Betreuung, Beratung, Seelsorge

Wichtig in diesem Bereich

  • Kommunikationsstärke
  • Einfühlungsvermögen
  • Planung- und Organisationsfähigkeit
  • Durchhaltevermögen/Zielstrebigkeit

Sie unterstützen Menschen mit Behinderung im Alltag oder kümmern sich um Alte oder Kranke, um Kinder oder hilfsbedürftige Familien. Als Fachkraft in der Betreuung helfen Sie Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen.

Pflegerische Tätigkeiten, die oft auch eine körperliche Herausforderung sind, machen je nach Ihrem konkreten Beruf einen mehr oder minder großen Teil der täglichen Aufgaben aus. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist meist die seelische Fürsorge. Neben Ihrem Fachwissen setzen Sie dabei Kompetenzen ein, die in keinem Lehrbuch stehen.

Ansprache wichtig

Ihre Fähigkeit, auf Ihr Gegenüber einzugehen, ist in vielen Bereichen dieses Berufsfeldes gefragt. Wenn Sie beispielsweise in einem Seniorenheim arbeiten, dann sind Sie für weitaus mehr verantwortlich als für Körperpflege, Essensversorgung oder Medikamentengabe. Sie sind Gesprächspartner der Pflegebedürftigen, unterhalten sich mit ihnen über ihr Leben, ihre Erfahrungen, ihre Kinder und Enkelkinder. Sie verlangsamen damit möglicherweise das Vergessen und fördern das Erinnerungsvermögen der Pflegebedürftigen. Im Gespräch ergründen Sie auch die jeweiligenBedürfnisse und richten die pflegerischen und betreuerischen Maßnahmen daran aus. Vielfach sind Sie in diesem Zusammenhang auch zu jeder Tages- und Nachtzeit gefordert oder sind im Schichtdienst tätig.

Verständnis zeigen

Behinderte Menschen mit hohem Förderbedarf können Schwierigkeiten damit haben, sich ihrer Umwelt mitzuteilen. Als Fachkraft zeigen Sie Verständnis für die besondere Situation, in der sich Ihr Gegenüber befindet. Sie können sich gut in andere Personen hineinversetzen und schätzen deren Handlungen adäquat ein, etwa wenn ein Menschen mit Beeinträchtigungen durch Schreien sein Missfallen ausdrückt. Bei Ihren Aufgaben in der Betreuung beweisen Sie täglich viel Geduld sowie psychische Stabilität – egal ob Sie mit älteren Menschen oder mit Kleinkindern arbeiten.

Alltag regeln

Wenn Sie Jugendliche in einer Wohngruppe betreuen, bereiten Sie diese auf ein eigenständiges Leben vor. Sie unterstützen sie bei der Organisation des Alltags und bei der Bewältigung von Problemen, übernehmen gegebenenfalls Behördengänge, informieren sich über Fristen und beschaffen benötigte Dokumente. Dabei behalten Sie stets den Überblick über alle anstehenden Termine Ihrer Schützlinge und arbeiten diese strukturiert und gemeinsam mit den Jugendlichen ab. Die Fähigkeit, systematisch Aufgaben anzugehen und Schritt für Schritt zu bewältigen, ist in vielen Berufen dieses Feldes gefordert.

Kleine Erfolge

Zu Ihren Aufgaben kann es gehören, einen Menschen mit Beeinträchtigung bei Maßnahmen zu begleiten, die es ihm ermöglichen, seinen Alltag eigenverantwortlich zu gestalten. Sie wissen, dass dies ein langfristiger Prozess sein kann, bei dem ein Lernfortschritt manchmal kaum erkennbar und nur in kleinen Schritten möglich ist. Sie bleiben am Ball und motivieren die von Ihnen betreute Person, das gesteckte Ziel zu erreichen. Von Rückschlägen, die immer wieder auftreten können, lassen Sie sich nicht entmutigen. Auch bei Charakteren, die nur schwer zugänglich sind beziehungsweise sich uneinsichtig zeigen, arbeiten Sie konsequent und behutsam auf eine Verhaltensänderung hin.

Portrait von Johanna Knüppel.

Johanna Knüppel

Der Trend lautet: ambulant vor stationär.

Interview mit Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)

Frau Knüppel, welche Trends gibt es im Bereich der Betreuung von pflegebedürftigen Personen?
Johanna Knüppel: Die Aufgaben in der Betreuung haben sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Der Trend lautet: ambulant vor stationär. Das heißt, Krankenhäuser reduzieren den stationären Aufenthalt auf ein Minimum, und pflegebedürftige Personen verbleiben so lange wie möglich zu Hause.

Welche Perspektiven ergeben sich für Arbeitnehmer in den Berufen rund um Betreuung und Pflege?
Johanna Knüppel: Wir sehen einen erhöhten Betreuungsbedarf nicht nur im ambulanten Bereich. Die Berufsaussichten sind sehr gut.

Welche Qualifikationen sind gefragt?
Johanna Knüppel: Der Trend geht klar in Richtung Spezialisierung. Schon heute gibt es einen Fachkräftemangel, etwa in der Betreuung von Intensivpatienten. Besonders gute Chancen haben Arbeitnehmer mit einigen Jahren Berufserfahrung, die eine Weiterbildung oder eine Aufbauqualifikation absolviert haben.

Wie werden sich die Anforderungen an die Mitarbeiter verändern?
Johanna Knüppel: Um gut mit anderen Menschen zu kommunizieren, müssen professionell Pflegende in der Lage sein, sich einzufühlen und gut zuzuhören. Da das Durchschnittsalter der zu betreuenden Personen weiter steigen wird, sind hier verstärkt ganz spezifische Kenntnisse gefordert, zum Beispiel im Umgang mit Demenzkranken und ihren Angehörigen.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Pflegefachkräfte können beispielsweise einen ambulanten Dienst gründen. Neben breitem Praxiswissen brauchen sie hierfür auch rechtliche und kaufmännische Kenntnisse. Weiterbildungen, etwa zum/zur Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung, sind demnach sehr zu empfehlen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/betreuung-beratung-seelsorge-2