Pferdepflegerin

Ich übernehme das Auftrensen, das Satteln und das Striegeln des Pferdes.

Gute Pflege für edle Pferde

Eine Dressurausbildung ist für Pferd und Reiter gleichermaßen anspruchsvoll. Irena Schoo (30) trägt in einem Ausbildungsstall die Verantwortung dafür, dass Hannoveraner, Araber und Oldenburger bestens versorgt sind.

Die Liebe zu Tieren zeigt sich bei Irena Schoo beruflich wie privat: Die ausgebildete Pferdewirtin der Fachrichtung Pferdezucht, die zudem eine Ausbildung zur Tierarzthelferin absolviert hatte – nach einer Neuordnung des Berufs lautet die Bezeichnung mittlerweile „Tiermedizinische Fachangestellte“ –, hat selbst drei Pferde: „Ich empfinde das Leben mit Tieren als sehr entspannend. Darum wollte ich immer auch mit Tieren arbeiten.“ Mit diesem Hintergrund bringt sie die besten Voraussetzungen mit, um hochwertige Dressurpferde zu betreuen.

Ein Händchen für die Tiere

Während ihrer Zeit in einem Zuchtbetrieb war Irena Schoo in erster Linie für das Besamen der Zuchtstuten und für die Fohlen zuständig, übernahm aber auch pferdepflegerische Aufgaben. Dieser Bereich gefiel ihr besonders, sodass sie einige Zeit später zum Ausbildungs- und Dressurstall Vechtehof Egbers im Weser-Ems-Land wechselte, wo sie sich heute um die Pflege und Versorgung der Pferde kümmert.

Um Aufgaben in der Pferdepflege zu übernehmen, wird an vielen Höfen ein abgeschlossener Lehrgang zum Geprüften Pferdepfleger der Deutschen Reiterlichen Vereinigung vorausgesetzt. Da sie aber über eine Ausbildung zur Pferdewirtin sowie einige Jahre Berufserfahrung verfügte, wurde bei Irena Schoo auf den Nachweis des Lehrgangs verzichtet. Das dort vermittelte Wissen über Pflege und Fütterung, Stallhygiene und -einrichtung sowie das Wissen rund um Themenbereiche wie Hufe, Veterinärkunde, Arbeitsrecht und Tierschutzgesetze hatte sie sich im Rahmen ihrer Ausbildung und ihrer täglichen Berufspraxis angeeignet.

Weil aber jedes Gestüt und jedes Pferd anders ist, lernt sie in puncto Pferdepflege bis heute immer wieder dazu, wie sie selber sagt: „Schon bei der Fütterung gibt es Unterschiede: Dressurpferde brauchen im Gegensatz zu Zuchtstuten sehr energiereiches Futter, etwa hochwertiges Heu. Da Ausbildungspferde im Training oder bei Turnieren stark schwitzen, mischen wir dem Wasser Elektrolyte bei.“

Rundumbetreuung

Wenn Irena Schoo morgens um halb sieben in den Stall kommt, warten bereits 30 Pferde auf sie: „Das sind die Pferde der Familie Egbers sowie von privaten Einstellern.“ Zum Frühstück gibt es erst einmal Silage – durch Gärung konserviertes, hochwertiges Grünfutter – und Streicheleinheiten. Danach macht sich die Pferdepflegerin an das Entmisten der Ställe und das Einstreuen mit frischem Stroh – immerhin landen pro Tag bis zu 50 Kilogramm Pferdeäpfel in der Box. Nach einer Zwischenmahlzeit Kraftfutter bereitet Irena Schoo die Pferde auf das Training vor: „Ich übernehme das Auftrensen, also das Anlegen des Zaumzeugs, das Satteln und das Striegeln des Pferdes vor und nach dem Reiten.“ Auch die Hufe müssen ausgekratzt werden, weil Steine, Dreck und Stallmist sich festsetzen und zu Infektionen führen könnten. Die 30-Jährige kennt die ihr anvertrauten Pferde genau: Sie merkt sofort, wenn es ihnen nicht gut geht, und weiß, wann der Tierarzt kommen muss.

Mit dem Laufen an einer Leine – der sogenannten Longe –bereitet Irena Schoo Nachwuchspferde auf die Dressur-Anweisungen vor. „Einige Tiere betreue ich von klein auf: Es ist toll, zu sehen, wie sie sich entwickeln“, schwärmt sie. Der Arbeitstag ist durchaus fordernd, besonders wenn sich etwa mehrere Kaufinteressenten auf einmal ankündigen oder wenn Futter geliefert wird: „In der Pferdepflege muss man belastbar sein. Weil wir hier aber Hand in Hand arbeiten, läuft es sehr gut.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/538