Lebensmittel

Wichtig in diesem Bereich

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Handgeschick
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • technisches Verständnis

Der morgendliche Gang zum Bäcker oder das Wurstbrötchen aus der Metzgerei gehört zum Alltag. Als Fachkraft im Handwerk oder in der industriellen Produktion stellen Sie das her, was jeder braucht: Lebensmittel.

An einem Fließband werden Fertigpizzen produziert, die Anlage bringt den Teig in Form, Zutaten werden aufgebracht und die Teigstücke in den Ofen befördert. An anderer Stelle ein anderes Bild. Der Bäcker, der um zwei Uhr nachts mit der Produktion begonnen hat, walkt den Teig von Hand, belegt ihn und bringt ihn nach dem Backen frisch duftend ins Ladengeschäft. Die Herstellung von Lebensmitteln kann handwerklich sein oder automatisiert, kann den frischen Verzehr bedienen oder die Tiefkühltruhe.

Eine Frage? Gerne!

Arbeiten Sie zum Beispiel im Verkauf, dann bedienen Sie zu Stoßzeiten Hunderte von Kunden pro Tag. Mit Ihrer offenen, freundlichen Art und Ihrem ausgeprägten Servicedenken schaffen Sie es, entscheidend zur Kundenbindung beizutragen. Bei Nachfragen zu den jeweiligen Produkten, etwa bezüglich der Inhaltsstoffe, geben Sie kompetent Auskunft. Schildert Ihnen ein Kunde seine geschmacklichen Präferenzen, dann können Sie entsprechende Empfehlungen aussprechen. Doch nicht nur im Verkauf ist der Umgang mit Menschen für Sie selbstverständlich. Arbeiten Sie in der Produktion, dann ist Teamarbeit gefordert, fortwährende Absprachen mit den Kollegen sind selbstverständlich.

Geschwungene Brezel, filetierter Fisch

In den Berufen rund um Lebensmittel sind Ihre Hände ein wichtiges Werkzeug, egal ob Sie Fleischklopse portionieren oder Torten mit einer Spritztülle verzieren. Arbeiten Sie zum Beispiel in einer Bäckerei, gehört es zu Ihren Aufgaben, den Spezialitäten ihr typisches Aussehen zu verleihen. Mit wenigen Handgriffen legen Sie die Teigschlingen einer Brezel – Dutzende innerhalb kürzester Zeit. Auch wenn Sie als Fachkraft in einer Restaurantküche arbeiten, erledigen Sie die meisten Aufgaben per Hand: Sie putzen Gemüse, zerlegen Fleischstücke, filetieren Fisch – mit großer Geschwindigkeit, denn die Gäste sollen nicht warten.

Kein Fleck am Obst

Ob eine Speise schmeckt oder nicht, hängt zunächst von der Auswahl der Grundprodukte ab. Als Fachkraft kann es zu Ihren Aufgaben gehören, die Qualität der angelieferten Rohstoffe zu prüfen. Sie erkennen fehlerhafte Ware gleich und achten auf die wichtigen Details, etwa den Grad der Reife von Früchten, den Sie ertasten, schmecken und sehen. Sie achten dabei nicht nur auf die qualitativen Anforderungen der Konsumenten, sondern haben auch die vielfältigen Vorschriften rund um die Verarbeitung von Lebensmitteln vor Augen. Ihr Hygienebewusstsein zeigen Sie während und nach der Arbeit: So gehört die gründliche Reinigung von Utensilien und Arbeitsflächen fest zu Ihrem Berufsalltag.

Anlagen im Griff

Um Lebensmittel in großer Menge bei gleichbleibend hoher Qualität herzustellen, geht nichts ohne technische Hilfsmittel. Wenn Sie in der industriellen Produktion tätig sind, bedienen Sie automatisierte Anlagen routiniert. Bei kleineren Störungen greifen Sie selbst ein, machen den Fehler aus, beheben ihn, und halten so die Produktion, die teils im Schichtdienst erfolgt, am Laufen. Auch wenn Sie in Großküchen oder größeren Handwerksbetrieben tätig sind, gehen Sie routiniert mit modernen Anlagen um.

Portrait von Stefanie Sabet.

Stefanie Sabet

Das Motto der Lebens- und Genussmittelindustrie lautet: Gegessen wird immer! Egal ob Hochkonjunktur oder Finanzkrise, die Branche ist ein Garant für Stabilität.

Interview mit Stefanie Sabet, Hauptgeschäftsführerin der ­Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V (ANG)

Frau Sabet, welche Trends gibt es im Bereich Lebensmittel und Ernährung?
Stefanie Sabet: Wir beobachten einen starken Trend hin zur Individualisierung. Speisen und Getränke sind nicht mehr nur Nahrungsmittel, die satt machen. Vielmehr sind Essen und Trinken Teil des Lifestyle und unterstreichen Lebenseinstellung und Persönlichkeit. Für uns bedeutet das, dass wir unglaublich kreativ und innovativ bei der Weiter- und Neuentwicklung.

Welche Weiterbildungen sind derzeit in der Lebensmittelbranche gefragt?
Stefanie Sabet: Die Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten spielt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der Digitalisierung eine zunehmend wichtige Rolle. Fakt ist, Erwerbsbiographien werden vielfältiger, womit Weiterbildung zum selbstverständlichen Bestandteil jedes Berufslebens wird. Die Unternehmen der Branche brauchen qualifizierte Fach- und Führungskräfte in allen drei Kernbereichen: in technischen Berufen mit Produktion und Logistik, in ernährungstypischen Berufen und im kaufmännischen Bereich. Zudem sind berufsbegleitende Studiengänge sehr gefragt – das Feld Ernährung und Gesundheit ist nahezu grenzenlos.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich in der Branche?
Stefanie Sabet: Insgesamt gibt es für alle Qualifizierungen Beschäftigungsmöglichkeiten, wodurch die Branche besonders den Einstieg ins Berufsleben für interessierte Bewerber/innen einfach macht. Zudem ist die Durchlässigkeit in der Branche und Wertschöpfungskette sehr groß, so sind Karrierechancen in dem weit verzweigten Netzwerk der gesamten Lieferkette möglich.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Für die Existenzgründung braucht man in zulassungspflichtigen Handwerksberufen den Meisterbrief – etwa im Bäcker-, Fleischer- und Konditorhandwerk. Auch in zulassungsfreien Berufen macht eine Meisterweiterbildung Sinn, um neben fachlichem wertvolles betriebswirtschaftliches Wissen zu erlangen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/lebensmittel-2