Baustoffe und Natursteine

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • Daueraufmerksamkeit
  • technisches Verständnis
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Ohne Baumaterialien kein Bau. Als Fachkraft in der Gewinnung und Aufbereitung von Baustoffen beziehungsweise Natursteinen liefern Sie die Rohstoffe für Neukonstruktion und Sanierung.

Mit schwerem Gerät, moderner Produktionstechnik oder chemischen Verfahren werden sie gewonnen, zum Einsatz kommen sie in ihren unterschiedlichen Formen praktisch überall. Baustoffe sind die Grundlage für die Errichtung von Wolkenkratzern und Einfamilienhäusern, von Autobahnen und Gehwegen. Als Fachkraft investieren Sie Ihr Können und Ihren Schweiß in die Gewinnung und Aufbereitung der Rohstoffe, ohne die weder eine moderne Infrastruktur noch zeitgemäße Gebäude möglich wären.

Hand an den Maschinen

Trotz technischem Fortschritt laufen viele Arbeitsschritte in Ihrem Berufsbereich noch per Hand ab, beispielsweise wenn die Oberflächen von Natursteinen mit Fräs-, Schleif- und Poliermaschinen bearbeitet werden sollen. Die entsprechenden Werkzeuge führen Sie sicher und routiniert. Arbeiten Sie in der industriellen Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen, so verwenden Sie Spezialwerkzeuge, mit denen Sie die jeweiligen Produktionsanlagen für die anstehenden Herstellungsschritte umrüsten. Auch warten Sie die Maschinen und führen kleinere Reparaturen selbst durch. Die Produktion, die häufig im Schichtbetrieb läuft, darf nicht stillstehen.

Anlagen im Blick

Die Produktionsprozesse sind komplex, häufig arbeiten Sie in einem Team aus Fachkräften, die jeweils spezifische Aufgaben erfüllen. Konzentriert gehen Sie Ihren Tätigkeiten nach und achten beispielsweise bei der Gewinnung von Natursteinen genau auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen. Um die Qualität der erzeugten Baustoffe sicherzustellen, haben Sie die Produktionsanlagen immer im Blick und halten sich genau an die vorgeschriebenen Rezepturen, etwa bei der Abmischung von Beton. Treten Abweichungen von den Vorgaben auf, reagieren Sie schnell und gewährleisten damit fehlerfreie Produkte, auf die man bauen kann. Je nach konkretem Einsatzbereich kontrollieren Sie zudem die Güte der Rohstoffe.

Nicht ohne Technik

Automatisierung und computergestützte Produktion schreiten in Ihrem Tätigkeitsbereich immer mehr voran. Kein Problem für Sie – die entsprechenden Anlagen bedienen Sie routiniert und konfigurieren diese gemäß der jeweils anstehenden Produktionscharge beziehungsweise gemäß denjeweiligen Umwelteinflüssen. Zudem können Sie die Ursachen für möglicherweise auftretende Fehler in der Steuerung eingrenzen und diese entweder selbst beheben oder das technische Fachpersonal bei der Reparatur unterstützen.

Produktion nach Plan

Jeder Abbaubereich ist anders. Gemein ist ihnen jedoch, dass immer nach genauen Abbauplänen gearbeitet wird. Aus den entsprechenden Unterlagen lesen Sie alle wichtigen Informationen heraus und halten sich genau daran. Je nach Ihrem konkreten Beruf erstellen Sie auch selbst entsprechende Vorlagen. Sind Sie in die logistischen Prozesse in Zusammenhang mit dem Abbau eingebunden, dann nutzen Sie durch genaue Planung die zur Verfügung stehende Lager- beziehungsweise Transportkapazität sowie die Produktionsmittel so effizient wie möglich.

Portrait von Thomas Loders.

Thomas Loders

Die Entwicklung geht hin zu intelligenten Bauteilen.

Interview mit Thomas Loders, Geschäftsführer der ­Fachabteilung Beton- und Fertigteilwerke im ­Bayerischen Industrieverband Steine und Erden

Herr Loders, wie stehen aktuell die Chancen für Fachkräfte in der Baustoffindustrie?
Thomas Loders: Die Chancen für ausgebildete Arbeitnehmer sind gut. Viele Beschäftigte kommen ja immer noch aus dem angelernten Bereich, und wer eine Ausbildung gemacht hat, zum Beispiel als Verfahrensmechaniker oder Betonfertigteilbauer, der ist eigentlich schon als Fachkraft der mittleren Führungsebene qualifiziert und wird dann auch so eingesetzt.

Bei welchen Berufsbildern gibt es im Moment Neuerungen?
Thomas Loders: Der Ausbildungsberuf Verfahrensmechaniker ist ja an sich relativ jung. In den ersten zwei Jahren läuft die Ausbildung für alle Herstellungsbereiche gleich ab, im dritten Jahr kommt dann die ausbildungsspezifische Fachrichtung dazu. Für diese Ausbildung ist an der Berufsschule Wiesau bereits ein Meisterkurs in Vorbereitung.

Wo gibt es denn im Moment in der Baustoffindustrie Innovationen?
Thomas Loders: Da kann ich hauptsächlich für meinen Bereich sprechen, für die Betonfertigteile. Hier geht die Entwicklung hin zu intelligenten Bauteilen, zum Beispiel Klimadecken, in die schon die notwendigen Kühl- und Heizrohre eingearbeitet sind. Das sind Produktionsprozesse, die natürlich in einem Werk wesentlich leichter zu handhaben sind als auf der Baustelle. Es gibt auch innovative Unternehmen, die mit neuen Produkten arbeiten, zum Beispiel mit ultrahochfesten Betonen. Gerade in diesem Bereich gibt es viel Fortschritt und Innovation.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Nötig hierfür sind neben einem fundierten Fachwissen auch kaufmännische Kenntnisse und eine gute Geschäftsidee. Weiterbildungen, etwa zum/zur Meister/in oder Techniker/in, bilden eine gute Grundlage. Im zulassungspflichtigen Steinmetzhandwerk ist der Meistertitel sogar verpflichtend. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/keramik-baustoffe-bergbau-2/baustoffe-und-natursteine-2