Lager und Logistik

Wichtig in diesem Bereich

  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • kaufmännisches Denken
  • Kommunikationsstärke
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Durch ihre Arbeit stellen Fachkräfte im Bereich Lager und Logistik den Nachschub für die Produktion und den Handel sicher. Wenn Sie hier tätig sind, wissen Sie, wie man die Welt bewegt.

Von der Postkarte aus dem Sommerurlaub bis zur tonnenschweren Kraftwerksturbine: Ständig wird etwas transportiert, ob per Lkw, Schiff oder Flugzeug. Damit Pakete sicher ankommen oder der Materialnachschub für die Fabrik pünktlich angeliefert wird, braucht es Ihren Einsatz als Fachkraft für Lager und Logistik – am Hochregal sowie am Computer.

Funktionierende Logistikketten

Fachkräfte rund um Logistik und Lager zeichnen sich durch Überblicksdenken und eine systematische Arbeitsweise aus. Arbeiten Sie zum Beispiel in einer Spedition, dann kann es zu Ihren Aufgaben gehören, die Fahrten zu planen. Dabei sorgen Sie unter Beachtung der jeweiligen gesetzlichen Vorschriften für eine möglichst optimale Auslastung der Gespanne und planen Routen und Abläufe so, dass Leerfahrten vermieden werden. Arbeiten Sie die Zeitpläne aus, berücksichtigen Sie den Zeitaufwand für jeden einzelnen Arbeitsschritt, etwa für das Be- und Entladen der Lkw. Sie stellen durch Ihre minutiöse Planung sicher, dass die einzelnen Glieder der jeweiligen Logistikkette, für die der Einsatz unterschiedlicher Transportmittel nötig ist, reibungslos ineinandergreifen. Sie tragen dabei eine große Verantwortung, da von Ihren Planungen weitere Abläufe, etwa in der Produktion, abhängen.

Zahlen im Blick

Gehört es zu Ihrem Tätigkeitsbereich, Lagerbestände zu organisieren, dann haben Sie Wirtschaftlichkeit und Arbeitseffizienz immer im Blick. Zum Beispiel legen Sie für häufig benötigte Materialien einen größeren Bestand an oder weisen ihnen einen Lagerplatz mit schneller Zugriffsmöglichkeit zu. Die jeweiligen Daten zu den Beständen erfassen Sie über Warenwirtschaftssysteme und halten die Angaben stets aktuell. Sie wissen, wann Warennachschub zu ordern ist, in welcher Menge die Waren benötigt werden und wie hoch die aktuellen Marktpreise sind. Dadurch tragen Sie zum wirtschaftlichen Erfolg Ihres Arbeitgebers bei.

Lösung im Gespräch

Egal ob beim Beratungsgespräch mit Kunden oder der Abstimmung mit Fahrern und Lieferanten: Sie treffen immer den richtigen Ton. Logistische Konzepte im Rahmen von Präsentationen vorzustellen, bereitet Ihnen keine Mühe. In Verhandlungen mit Partnerunternehmen agieren Sie geschickt und erreichen so die gesteckten ökonomischen Ziele. Und treten Verzögerungen durch Staus oder Pannen auf, dann besprechen Sie das weitere Vorgehen mit allen Beteiligten. Auf Beschwerden von Kunden reagieren Sie angemessen und versuchen im Gespräch eine Lösung für das jeweilige Problem zu finden.

Orientierung zwischen Containern

Ein Schiff zu löschen, ist stets eine logistische Meisterleistung: Hunderte Container werden im Schichtdienst entladen und zwischengelagert, auf einem riesigen Areal türmen sich dann auf mehreren Ebenen die Güter. Dennoch finden Sie sich zwischen den gestapelten Containern problemlos zurecht. Zu diesem Zweck nutzen Sie gegebenenfalls Software für die Lagerhaltung, die Ihnen den Standort der jeweiligen Lieferung anzeigt. Aufgrund dieser Standortangaben finden Sie bei Bedarf schnell die eingelagerten Waren.

Portrait von Markus Olligschläger

Markus Olligschläger

Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung der Lieferketten für alle sichtbarer gemacht; ähnlich dem Blutkreislauf, ohne den der Organismus nicht funktioniert.

Markus Olligschläger, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr und Logistik

Herr Olligschläger, Wie sieht der Arbeitsmarkt für Logistiker*innen heute aus?
Markus Olligschläger: Logistik ist für sämtliche Wirtschaftsbereiche ein zentraler Erfolgsfaktor. Die bekannten Treiber wie z. B. Digitalisierung und Umwelt bzw. Klimaschutz sorgen für eine sehr dynamische Entwicklung der Arbeitsfelder. Deutschland bietet als von der Weltbank betitelter Logistikweltmeister in sämtlichen Logistikbereichen Unternehmen auf Spitzenniveau und damit beste Voraussetzungen für die berufliche Ausrichtung. Dies gilt sowohl auf regionaler, nationaler als auch internationaler Ebene in und für Unternehmen unterschiedlicher Größe.

Was hat sich in den vergangenen fünf Jahren verändert?
Markus Olligschläger: Megatrends wie etwa der stetig wachsende Onlinehandel verlangen nach neuen Lösungen. Die Vielfalt der logistischen Aufgaben nimmt ständig zu und ist längst nicht mehr nur unmittelbar güterbezogen. Logistiker koordinieren zum Teil „nur noch“ logistische Teilprozesse, ohne eigene Infrastruktur (z. B. Hotelbuchungsplattformen) und integrieren z. B. Daten- und Finanzierungdienstleistungen.

Was sollten Logistiker*innen heute können?
Markus Olligschläger: Wichtig ist die Bereitschaft zur Veränderung – das klingt trivial und zeitlos, ist aber von großer Bedeutung.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die Lieferketten ausgewirkt? Ist der Trend hin zu immer globaleren Supply Chains dadurch eventuell gebrochen?
Markus Olligschläger: Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung der Lieferketten für alle sichtbarer gemacht; ähnlich dem Blutkreislauf, ohne den der Organismus nicht funktioniert – den man meistens erst dann wahrnimmt, wenn ein Teil des Körpers Probleme bekommt. Der Respekt vor den Logistikleistungen, die oft im Hintergrund dafür sorgen, dass wir „alles“ für selbstverständlich nehmen können, ist stark gestiegen. Der Trend zu immer globaleren Supply Chains soll Kosten optimieren. Corona lässt diese Versorgungsketten weniger zuverlässig erscheinen. Längerfristig sind sicherlich auch Umweltfaktoren (z.B. CO2-Belastungen) oder technischer Fortschritt (z. B. 3-D-Druck anstelle langer Transportwege) mindestens ebenso bedeutsam.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. In einigen Berufen ist der Schritt in die Selbstständigkeit möglich. So können etwa Kaufleute für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen beziehungsweise für Spedition und Logistikdienstleistung ein eigenes Logistikunternehmen gründen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

http://berufsfeld-info.de/durchstarten/lager-transport-verkehr-2/lager-logistik-2