Saunameister

Ich denke mir immer wieder neue Specials aus.

Mehr  als nur ein Aufguss

Saunameister Ricardo Noll (31) sorgt dafür, dass seine Gäste ihren Saunagang genießen können – er kümmert sich um die Technik genauso wie um die Hygiene und berät in Gesundheitsfragen.

Ricardo Noll arbeitet als stellvertretender Bäderleiter und Saunameister beim Familienbad Cuppamare in Kuppenheim in Baden-Württemberg. Für die Gäste sei der Aufguss immer der Höhepunkt eines Saunaganges, sagt er: „Ein guter Aufguss bietet Entspannung, gesundheitliche Erholung und natürlich Spaß.

Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe bei einer Therme in Leipzig und betreute dort über mehrere Jahre die Gäste des Schwimmbades und der Sauna.

Wissen, wie der Körper tickt

Im Anschluss wechselte er zu seinem heutigen Arbeitgeber und machte eine Weiterbildung zum Meister für Bäderbetriebe und später eine zusätzliche zum Saunameister. „Ich hatte auch vorher schon vor allem im Saunabereich gearbeitet, und wollte mich dann im Hinblick auf die Theorie weiterbilden“, sagt Ricardo Noll. Die Weiterbildung zum Saunameister an der Akademie für Aus- und Fortbildung im Badewesen des Deutschen Sauna-Bundes e.V. dauerte zwei Wochen.

„Man kann den Meister an verschiedenen Standorten machen“, erzählt der 31-Jährige. „Ich habe ihn bei einem Schwimmbad in Leipzig gemacht und mein Arbeitgeber hat mich dafür freigestellt.“ Die Gebühren in Höhe von etwa 2.000 Euro bezahlte er selbst. „Der Unterricht lief jeweils von montags bis freitags, von morgens bis zum späten Nachmittag. Wir haben viel theoretisches Wissen im medizinischen beziehungsweise physiologischen Bereich erhalten: über die Herztätigkeit, den Blutkreislauf, die Atmung, den Stoffwechsel und den Mineralhaushalt des menschlichen Körpers.“ Auch Planungs- und Marketingkonzepte, Rechtsgrundlagen, Technik von Saunaanlagen und Betriebswirtschaft waren Teil der Weiterbildung, die mit einer praktischen Prüfung abschloss.

Die Gäste haben Fragen

Ricardo Noll profitiert inzwischen jeden Tag von den erworbenen Kenntnissen. „Die helfen mir heute ungemein weiter, wenn die Gäste Fragen stellen“, sagt er. „Sie interessieren sich sehr für die Zusammensetzung der Aufgüsse und dafür, welchen Effekt sie auf den Körper haben."

Für jeden Gast kann der Saunameister individuell berechnen, wie oft, wie lange und bei welchen Temperaturen er in die Sauna gehen sollte. „Dazu gehört natürlich auch, dass ich die Gäste über mögliche Risiken aufkläre, etwa wenn sie Herz- oder Kreislaufbeschwerden haben“, erklärt er. „Außerdem überwache ich die Funktion der technischen Anlagen, kontrolliere Temperaturen und Wasserqualität. Ganz besonders muss ich auch auf die Hygienevorschriften achten“, sagt der Saunameister. Daneben plant er in seiner Funktion als stellvertretender Bäderleiter auch den Personaleinsatz, erledigt die Abrechnung und erstellt Besucherstatistiken. Ricardo Noll ist in Schichtarbeit tätig – er arbeitet entweder von 7 bis 15 Uhr oder von 14 bis 22 Uhr. Wenn er am Wochenende arbeiten muss, erhält er dafür unter der Woche einen freien Tag.

Auch um die kreative Gestaltung des Angebots kümmert sich der Saunameister. „Ich denke mir immer wieder neue Specials aus und kann dabei auch den Ablauf gestalten – zum Beispiel bei der Mitternachtssauna, bei den Meditationstagen oder bei besonderen Themenabenden.“ Dabei nutzt er wiederum spezielle Aufgüsse: „Eis, Salz, Honig, Birke – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt“, sagt Ricardo Noll, der im letzten Jahr auch noch eine Weiterbildung zum Spa- und Wellness-Manager abgeschlossen hat.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/8742