Techniker – Foto- und Medien­technik

Ich habe gute Chancen, später an einer Fotoakademie als Dozent zu arbeiten.

In perfektem Licht

Er ist ausgebildeter Fotograf und kann zusätzlich den Techniker- und einen weiteren Abschluss vorweisen. Durch seine Qualifikationen verschaffte sich Daniel Horn (35) eine solide Basis für die Selbstständigkeit.

Sein Spezialgebiet ist Innenarchitektur, er ist in ganz Europa im Einsatz: Daniel Horn ist berufsbedingt häufig auf Tour. „Zu meinen größten Auftraggebern zählt ein großes Ladenbauunternehmen. Nach Fertigstellung eines Laden-Projektes reise ich dorthin und mache Fotos davon, wie das Konzept umgesetzt wurde“, erklärt der 35-Jährige. Er hat eine gute Auftragslage, abwechslungsreiche Arbeitstage und spannende Geschäftsreisen. Kurzum: Daniel Horn ist dort angekommen, wo viele Fotografen hinwollen. Doch der Weg dorthin war lang.

Nach seiner Berufsausbildung zum Fotografen assistierte er zunächst erfahrenen Fotografen. Dann nahm er am Oberstufenzentrum I-Technik Potsdam die Weiterbildung zum Foto- und Medientechniker in Angriff: „Ich wollte meine Fähigkeiten ausbauen, in neue Bereiche hineinschnuppern und eine zusätzliche Qualifikation erlangen“, erklärt er. Dass die zweijährige Vollzeit-Weiterbildung gebührenfrei ist, kam ihm entgegen. So konnte er mittels Meister-BAföG und seiner Assistententätigkeit den Lebensunterhalt finanzieren.

Nützliches Wissen

In der Qualifizierung wurde das Wissen aus der Berufsausbildung vertieft: Analoge und digitale Fotografie, Gestaltungslehre, Webdesign und Multimedia, Mediengestaltung und Technik, Postproduktion und Vorstufe sowie Prozess- und Qualitätsmanagement standen auf dem Stundenplan. Das Gesamtkonzept der Weiterbildung war laut Daniel Horn sehr stimmig. Neben den rein fachlichen Inhalten wurden weitere nützliche Kenntnisse vermittelt. Beispielsweise besuchte Daniel Horn einen Business-Englisch-Kurs, der ihm heute sehr zugutekommt: „Fremdsprachenkenntnisse sind gerade für einen Fotografen, der wie ich viel im Ausland arbeitet, sehr wichtig.“ Die Qualifizierung sei aufgrund der Doppelbelastung anstrengend gewesen, habe sich aber gelohnt.

Zusätzlich zum Technikerabschluss absolvierte er im Anschluss an die Weiterbildung auch noch die Prüfung zum Fotografenmeister – und war nun bestens für seine Tätigkeit gerüstet.

Im Rhythmus der Aufträge

Nach dem Abschluss wurde er häufig als Fotografenassistent beauftragt. Er sammelte nicht nur Berufserfahrung, sondern auch wertvolle Kontakte. So baute er sich einen eigenen Kundenstamm auf und startete in die Selbstständigkeit.

Steht ein neues Projekt an, erhält Daniel Horn zunächst ein Briefing. Die Beauftragung selbst erfolgt oft kurzfristig, Flexibilität ist daher Grundvoraussetzung in seinem Beruf. Vor Ort bespricht er sich dann mit der verantwortlichen Kontaktperson. Das kann etwa der Filialleiter sein, der ihm die Leute vorstellt und bei eventuellen Problemen hilft. Dann beginnt das Fotografieren, das bis zu zwölf Stunden pro Tag einnehmen kann. „Hinterher fahre ich mit den Fotos nach Hause, entwickele sie am Rechner und erstelle kleine Previews, damit der Kunde eine Vorauswahl treffen kann. Die gewünschten Bilder werden dann von mir feinbearbeitet.“ Er benutzt dafür spezielle Bildbearbeitungssoftware. Danach genießt Daniel Horn ein oder zwei freie Tage, bevor der nächste Auftrag ansteht.

Übrigens: Durch seinen Technikerabschluss hat er sich zusätzliche berufliche Perspektiven eröffnet: „Ich habe gute Chancen, später an einer Fotoakademie als Dozent zu arbeiten. Gerade im höheren Alter wäre das eine Option für mich.“ Daneben können Techniker und Technikerinnen in vielen weiteren Bereichen arbeiten, etwa in der Entwicklung und Fertigung von Fototechnik oder im Labor.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6462