Recht, Schutz und Sicherheit

Wichtig in diesem Bereich

  • körperliche Belastungsfähigkeit
  • technisches Verständnis
  • Daueraufmerksamkeit
  • Planungs- und Organisationsgeschick

Dass öffentliche Sicherheit gewährleistet ist, dass Bürger vor Gefahren geschützt werden und sich bei Bedarf oder im Notfall immer Hilfe anbietet, nehmen viele als normal wahr. Ist es aber nicht. Es ist die gemeinsame Anstrengung von gut ausgebildeten Fachkräften.

Blaulicht und Sirene machen aufmerksam – nämlich darauf, dass etwas passiert oder aber Gefahr im Verzug ist. Doch sind dies nur die augenfälligsten Symbole für Recht, Schutz und Sicherheit. Neben den Einsatzkräften von Polizei oder Feuerwehr sorgen viele andere Fachkräfte in unterschiedlichsten Funktionen dafür, dass ein hoher Standard an Schutz und Sicherheit gewährleistet ist – im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und sogar im privaten Haushalt.

Einsatz unter allen Umständen

Als Fachkraft in diesem Tätigkeitsbereich beweisen Sie in vielen Berufen täglich, dass Sie körperlich topfit sind. Die Arbeit unter schwierigen Bedingungen macht Ihnen nichts aus – beispielsweise wenn Sie als Schornsteinfeger/in in größeren Höhen Ihre Aufgaben erledigen oder sich bei Wind und Wetter um die Behebung von Gefahrenstellen im Straßenverkehr kümmern. Wenn Sie im privaten Sicherheitsgewerbe tätig sind, hilft Ihnen Ihre Ausdauer beispielsweise beim Überwachen oder Verfolgen von verdächtigen Personen. Wichtig ist dies auch im klassischen Personen- und Objektschutz – hier sind Sie häufig lange auf den Beinen.

Systeme – nicht nur für den Notfall

Um Schutz und Sicherheit gewährleisten zu können, bedarf es vielfach und in unterschiedlichen Zusammenhängen des Einsatzes von Technik. Fachkräfte, die für die Aufrechterhaltung der Arbeitssicherheit verantwortlich sind, nutzen etwa spezielle Prüftechnik, um die korrekte und gefahrfreie Funktionsweise von industriellen Produktionsanlagen sicherzustellen. Je nach konkretem Arbeitsgebiet kommt auch moderne IT zum Einsatz – beispielsweise bei der Steuerung von Systemen zur Gebäudeüberwachung oder aber bei der Abschirmung von Firmennetzwerken gegenüber Angreifern. Fachkräfte, die im Notfall schnell vor Ort sein müssen, tragen dafür Sorge, dass sämtliche Systeme, Geräte und Fahrzeuge jederzeit einsatzbereit sind – schließlich können davon Leben abhängen.

Wahrnehmen und entscheiden

Situationen präzise einschätzen können, das Richtige tun zum richtigen Zeitpunkt – das ist Teil Ihrer täglichen Arbeit. Hellwach nehmen Sie Gefahrensituationen schnell wahr und reagieren darauf angemessen. Weil Sie direkt für und mit Menschen arbeiten, haben Sie ein Gespür für deren mögliche Aktionen entwickelt und sind auf viele Eventualitäten gut vorbereitet. Ihre psychische Ausgeglichenheit hilft Ihnen auch in gefühlsmäßig belastenden Situationen, besonnen und vorschriftsgemäß zu agieren, etwa wenn Sie zum Selbstschutz von einer Waffe Gebrauch machen oder aber Erste Hilfe in Notfällen leisten müssen.

Gut organisiert

Egal ob in Ihrem konkreten Beruf die Organisation des Dienstbetriebes, die Koordination von Überwachungsmaßnahmen oder die Beschaffung von Materialien notwendig ist – in jedem Fall behalten Sie den Überblick. Sie gehen systematisch an Ihre Aufgaben heran, betrachten nicht nur einzelne Teilaspekte, sondern haben immer auch das große Ganze im Blick. Eine gute Vorbereitung und Planung ist im Bereich Schutz und Sicherheit unerlässlich.

Portrait von Harald Olschok

Dr. Harald Olschok

Spezialisten sind auch für Geld- und Werttransporte gefragt.

Interview mit Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft

Herr Dr. Olschok, mit welchen Weiterbildungen kann man sich noch besser für den Arbeitsmarkt qualifizieren?
Dr. Harald Olschok: Wer eine Managementposition anstrebt, sollte entweder die Aufstiegsfortbildung zum Meister für Schutz und Sicherheit absolvieren, in der man viel über Betriebswirtschaft, Führung und Personal lernt. Oder man kann den Sicherheitsfachwirt erwerben. Dieser befähigt zu Aufgaben im mittleren Management. Darüber hinaus kann mittlerweile eine Reihe von Bachelor- sowie Masterstudiengängen im Bereich des Sicherheitsmanagements absolviert werden.

Wie kann man sich inhaltlich in Ihrer Branche weiterbilden?
Dr. Harald Olschok: Hier gibt es eine ganze Reihe von Angeboten. Beispielsweise kann man sich zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (IHK) weiterbilden oder sich in den Bereichen Notruf- und Serviceleitstellen beziehungsweise Interventionsdienste qualifizieren. Diese Fachkräfte kommen bei der Auslösung von Alarmanlagen zum Einsatz. Spezialisten sind auch für den Bereich Geld- und Werttransporte gefragt.

Wodurch kann man sich darüber hinaus für den Arbeitsmarkt qualifizieren?
Dr. Harald Olschok: Es gibt in unserer Branche viele spezielle Tätigkeiten, für die Qualifizierungen sinnvoll sind: zum Beispiel in der Luftsicherheit, als Kaufhausdetektiv, beim öffentlichen Personenverkehr, bei Veranstaltungsdiensten und bei der Werkfeuerwehr. Für jedes Einsatzgebiet gibt es die passende Weiterbildung.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Im Schutz- und Sicherheitsgewerbe beispielsweise benötigen Fachkräfte dafür neben Fachwissen auch kaufmännische Kenntnisse und Kundenorientierung. Denken Sie also über den Besuch von Weiterbildungen oder Existenzgründerseminaren nach. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/technik-recht-sicherheit-2/recht-schutz-sicherheit