Pflege

Wichtig in diesem Bereich

  • körperliche Belastungsfähigkeit
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Kommunikationsstärke
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit

Wer sich nicht selbst versorgen kann und für die alltäglichen Dinge Unterstützung braucht, der kann in Deutschland auf gut ausgebildete Fachkräfte vertrauen, die die Betreuung und Unterstützung von jungen oder älteren Patient*innen übernehmen.

Sie arbeiten in Krankenhäusern, in Sanatorien, Altenheimen oder direkt bei den Patienten und sind – auch im Zuge einer älter werdenden Gesellschaft – für ein funktionierendes Sozialsystem unverzichtbar: Pflegefachkräfte. Als solche arbeiten Sie in einem sehr anspruchsvollen Bereich, der vollen Einsatz erfordert.

Stütze sein

In Ihrem Beruf unterstützen Sie Ihre Patient*innen – und zwar im Wortsinn. Sind diese beispielsweise bettlägerig, dann sind Sie ihnen beim Aufrichten und Umbetten eine Stütze, ebenso bei allen Alltagsverrichtungen wie etwa der Aufnahme von Mahlzeiten oder der persönlichen Hygiene. Ihre Arbeit kann manchmal körperlich fordernd sein, etwa wenn Sie gehbehinderten Menschen vom Bett in den Rollstuhl helfen. Müssen Patienten gehoben werden, dann arbeiten Sie, wie bei etlichen anderen Aufgaben auch, zumeist im Team mit anderen Pflegefachkräften zusammen. In jedem Fall kommen Sie mit der körperlichen Belastung zurecht und sind auch im Schichtdienst immer für Ihre Patient*innen da.

Symptomatik erkennen

Sie messen bei Ihren Patient*innen regelmäßig die Körpertemperatur, den Puls und den Blutdruck. Anschließend werten Sie die Daten aus und dokumentieren diese. Nach ärztlicher Verordnung verabreichen Sie Medikamente, versorgen Wunden oder legen Verbände an. Manchmal assistieren Sie Ärzt*innen auch bei medizinischen Untersuchungen.

Verhaltensänderungen und Verhaltensauffälligkeiten von Patient*innen bemerken Sie und geben die betreffenden Informationen gegebenenfalls an das behandelnde medizinische Personal weiter. Mit gefühlsmäßig belastenden Situationen beim Umgang mit schwerkranken Kindern oder sterbenden älteren Patient*innen wissen Sie umzugehen – bei allem Mitgefühl wahren Sie eine professionelle Distanz.

Immer gesprächsbereit

Auf der einen Seite kümmern Sie sich um die körperliche Versorgung Ihrer Patient*innen, auf der anderen Seite fungieren Sie als Ansprechpartner*in bei Fragen und Problemen – ein einfühlsames Wort, Verständnis und Gesprächsbereitschaft sind in Ihrem Beruf unerlässlich. Sie beraten die zu pflegenden Menschen und informieren sie beispielsweise über gesundheitsfördernde Übungen und Aktivierungsmaßnahmen. Zudem können Sie mit Konflikten umgehen, die im Rahmen der Durchführung von Pflegemaßnahmen auftreten können.

Aufgaben strukturieren

Sie sind sich darüber bewusst, dass auch Sie Verantwortung für den gesundheitlichen Zustand Ihrer Patient*innen tragen, und arbeiten entsprechend sorgfältig. Das betrifft sämtliche Teilaufgaben, die Sie je nach konkretem Einsatzbereich möglicherweise übernehmen – von der Verabreichung der Medikamente über die Vorbereitung von Untersuchungen oder Operationen bis hin zur Dokumentation der durchgeführten Pflegemaßnahmen. Sie wissen, dass nur eine strukturierte Herangehensweise die Gewähr dafür bietet, dass alle Arbeitsschritte in der vorgegebenen Zeit und im definierten Umfang erledigt werden können, und planen die Durchführung genau.

Portrait von Andrea Kapp

Andrea Kapp

Die Möglichkeiten für qualifizierte Pflegekräfte sind sehr umfangreich.

Interview mit Andrea Kapp vom Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e.V.)

Frau Kapp, welche Weiterbildungen in der Pflege sind sinnvoll?
Andrea Kapp: Maßgeblich ist zunächst die Ausbildung, die eine Fachkraft von einer angelernten Kraft abhebt. Für Pflegefachkräfte, die in Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten tätig sind, kann insbesondere eine Fortbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft sinnvoll sein. Hier lernt man neben dem Führen eines Pflegedienstes beispielsweise auch die Organisation des Qualitätsmanagements.

Wo sehen Sie Aufstiegsmöglichkeiten für qualifizierte Kräfte?
Andrea Kapp: Die Möglichkeiten für qualifizierte Pflegekräfte sind, beginnend mit der Arbeitgeberwahl, sehr umfangreich: Einrichtungsweite Verantwortung können Fachkräfte erlangen, die Beauftragte für das Qualitätsmanagement, Hygienemanagement oder andere Bereiche werden. Auch wer die Kenntnisse hat, um als (stellvertretende) verantwortliche Pflegedienstleitung zu arbeiten, wird auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft gute Chancen haben.

Wohin entwickelt sich die Pflege?
Andrea Kapp: Da der Bevölkerungsanteil alter Menschen rasant steigt, werden immer mehr Pflegekräfte benötigt – es ist also ein Beruf mit Zukunft. Gerade die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, dass die Wertschätzung für Pflegekräfte steigt und die Bezahlung permanent verbessert wird. Durch die neue Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau kann man sowohl in Alten- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern oder in der ambulanten Pflege arbeiten. Und die Ausbildung ist in Europa anerkannt, wodurch das Berufsbild nochmal aufgewertet wird. 

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Pflegefachkräfte können beispielsweise einen ambulanten Dienst gründen. Neben breitem Praxiswissen brauchen sie hierfür auch rechtliche und kaufmännische Kenntnisse. Weiterbildungen, etwa zum/zur Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung, sind demnach sehr zu empfehlen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/pflege-2