Getränke

Wichtig in diesem Bereich

  • Handgeschick
  • technisches Verständnis
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Daueraufmerksamkeit

Wasser braucht jeder Mensch. Die Getränkebranche hat aber noch viel mehr zu bieten – von Fruchtsäften über Milchmixgetränke bis zu Bier und Wein. Als Fachkraft arbeiten Sie in der Herstellung von Durstlöschern oder Genussmitteln.

Der Weg von der Weintraube bis zum Saft beziehungsweise zum edel ausgebauten Wein ist weit. Weinberge müssen angelegt, Reben gezüchtet und Trauben verarbeitet werden. Zu guter Letzt kommt das fertige Produkt dann in den Verkauf. Als Fachkraft im Arbeitsfeld Getränke übernehmen Sie je nach konkretem Beruf unterschiedliche Aufgaben im Rahmen der Herstellung und Vermarktung.

Selektion per Hand

Ihre Hände sind bei vielen Arbeitsschritten Ihr wichtigstes Werkzeug – zum Beispiel beim Zuschneiden von Rebstöcken und bei der Weinernte, bei der geeignete Trauben oft traditionell ohne Maschinen verlesen werden. Vor allem in kleineren Betrieben, die Obst verarbeiten, erfolgen viele Arbeitsschritte ebenso per Hand, beispielsweise die Selektion der Früchte. Zudem müssen Produktionsanlagen regelmäßig umgerüstet und Abfüllanlagen gesäubert werden. Als Fachkraft erledigen Sie diese Aufgaben manuell so, wie es keine Maschine könnte. Konsequent achten Sie darauf, dass sämtliche hygienischen Richtlinien eingehalten werden.

Software für die Steuerung

Neben der Handarbeit gehört die Steuerung von Produktionsanlagen zu Ihrem Berufsalltag, vor allem, wenn Sie im Rahmen der industriellen Herstellung von Getränken tätig sind. Vielfach laufen die Prozesse dabei computergestützt ab, etwa was die Steuerung von Temperatur oder Gärprozess betrifft. Die entsprechende Software bedienen Sie problemlos. Treten Störungen an den Anlagen bei laufender Produktion auf, dann greifen Sie schnell ein: Sie ermitteln die Ursache und sorgen für Abhilfe. Kleinere Reparaturen können Sie selbst durchführen, ebenso wie die regelmäßig anfallenden Wartungsarbeiten an Pressmaschinen, Pumpen oder Filtersystemen.

Kontrollierter Genuss

Kontrollen und Analysen sichern die Qualität von Getränken. In Milch verarbeitenden Betrieben, in Brennereien, Brauereien oder in der Weinerzeugung kann es zu Ihren Aufgaben gehören, die Roh- und Hilfsstoffe für die Produktion sorgfältig zu prüfen. Sie erkennen Schädlingsbefall am Lagergut rechtzeitig und verhindern so, dass Verbraucher gesundheitlichen Schaden nehmen. Je nach Einsatzgebiet kontrollieren Sie beispielsweise Farbe und Schaum von Jungbier oder das Aussehen von Fruchtsäften. Bei Weinreben erkennen Sie genau, wann erhöhte Gefahr durch Schimmel oder Mehltau besteht und reagieren entsprechend. Außerdem beurteilen Sie, ob der Wein im Fasslager den gewünschten Reifegrad erreicht hat, um ihn rechtzeitig in den Verkauf zu bringen.

Produktionsprozesse überwachen

Als Fachkraft in der Getränkeherstellung überwachen Sie die Produktionsanlagen mit Bedacht und lassen die entsprechenden Parameter nicht aus den Augen – egal ob es sich um temperaturgesteuerte Gärvorrichtungen, Etikettiermaschinen oder Abfüllanlagen handelt. Damit beispielsweise Spirituosen bei der Destillation den richtigen Alkohol- und Extraktgehalt bekommen, überprüfen Sie den Ablauf des Vorgangs regelmäßig und greifen bei Bedarf ein. Sie beachten dabei alle lebensmittelrechtlichen Vorschriften.

Portrait von Klaus Heitlinger.

Klaus Heitlinger

Natürlich, nachhaltig, gesund, innovativ oder regional – die Liste der Trends ist lang.

Interview mit Klaus Heitlinger, Geschäftsführer Verband der ­deutschen Fruchtsaftindustrie e.V.

Herr Heitlinger, welche Trends gibt es in der Fruchtsaftindustrie?
Klaus Heitlinger: Natürlich, nachhaltig, gesund, innovativ oder regional – die Liste der Trends ist lang. Auch Direktsäfte finden eine immer stärkere Nachfrage, ebenso Fruchtsaftmischungen mit „Zusatznutzen“. Im Bereich Regionalität bedienen viele kleine und mittlere Keltereien die Nachfrage mit Streuobstwiesenapfelsaft oder sortenreinen Säften.

Welche Weiterbildungen sind derzeit in der Fruchtsaftbranche gefragt?
Klaus Heitlinger: Nach der Mittleren Reife und der Ausbildung zum Fruchtsafttechniker bietet die IHK einen Kompaktlehrgang zum „Geprüften Industriemeister – Fachrichtung Fruchtsaft und Getränke“ an. Die Alternative: zweijähriges Aufbaustudium mit dem Abschluss „Staatlich geprüfter Techniker für Obstbau und Obstverwertung“. Dritte Möglichkeit: Studium an der Fachhochschule, mit dem Abschluss als Bachelor der Getränketechnologie.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich in der Branche?
Klaus Heitlinger: Die Fruchtsaft-Industrie bietet vielfältige Karrierechancen. Der Industriemeister beispielsweise steht an der Schnittstelle zwischen Facharbeiter und Management. Er übernimmt heute die Rolle eines operativen Managers in der Produktion mit Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Für eine Unternehmensgründung ist betriebswirtschaftliches Wissen erforderlich, das man sich etwa in Meisterkursen aneignen kann. Diese werden für Fachkräfte in der Saft-, Bier-, Wein-, Milch- und Spirituosenherstellung angeboten. Zwingende Voraussetzung für eine Selbstständigkeit sind sie allerdings nicht. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/getraenke-2