aus der Branche kennengelernt. Mit meinen Kollegen  aus der Weiter­bildung treffe ich mich immer noch regelmäßig zum gemeinsamen Abend­essen“, berichtet Alexander Wolf, Projektleiter bei der tms connected GmbH und Co. KG, einem Dienstleister für die Energiebranche.

Fünf Jahre liegt die Weiterbildung nun zurück. In der Zeit ist Alexander Wolf die Karriereleiter weiter hochgeklettert und seit knapp einem Jahr sogar Projektleiter – die höchste Position, die er in seinem Unternehmen erreichen kann.

„Ich bin Ansprechpartner für die Energie Baden-Württemberg (ENBW), in deren Auftrag wir tätig sind. Für die Kundengespräche mit den Endverbrauchern weise ich Mitarbeiter ein, stelle neue ein und sorge für Schulungen“, erklärt der Fachmann.

Morgens wertet er die Zahlen und Daten vom Vortag aus und gleicht sie mit den Zielvorgaben des Auftraggebers ab. Die Kennzahlen treffen Aussagen über Gesprächszeiten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit den Kunden und Kundinnen und darüber, wie viele Mitarbeitende im Einsatz waren. „Diese Informationen vergleiche ich mit den Wünschen der Kunden und bespreche sie anschließend mit meinen Abteilungsleitern“, erzählt er.

Vom Quereinsteiger zum Fachwirt

Nach Abitur und Zivildienst begann Alexander Wolf ein Studium, welches er aber nicht abschloss. Stattdessen startete er als Quereinsteiger in einem Energieunternehmen. Er wechselte noch einmal das Unternehmen und arbeitet seit 2010 bei tms connected. Dort startete er als Kundenberater und konnte nach einiger Zeit zum Gruppenleiter aufsteigen.

Sein Arbeitgeber war so zufrieden mit ihm, dass er ihn bat, eine Ausbildung zu machen, damit er anschließend als Team- und Projektleiter eingesetzt werden konnte. Da die Energiebranche im Umbruch ist und es zunehmend um Nachhaltigkeit und regenerative Energien geht, sind spezifische Kenntnisse der Energiewirtschaft unabdingbar. Eine Beförderung in eine höhere Position war deshalb nur mit einem Ausbildungsabschluss möglich.

Parallel zur Arbeit lernen

Alexander Wolf machte sich auf die Suche nach einer passenden Weiterbildung und entschied sich für den Fachwirt für Energiewirtschaft.

Die berufsbegleitende Ausbildung dauerte eineinhalb Jahre. In dieser Zeit drückte er freitags von 16 bis 21.30 Uhr und samstags und sonntags sogar von 9 bis 17 Uhr die Schulbank. Seinen Urlaub opferte er während dieser Zeit dem Lernen. „Das war schon manchmal hart“, erinnert sich Alexander Wolf. „Meine Firma hat mir in der Zeit der Weiterbildung den Rücken freigehalten. Ich habe zwar versucht, weiterhin 40 Stunden in der Woche zu arbeiten, aber immer ist das nicht gelungen.“

Im ersten halben Jahr bis zur Zwischenprüfung wiederholte er Buchführung, BWL, VWL, Recht und Marketing. Danach ging es weiter mit energiewirtschaftlichem Marketing, Management und Energiepolitik. „Wir wurden auch in technischen Rahmenbedingungen von Energieerzeugung unterrichtet, dazu gehörte unter anderem auch der Aufbau von Windrädern oder Turbinen in Wasserkrafträdern“, erzählt der Fachwirt.

Empathie und Verhandlungsgeschick

Welche Eigenschaften Alexander Wolf für seine Arbeit wichtig findet? „Für das, was ich mache, braucht man ein gutes Zahlenverständnis und natürlich Verhandlungsgeschick. Für mich ist außerdem Empathie mit den Kollegen und dem Auftraggeber wichtig. Ich muss wissen, was die Auftraggeber wollen. Und wenn es ein Problem gibt, muss ich die Beweggründe der Kunden verstehen.“

Alexander Wolf ist glücklich mit seiner Position und stolz auf das Erreichte: „Alle meine Kollegen haben einen Studienabschluss. Ich bin der einzige Projektleiter, der ‚nur‘ den Fachwirt hat.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/35298