Keramik

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • technisches Verständnis
  • Kreativität
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Die Herstellung von Keramik gehört zu den wahrscheinlich ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Als Fachkraft haben Sie teil an der Tradition – und an der Zukunft dieses vielseitigen Werkstoffs.

Denkt man an Keramik, dann treten Bilder von gedeckten Tischen, von fein ziselierten Schmuckobjekten oder praktischen Gebrauchsgegenständen vor das geistige Auge. Doch decken solche Produkte nur einen kleinen Teil der Einsatzmöglichkeiten dieses Materials ab. Als Fachkraft in der Herstellung wissen Sie, dass es in vielen Bereichen, weit über den Haushalt hinaus, unverzichtbar ist. Und Sie wissen, was alles dazugehört, um aus einer unförmigen Masse ein Produkt herzustellen, das höchsten Qualitätsansprüchen genügt.

Qualität per Hand

Die Herstellung von keramischen Produkten ist Handarbeit – diese Aussage galt lange uneingeschränkt, infolge der industriellen Produktion trifft sie mittlerweile nur mehr bedingt zu. Dennoch: Arbeiten Sie beispielsweise in einem spezialisierten handwerklichen Betrieb, dann erfolgen viele Arbeitsschritte nach wie vor per Hand – von der Formung der Masse über die Herstellung von Schablonen bis zur Verzierung der Werkstücke. Mit den entsprechenden Werkzeugen gehen Sie routiniert um.

Anlagen im Griff

Während im Handwerk manuelle Tätigkeiten überwiegen, wird im Rahmen der industriellen Fertigung bei vielen Arbeitsschritten auf automatisierte Anlagen gesetzt, vor allem bei der Produktion von technischer Keramik, die mittlerweile in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommt. Sind Sie als Fachkraft in diesem Arbeitsfeld tätig, dann steuern und überwachen Sie die einzelnen Maschinen einer Fertigungsstraße. Sie achten auf die Produktionsparameter und greifen ein, sobald sich Abweichungen ergeben, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen. Treten Fehler an den Anlagen auf, dann ermitteln Sie die jeweilige Ursache und führen kleinere Reparaturen selbstständig durch. Außerdem warten Sie die Produktionseinheiten in regelmäßigen Abständen.

Ideen für Formen

Keramik soll schön sein – gerade wenn sie für den Tisch oder als Dekorationsobjekt gedacht ist. Arbeiten Sie als Fachkraft an der Herstellung solcher Werkstücke, dann sind Ihre Ideen und Ihr ästhetisches Empfinden gefragt. Sie entwickeln klassische oder moderne Formen, stimmen Farbton und Muster gemäß der gewünschten Anmutung ab. Je nach konkretem Arbeitsbereich erstellen Sie auch Einzelstücke auf Kundenwunsch. Die entsprechenden Vorstellungen besprechen Sie mit Ihren Auftraggebern und realisieren sie mit viel Sorgfalt und Sachverstand.

Skizzen und Pläne

Bis ein keramisches Produkt fertig ist, ist es ein langer Weg – sowohl in der industriellen Fertigung als auch im Handwerk. Auf der Grundlage von gestalterischen Ideen beziehungsweise den jeweiligen Einsatzbereichen erstellen Sie als Fachkraft möglicherweise Entwurfsskizzen. Diese entwickeln Sie schrittweise weiter, bis alle Anforderungen an Form und Funktion erfüllt sind. Dann erstellen Sie technische Zeichnungen beziehungsweise Baupläne, die die Grundlage für die Herstellung darstellen. In der Produktion halten Sie sich genau an die entsprechenden Planungsvorgaben. Bereits anhand entsprechender Unterlagen können Sie eine Vorstellung vom fertigen Werkstück entwickeln, noch bevor der erste Fertigungsschritt erfolgt ist.

Portrait von Christoph René Holler

Christoph René Holler

Die Fachkräfte sollten branchenübergreifende Fähigkeiten besitzen.

Interview mit Christoph René Holler vom Verband der Keramischen Industrie

Herr Holler, in welchen Bereichen ist die deutsche Feinkeramische Industrie führend, und wo entstehen zurzeit neue Arbeitsplätze?
Christoph René Holler: Deutschland ist in den Bereichen der Porzellanherstellung und der Technischen Keramik führend. Die Porzellanindustrie hat einen Strukturwandel durchlebt; die weltweit bekannten deutschen Marken konnten sich aber behaupten. So werden auch in Zukunft Fachkräfte benötigt. Die Technische Keramik befindet sich in den letzten Jahren auf einem Wachstumskurs. Die Nachfrage nach den Produkten dieser Sparte ist sehr groß, und die deutschen Unternehmen konnten ihre Umsätze im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppeln. Natürlich wurden hier auch neue Arbeitsplätze geschaffen.

Wie wichtig ist die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten?
Christoph René Holler: Sehr wichtig. Der Trend geht ganz klar hin zu immer besser ausgebildeten und qualifizierten Beschäftigten, der Besuch von Weiterbildungen wird immer wichtiger. Die Aufgaben haben sich im Vergleich zu früher stark verändert, denn die Betriebe setzen immer mehr auf eine Automatisierung der Abläufe. Die Arbeitsschritte an sich bleiben zwar gleich, aber die Arbeitsorganisation ändert sich völlig. So sind die Ausbildungsinhalte heute viel breiter, und die Fachkräfte sollten branchenübergreifende Fähigkeiten besitzen. Wer bereits eine Ausbildung hat, der muss sich weiterbilden. In unserer Industrie ist Weiterbildung heute mehr denn je gefragt.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Im handwerklichen Bereich ist die Gründung einer eigenen Werkstatt durchaus üblich. Im Industriebereich sind die Hürden aufgrund der notwendigen Investitionen natürlich wesentlich höher. In jedem Fall unabdingbar sind kaufmännische Kenntnisse und eine vielversprechende Geschäftsidee. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

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