Leder

Wichtig in diesem Bereich

  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Sinn für Ästhetik
  • Handgeschick
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Natürliche Materialien wie Leder oder Pelze sind stets einzigartig. Als Fachkraft in der Herstellung oder Verarbeitung sorgen Sie dennoch für eine gleichbleibend hohe Güte – in den unterschiedlichsten Fertigungsbereichen.

Leder ist Ihr Material. Sie stellen es her oder fertigen daraus langlebige und exklusive Artikel. Ihr Einsatzbereich ist dabei weit gestreut: Sie können in der Herstellung von Sportartikeln tätig sein, Mode oder Fahrzeuginnenausstattung produzieren.

Homogenes Gesamtbild

Das Leder-Interieur eines Autos wird aus den Häuten von mehreren Tieren gefertigt. Sie wählen die passenden Zuschnitte aus und achten auf qualitative Abweichungen. Selbst kleine Fehler bei Struktur oder Farbe erkennen Sie sofort und stellen damit sicher, dass von der Türverkleidung bis zum Fahrersitz alles homogen und hochwertig wirkt. Wenn Sie Lederstücke zusammennähen, fertigen Sie mit Nadel und Faden oder an der Nähmaschine feinste Nähte mit großer Genauigkeit. Ein ausgeprägter Blick für Details und eine präzise Arbeitsweise bei hohem Arbeitstempo sind in vielen Bereichen der Lederbranche gefragt.

Zeitlos schön

Ihre Kunden erwarten Produkte, die qualitativ hochwertig und ansprechend sind: So soll ein Sattel den Belastungen zwischen Trab und Galopp über viele Jahre aushalten, dabei aber auch bequem sein und gut aussehen. Noch wichtiger ist die Optik, wenn es um die Herstellung von Bekleidung oder Schuhen geht. Sie wissen genau, welches Leder für eine bestimmte Taschen- oder Jackenform gewählt werden sollte und wie es im Hinblick auf die Farbgebung am besten bearbeitet wird. Bei der Fertigung kombinieren Sie gegebenenfalls verschiedene Lederarten geschickt und sorgen durch Ziernähte für optische Details. Von Ihrer Stilsicherheit und Ihrem guten Geschmack profitieren Ihre Kunden: Sie wissen genau, was zeitlose Eleganz von bemüht modischem Schnickschnack unterscheidet, und beraten Ihre Kunden entsprechend.

Von Hand und mit Maschinen

Wenn Sie in der Lederherstellung tätig sind, gehen Sie routiniert mit unterschiedlichen Werkzeugen um, die Sie beispielsweise für die Vorbereitung der Rohhäute benötigen. Beim Gerben verwenden Sie dann zum Teil giftige oder stark riechende Chemikalien. In der Lederverarbeitung wird ebenfalls je nach konkretem Beruf mit unterschiedlichen Werkzeugen und Maschinen gearbeitet – etwa um das Material zuzuschneiden, es zu stanzen oder zu vernähen. Da das Leder teils sehr teuer ist, arbeiten Sie überaus präzise, um möglichst wenig Verschnitt zu erzeugen.

Blick fürs Ganze

Um einen Ledersessel zu beziehen, fertigen Sie das Nähkleid aus mehreren Einzelteilen an. Damit die Nahtstellen später nicht stören, nähen Sie die Lederstücke umgekrempelt zusammen, trotzdem sitzt später alles an der richtigen Stelle. Sie haben bei Ihrer Arbeit stets das Endprodukt vor Augen und wissen genau, welches Teil an welcher Stelle angenäht oder -geklebt wird. Sie befolgen dabei exakt die Schnittvorgaben, die Sie für das jeweilige Modell erhalten. Erstellen Sie die Schablonen für die Produktion, dann wissen Sie genau, wie viel Material Sie für die Nahtzugaben einrechnen müssen.

Portrait von Peter Neumann.

Dr. Peter Neumann

Es gibt noch viele Hersteller, die Wert auf die Produktion in Deutschland legen.

Interview mit Dr. Peter Neumann, Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V. (HDS/L)

Herr Dr. Neumann, die Zahl der Beschäftigten in der Lederwarenindustrie ist in den vergangenen Jahren gesunken. Welche Berufe haben hier noch Zukunft?
Dr. Peter Neumann: Es gibt noch viele Hersteller im gehobenen Lederwarenbereich, die Wert auf die Produktion in Deutschland und das Prädikat „made in Germany“ legen. Gerade diese Betriebe sind auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Sattler der Fachrichtung Feintäschnerei werden nach wie vor gebraucht – und zwar sowohl für die Muster- und Designabteilungen als auch für die Qualitätskontrolle und den Einkauf. Diese Spezialisten sind ebenfalls unverzichtbar bei der Reparatur von Taschen und Koffern. Insbesondere in diesem Bereich ist für viele Mitarbeiter auch die Teilzeitbeschäftigung eine interessante Möglichkeit.

Welche Trends in der Lederwarenbranche sollten im Hinblick auf berufliche Qualifizierung bedacht werden?
Dr. Peter Neumann: Um die Arbeitsplatzchancen zu verbessern, sollten Sattler mit Freude an genauer handwerklicher Arbeit sich zum Beispiel Kenntnisse aus den Bereichen Produktdesign, Materialwesen und Ökologie aneignen. Auch Fremdsprachenkenntnisse sind bei den meist international ausgerichteten Betrieben sehr nützlich. Mit dem noch jungen Ausbildungsberuf „Fachkraft für Lederverarbeitung“, der den Stepper ersetzt, wurden neben Sattlereien, Betrieben der Schuhindustrie sowie der Leder und Kunstleder verarbeitenden Industrie erweiterte Tätigkeitsfelder in Polstereien, bei Fahrzeuginnenausstattern und Automobilzulieferern geschaffen. Kernpunkte der Ausbildung sind die exakte Ausführung von Nähten, das Spalten und Egalisieren von Lederteilen und Fachmathematik, beispielsweise die Berechnung von Materialmengen. Auch sind handwerkliche Fähigkeiten für das Einrichten und Warten von Maschinen wichtig. Gewisse Möglichkeiten gibt es in diesem Berufszweig auch für Heimarbeiter.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. In etlichen Lederberufen ist eine Selbstständigkeit möglich. Kürschner/innen und Sattler/innen etwa können eine eigene Werkstatt gründen, Schuhmacher/innen ein Schuhfachgeschäft eröffnen. Obwohl nur teilweise verpflichtend, ist ein Meisterlehrgang empfehlenswert, um neben fachlichem auch kaufmännisches Wissen zu erlangen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/leder-2