Tierwirtschafts­meisterin – Rinder­haltung

Frühmorgens kümmere ich mich um die frisch abgekalbten Kühe, messe Fieber und sehe mir ihren Allgemeinzustand an.

Versorgung von Kuh und Kalb

Lisa Mittermeier (27) kümmert sich um rund 650 Kühe. Die Tierwirtschaftsmeisterin hat beispielsweise im Blick, wann welche Kuh Nachwuchs erwartet. Zusammen mit einer Kollegin sorgt sie für tiergerechte und effiziente Abläufe.

Ihr Vater hat einen landwirtschaftlichen Ackerbaubetrieb. Da lag Lisa Mittermeiers Berufswahl nicht fern: Von Kindesbeinen an wusste sie, dass sie in die Landwirtschaft gehen würde. Weil sie aber lieber mit Tieren als mit Pflanzen arbeiten wollte, absolvierte sie eine Ausbildung zur Tierwirtin der Fachrichtung Rinderhaltung bei der Agromil Agrar GmbH.

Nach dem Abschluss der Ausbildung wollte ihr Chef ihr mehr Verantwortung übertragen: Er legte ihr nahe, sich zusätzlich zur Tierwirtschaftsmeisterin der Fachrichtung Rinderhaltung weiterzubilden. Die Qualifizierung wurde unter anderem an der Fachschule für Agrarwirtschaft Stadtroda angeboten. „Das passte sehr gut, da ich mich weiterqualifizieren und den Fokus mehr auf den betriebswirtschaftlichen Aspekt meiner Tätigkeit legen wollte“, sagt sie.

Fit für Fach- und Führungsaufgaben

Zwei Jahre lang tauschte Lisa Mittermeier jeweils dienstags und mittwochs den Stall in Nobitz gegen die Schulbank. Diese Teilzeitvariante kam ihrem Arbeitsrhythmus sehr entgegen. „Für die Schultage und Exkursionen wurde ich von meinem Chef freigestellt“, ergänzt sie. Die Kosten in Höhe von 2.325 Euro zahlte sie aus privaten Rücklagen.

Die Fortbildungsinhalte waren thematisch unterteilt: Im fachspezifischen Teil ging es um Tierhaltung und -produktion sowie um Verfahrenstechnik. Behandelt wurden Themen wie Produktionsverfahren, Tiergesundheit und Vermarktung. Im Rahmen des fachübergreifenden Teils standen Betriebs- und Unternehmensführung auf dem Lehrplan. Lisa Mittermeier erwarb Kenntnisse in Fächern wie Kostenrechnung und -kalkulation, Finanzierungsplanung, Steuern sowie Recht und Sozialwesen. Im arbeitspädagogischen Teil ging es um Ausbildung und Mitarbeiterführung. „Das letzte halbe Jahr vor der Meisterprüfung war sehr straff. Da habe ich neben Arbeit und Lernen gerade noch meine beiden Pferde versorgen können“, erzählt sie. Obwohl sie es vorzog, alleine zu lernen, tauschte sie sich dennoch auch intensiv mit einigen Mitschülerinnen aus. Ihre Meisterprüfungsarbeit, in der sie eine Fruchtbarkeitsanalyse durchführte, musste sie vor einer Prüfungskommission verteidigen.

Mit Kugelschreiber und Fieberthermometer

Heute verbringt Lisa Mittermeier etwa die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Büro. Hier erstellt sie Dienstpläne – sie plant etwa die Einteilung der Melker und Fütterer. Seit ihrer Weiterbildung leitet sie zudem Auszubildende an.

In der übrigen Zeit ist die 27-Jährige im Stall und kontrolliert und überwacht die Tiere: „Frühmorgens kümmere ich mich um die frisch abgekalbten Kühe, messe Fieber und sehe mir ihren Allgemeinzustand an. In den ersten Tagen nach der Geburt brauchen die Kühe besondere Fürsorge.“ Die Herdenbestandskontrolle wird akribisch dokumentiert: Welche Kuh ist brünstig und somit bereit zum Besamen? Welches Tier ist trächtig? Bei welcher Kuh steht der Geburtstermin bevor?

Mehrmals wöchentlich bekommen die Rinder Besuch – montags vom Klauenschneider, dienstags vom Tierarzt. An diesen Tagen könne es auch mal richtig hektisch werden, aber Lisa Mittermeier gefällt das: „Kein Tag gleicht dem anderen. Ich habe Bewegung, frische Luft und Tiere, aber auch viel Kopfarbeit zu erledigen.“ Spannend sei es für sie, zu überlegen, wie sich betriebswirtschaftliche Maßnahmen umsetzen lassen. Mit entsprechenden Seminaren hält sich die Tierwirtschaftsmeisterin up to date.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/312