Personal und Rechnungs­wesen

Wichtig in diesem Bereich

  • Kommunikationsstärke
  • rechnerisches Denken
  • Textverständnis
  • kaufmännisches Denken

Bilanzen, Rechnungen oder Lohnabrechnungen sind Ihr Job? Dann gehören Sie zu den Profis rund um Personal und Rechnungswesen und beweisen bei Ihrer Arbeit vielfältige Fähigkeiten.

Aktienunternehmen machen es einmal im Quartal, Normalbürger einmal im Jahr: wirtschaftlich Bilanz ziehen. Ob nun Quartalsbericht oder Jahresabschluss für die Hauptversammlung, wenn Sie zu den Fachkräften in diesem Bereich gehören, dann wissen Sie, worauf es hierbei ankommt. Zu Ihrem Tätigkeitsbereich kann es auch gehören, sich um das Personal zu kümmern – beispielsweise in abrechnungsspezifischer Hinsicht.

Informieren und beraten

Wenn Sie beispielsweise in der Personalabteilung eines Unternehmens arbeiten, kann es Ihre Aufgabe sein, Bewerbungsgespräche mit Interessenten zu vereinbaren. Außerdem legen Sie die Personalakten für die neuen Mitarbeiter an und informieren die Kolleginnen und Kollegen aus der Lohnabteilung sowie externe Steuerdienstleister über die neuen Arbeitsverhältnisse. In der Kommunikation mit allen Beteiligten zeigen Sie, dass Sie stets klar, präzise und zielorientiert agieren.

Geschickt mit Zahlen

Jede Bilanz ist nur so zuverlässig wie die Daten, die darin verarbeitet sind. Sind Sie in Rechnungswesen oder Controlling tätig, dann tragen Sie durch Ihre exakte Vorgehensweise dazu bei, dass die Zahlen der Lohnabrechnung beziehungsweise für Geschäftsbericht und Budgetplanung stimmen. Sie bearbeiten zum Teil sehr umfangreiche Datensätze am Computer und werten wichtige betriebswirtschaftliche Kennziffern sorgfältig aus. Aus den so aufbereiteten Daten, erstellen Sie Bilanzen und kalkulieren Gewinne, Ausgaben und Umsätze. Es kann zudem zu Ihren Aufgaben gehören, Budgets für Projekte oder Investitionen zu ermitteln und zu planen. Dabei beziehen Sie alle relevanten Einflussfaktoren in Ihre Berechnungen ein.

Gesetzestexte erfassen

Elternzeit, Kündigungsschutz oder befristete Arbeitsverträge: Wenn Sie in diesem Bereich arbeiten, behalten Sie trotz komplexer Rechtsstrukturen den Überblick. Die gängigsten Vorschriften kennen Sie – und bei Spezialfällen wissen Sie genau, wo Sie nachschlagen müssen. Es fällt Ihnen nicht schwer, die teils sehr fordernden Gesetzestexte zu verstehen und auf den jeweils konkreten Fall anzuwenden. Auch bei einer Tätigkeit im Rechnungswesen gilt es für Sie, Gesetzestexte schnell zu erfassen.

Günstige Lösungen finden

Überall dort, wo Rechnungen kontrolliert und Budgets geprüft werden, suchen die Fachkräfte auch stets nach Möglichkeiten, Kosten einzusparen. So kann es Teil Ihrer Arbeit sein, Alternativen für kostenintensive Posten oder Arbeitsprozesse zu ermitteln. Anhand genauer Berechnungen prüfen Sie etwa, ob es langfristig günstiger ist, den Firmenfuhrpark anzumieten, anstatt ihn selbst zu betreiben. Sie tragen eine große Verantwortung, da Ihre Entscheidungen neben finanziellen mitunter auch personelle Konsequenzen haben können, etwa wenn der Telefonvertrieb zukünftig von einem externen Callcenter statt von eigenen Mitarbeitern betrieben wird.

Portrait von Wilhelm Oberste-Beulmann.

Wilhelm Oberste-
Beulmann

Die Anforderungen an die Qualifizierung der Arbeitnehmer steigen.

Interview mit Wilhelm Oberste-Beulmann, für die Themen Bildung und soziales Engagement ­zuständiger Vizepräsident des ­Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP)

Herr Oberste-Beulmann, welche Trends zeichnen sich derzeit in der Branche ab?
Wilhelm Oberste-Beulmann: Die Branche steht vor großen Herausforderungen: Aufgrund des demografischen Wandels merken wir immer stärker einen Arbeitskräftemangel in allen Bereichen. Gleichzeitig werden zukünftig durch die Digitalisierung bestimmte Tätigkeiten wegfallen, während parallel dazu die Anforderungen an die Qualifizierung der Arbeitnehmer steigen.

Wie wichtig sind Fort- und Weiterbildungen?
Wilhelm Oberste-Beulmann: Extrem wichtig. Mit der von der BAP angebotenen Weiterbildung zum/zur Personaldienstleistungsfachwirt/in können sich beispielsweise Personaldienstleistungskaufmänner und -frauen für Führungspositionen qualifizieren. Aber auch für Zeitarbeitnehmer spielen Aus- und Fortbildung in Zeiten von demografischem Wandel und Fachkräftemangel eine immer wichtigere Rolle. Aus dem Grund haben wir das BAP-Qualifizierungsmodell entwickelt, mit dem wir gering qualifizierte Arbeitnehmer in drei Schritten zu Fachkräften ausbilden wollen. Dieses Modell wollen wir öffnen, um ganz aktuell Geflüchtete in Qualifizierungsprozesse einzubinden. In Zukunft werden solche Modelle, bei denen auch die Kundenunternehmen als Partner gefragt sind, immer wichtiger.

Welche Rolle spielen alternative Arbeitsmodelle?
Wilhelm Oberste-Beulmann: Die globalisierte Weltwirtschaft und der digitale Wandel, aber auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter werden unseren Arbeitsalltag immer stärker flexibilisieren. Ich bin deshalb überzeugt, dass wir in Zukunft immer seltener dem klassischen 8-bis-17-Uhr-Modell begegnen werden und sich stattdessen die flexiblen Varianten weiter verbreiten.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Für Fachkräfte aus dem Personalwesen besteht beispielsweise die Möglichkeit, sich in der privaten Arbeitsvermittlung oder als Recruiter/in selbstständig zu machen. Beschäftigte aus dem Rechnungswesen mit entsprechender Qualifikation können als Buchhalter/innen auf eigene Rechnung arbeiten. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/personal-und-rechnungswesen