Flug­zeug und Luft­fahrt

Wichtig in diesem Bereich

  • technisches Verständnis
  • Daueraufmerksamkeit
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit

Als Fachkraft im Flugzeugbau oder in der Luftfahrt sorgen Sie für die sichere Reise von Flugpassagieren oder für die termingerechte Lieferung von Luftfracht.

Millionen von Menschen fliegen jedes Jahr von den deutschen Flughäfen zu verschiedenen Zielen im In- und Ausland. Gleichzeitig steigt die Menge an Luftfracht kontinuierlich. Als Fachkraft sorgen Sie für funktionierende Technik und sichere Flüge und gewährleisten mit Ihrem Einsatz, dass Passagiere wie Güter planmäßig ans Ziel kommen.

Sichere Technik

Im Flugzeugbau werden immer mehr Arbeitsschritte computergestützt ausgeführt. Als Fachkraft bedienen und überwachen Sie hier komplexe Fertigungsanlagen. Bei Problemen greifen Sie ein, ermitteln die Fehlerursache und beheben das Problem zügig. Hier wie auch bei der Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten sind die Anforderungen hoch, Komponenten und Teilsysteme müssen absolut fehlerfrei arbeiten. Ihrer Verantwortung sind Sie sich bewusst. In regelmäßigen Abständen prüfen Sie etwa die elektronischen Bauteile und elektrischen Leitungen gemäß Vorgaben. Sie arbeiten mit Schaltplänen und Explosionsskizzen und können aufgrund dieser abstrakten Darstellungen etwa den Verlauf von Leitungen genau nachvollziehen. Selbst bei mehreren Kilometern an Leitungsnetzen, armdicken Kabelbäumen und entsprechend komplexen Bauplänen verlieren Sie nie den Überblick.

Wacher Blick

Hoch konzentriertes Arbeiten über längere Zeiträume stellt für Sie kein Problem dar, selbst kleinste Abweichungen von der Norm spüren Sie auf. Die Qualität in der Fertigung und Wartung muss stimmen, schließlich hängt von der Betriebssicherheit das Leben von Passagieren ab. Wenn Ihr Arbeitsplatz das Cockpit eines Luftfahrtgerätes ist, dann behalten Sie die Anzeigen und Fluginstrumente genau im Blick und beobachten Wetterveränderungen, die Auswirkungen auf Ihren Flug haben können. Weichen die Betriebsdaten von den Normalwerten ab, greifen Sie sofort ein. Auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren Sie mit Bedacht und sorgen so für Sicherheit am Himmel.

Ready for Take-off

Egal ob im Funkverkehr zwischen dem Cockpit einer deutschen Passagiermaschine und einem spanischen Tower oder beim Austausch von Fluginformationen zwischen Kapitän und Erstem Offizier: Englisch ist in der Luftfahrt Pflicht. Dank Ihrer sprachlichen Kenntnisse reagieren Sie adäquat auf die Anweisungen bezüglich des Ihnen zugewiesenen Flugkorridors oder der Freigabe für den Start- oder Landevorgang. Bei einer Tätigkeit im Flugzeugbau sind sie häufig Mitglied eines internationalen Teams. Zudem müssen Sie mit Bau- und Konstruktionsplänen arbeiten – und diese Dokumente sind zumeist in Englisch gehalten.

Im Soll

Als Profi in der Beförderung von Personen oder Waren per Flugzeug gehört es zu Ihren Aufgaben, Zeitpläne auszuarbeiten, Abläufe zu koordinieren und den Zeitaufwand für einzelne Arbeitsschritte zu berechnen. Sie sind an der Planung und Umsetzung von logistischen Projekten beteiligt und achten in diesem Zusammenhang darauf, dass alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen, etwa in Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz, getroffen werden. Außerdem haben Sie die Wirtschaftlichkeit des Projektes im Blick. Als Ansprechpartner für Kunden verstehen Sie es, Informationen verständlich und kompetent zu vermitteln.

Portrait von Carola Scheffler

Carola Scheffler

Die Luftfahrt braucht Menschen, die hoch qualifiziert, belastbar und offen für Neues sind.

Interview mit Carola Scheffler vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Frau Scheffler, wie gestaltet sich derzeit die Arbeitsmarktsituation in der Luftfahrt?
Carola Scheffler: Durch die Corona-Pandemie steht die Luftfahrtbranche aktuell vor großen Herausforderungen, die sich vermutlich auch auf die Zahl der Beschäftigten und die allgemeine Arbeitsmarktentwicklung auswirken werden. Da wir derzeit noch mitten in der Pandemie stecken, ist eine Prognose über die weitere Entwicklung leider sehr schwer. Nichtsdestotrotz steht die Luftfahrt aber im Allgemeinen für eine vielfältige Arbeitswelt mit zahlreichen Berufen. Sowohl Berufsanfänger als auch Quereinsteiger aus anderen Bereichen finden bei den Fluggesellschaften, an den Flughäfen, in der zivilen Luftfahrtindustrie und bei der Flugsicherung eine Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten. Diese Unternehmen sind attraktive Arbeitgeber für hunderttausende Frauen und Männer. Hinzu kommen weitere Arbeitsplätze bei Unternehmen, die von Aufträgen aus der Luftfahrt abhängen, zum Beispiel in der Bauwirtschaft und in der Nahrungsmittelindustrie. 

Was raten Sie denjenigen, die sich für eine Ausbildung in der Luftfahrt interessieren?
Carola Scheffler: Zahlreiche Luftfahrtberufe rangieren in Befragungen junger Menschen zu ihren Karrierewünschen regelmäßig unter den beliebtesten Berufen: Viele träumen schon als Kind von einem Werdegang als Pilot oder Fluglotse. Wichtig sind neben guten schulischen Leistungen vor allem hohe Flexibilität, Sprachkenntnisse, außerschulisches Engagement und ausgeprägte Sozialkompetenz. Die Luftfahrt ist ein Vorreiter für berufliche Innovationen, die Berufsbilder in der Branche entwickeln sich weiter. Dafür braucht es Menschen, die hoch qualifiziert, belastbar und offen für Neues sind. Die Bereitschaft, immer wieder dazuzulernen, ist entscheidend.

Wie wird sich die Luftverkehrsbranche in Zukunft darstellen?
Carola Scheffler: Die Luftfahrt wird auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte brauchen – allerdings ist derzeit inmitten der Corona-Pandemie offen, wie groß der künftige Arbeitsmarkt in der Luftverkehrswirtschaft sein wird. Normalerweise gefragt sind insbesondere Absolventen aus den Fachrichtungen Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik, IT-Engineering und Logistik. Andere „klassische“ Berufe sind die des Piloten, des Flugzeugkonstrukteurs oder des Fluglotsen. Man muss jedoch die langfristigen Folgen der Corona-Pandemie im Blick haben, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind. Diese Folgen können sich auf viele der Berufsbilder und deren Perspektiven auswirken. Die Luftfahrt steht außerdem vor den Herausforderungen durch den Klimawandel. Hierbei wird das Feld der alternativen Antriebe und Kraftstoffe eine wichtige Rolle spielen.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. In diesem Berufsfeld ist dies eher unüblich, aber möglich. Denkbar ist etwa eine selbstständige Tätigkeit als Berater/in im Bereich Qualitätsmanagement oder Kundenumgang. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/flugzeug-und-luftfahrt