Bekleidung

Wichtig in diesem Bereich

  • Kreativität
  • Kommunikationsfähigkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Beobachtungsgenauigkeit

Es gibt nur wenige Produkte, die uns jeden Tag so nahekommen wie unsere Kleidung. Als Fachkraft können Sie an den unterschiedlichsten Arbeitsschritten mitwirken – von den ersten Designs bis zur Produktion.

Beim Bummel durch die Stadt lächeln uns aus den Schaufenstern die Puppen an. Deren Kleidung, die Hemden, Blusen oder Jacken, ist in den Farben und Schnitten der Saison gehalten. Als Experte für Bekleidung entwerfen Sie diese neuen Kollektionen, schneidern elegante Anzüge oder fertigen bequeme Sportschuhe.

Ideen umsetzen

Zu Ihren Aufgaben kann es gehören, einzelne Kleidungsstücke oder Modelle zu entwerfen. Fertigen Sie zum Beispiel einen Maßanzug an, dann schlagen Sie dem Kunden einen individuellen, stimmigen Schnitt und passende Stoffe vor. Bringt eine Kundin ihre alte Lieblingsjacke vorbei, ändern Sie diese nach Wunsch und bringen dabei nach Rücksprache auch eigene Ideen ein. In Sachen Mode auf dem Laufenden bleiben und angesagte Muster oder Formen einsetzen, das ist selbstverständlich für Sie – egal ob Sie im industriellen Kontext oder im Handwerk tätig sind.

Auf den Kunden abgestimmt

Wenn Sie beispielsweise orthopädisches Schuhwerk anfertigen, ist jedes Ihrer Produkte ein Einzelstück und genau auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt. Sie nehmen dafür die Maße und fertigen einen Abdruck des Fußes an. So stellen Sie sicher, dass die neuen Stiefel oder Einlagen beispielsweise die Schmerzen des Kunden verringern. Sie informieren ihn auch darüber, welche Farben oder welches Material zur Auswahl stehen. Erhält ein Patient von Ihnen beispielsweise eine Unterschenkel-Orthese, zeigen Sie ihm, wie diese richtig angelegt wird. Wie alle Profis aus Ihrem Berufsfeld, egal ob in der Herstellung von Schuhen oder Bekleidung, schätzen Sie die Arbeit mit und für Menschen.

Schnitt und Muster

Wenn Sie in der Fertigung arbeiten, gehört es zu Ihren Aufgaben, dass die neue Winterkollektion pünktlich in den Läden liegt. Sie setzen die Vorgaben der Designer für einzelne Kleidungsstücke exakt um und erstellen beispielsweise die zugehörigen Schnittmuster, inklusive der Nahtzugaben, am Computer. Dabei haben Sie die spätere Form des Kleidungsstückes immer vor Augen und schätzen die Umsetzung auf der Stoffbahn oder die Platzierung der Nähte korrekt ein. Ist die Produktion angelaufen, dann kontrollieren Sie die Ergebnisse sorgfältig. Ihre präzise Arbeitsweise und Ihr gutes Auge sind im Übrigen nicht nur in der Industrie gefragt, auch bei Änderungsarbeiten oder Maßanfertigungen vermeiden Sie dadurch zum Beispiel zu viel Verschnitt.

Blick für Details

Möchte ein Kunde seinen zu eng gewordenen Anzug anpassen lassen, dann erkennen Sie schnell die Stellen, an denen es zwickt: Ihnen reicht meist ein Blick auf die Statur und das Kleidungsstück, um zu entscheiden, wie und wo der Hosenbund geweitet werden muss. Ihre Detailversessenheit ist bei vielen Tätigkeiten gefragt und hilft Ihnen, nicht nur mangelhafte Nähte zu entdecken, sondern auch letzte Details an einem Kleid für eine Modenschau zu verbessern. Im Bereich Schuhorthopädie erkennen Sie zum Beispiel, ob ein Patient in seinen Schuhen eine ungesunde Körperhaltung annimmt oder falsch läuft. Sie prüfen dann die Passform der Schuhe und korrigieren diese zum Beispiel mit einer Einlage.

Portrait von Dr. Uwe Mazura.

Dr. Uwe Mazura

Eine fundierte Ausbildung, Networking und Praktika sind unabdingbar.

Interview mit Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie

Herr Dr. Mazura, beim Stichwort „Mode“ denkt man vor allem an Laufstege und Designerbüros. Welche Alternativen gibt es?
Dr. Uwe Mazura: Viele junge Menschen, die meisten Frauen, denken zuerst an Modedesign. Eine Ausbildung an einer Berufsfachschule qualifiziert zum staatlich geprüften Modedesigner. Doch die Modebranche ist sehr vielfältig. Handwerklich-kreativ orientiert sind zum Beispiel auch die neu geordneten Ausbildungsberufe Modenäher/in und Modeschneider/in. Wir brauchen aber auch versierte Techniker/innen, zum Beispiel als Maschinen- und Anlagenführer/innen oder Produktionsmechaniker/innen.

Welche Schwerpunkte bieten die besten Beschäftigungsmöglichkeiten?
Dr. Uwe Mazura: Ein wichtiger Bereich der Branche ist und bleibt die Bekleidungsherstellung. Zwar werden die meisten Waren in Fernost und Osteuropa produziert, aber Design, Management, Personal, Vertrieb sowie Steuerung und Überprüfung der Produktion erfolgen von Deutschland aus.

Was raten Sie Beschäftigten, die eigene Wege gehen möchten?
Dr. Uwe Mazura: Beim Thema Selbstständigkeit im Traumberuf Modedesigner gilt: Die Konkurrenz ist groß. Ein sehr hohes Maß an Engagement, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative ist notwendig, um erfolgreich selbstständig zu werden. Eine fundierte Ausbildung, Networking und Praktika sind deshalb unabdingbar. Wer schon potenzielle Kunden kennt, hat es natürlich leichter.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Die Bekleidungsbranche bietet viele Möglichkeiten, sich selbstständig zu machen. Änderungs- und Maßschneider/innen etwa können ein eigenes Unternehmen gründen. Obwohl nicht verpflichtend, ist ein Meisterlehrgang empfehlenswert, um kaufmännisches Wissen zu erlangen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/tbf/bekleidung-2