Fach­wirtin – Handel

Ich halte mich über neue Produkte auf dem Laufenden und prüfe, ob sie für unser Sortiment infrage kommen.

Aufstieg im Einzelhandel

Nach der Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel und einer internen Fortbildung wurde Anja Sophie Jansen (25) Marktleiterin. Dank der zusätzlichen Weiterbildung zur Handelsfachwirtin konnte sie noch mehr Verantwortung übernehmen.

Anja Sophie Jansen absolvierte bei EDEKA eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel – und hatte schon damals weiterführende Pläne: „Ich wusste von Anfang an, dass ich in meinem Ausbildungsbetrieb weiter Karriere machen wollte“, sagt sie. Nach einem internen Qualifizierungsprogramm, das die Teilnehmer auf eine Tätigkeit als Marktleitung vorbereitete, entschied sie sich für eine Weiterbildung zur Handelsfachwirtin. „Eine Fortbildung mit Abschluss war mir sehr wichtig“, erklärt sie. Das Angebot der Juniorengruppe ihres Arbeitgebers war für sie ideal – ein von der Akademie Deutscher Genossenschaften zertifizierter Abschluss plus speziell auf die internen Bedürfnisse im Unternehmen ausgerichtete Inhalte.

Weiterbildung neben Vollzeitjob

Bei ihrem heutigen Arbeitgeber, dem selbstständigen Kaufmann Sven Fiedler in Kiel, der Inhaber des entsprechenden Marktes ist, war Anja Sophie Jansen schon während ihrer Qualifizierung zur Marktleiterin beschäftigt: „Im Einzelhandel ist es möglich, schnell Karriere zu machen – so habe ich mit wenigen Jahren Berufserfahrung schon eine Führungsposition gehabt."

Ihre rund zweijährige Weiterbildung zur Handelsfachwirtin absolvierte Anja Sophie Jansen berufsbegleitend: „Wir hatten sieben Blockseminare pro Jahr, die jeweils eine Woche dauerten.“ Dafür wurde sie von ihrem Arbeitgeber freigestellt; er übernahm auch die Kosten der Weiterbildung. Sie beschäftigte sich unter anderem mit Unternehmensführung und -steuerung, Handelsmarketing, Führung und Personalmanagement sowie Beschaffung und Logistik. Zusätzlich legte sie die Ausbildereignungsprüfung ab: „Das war ein echtes Highlight für mich, denn bald darauf prüfte ich für die Industrie- und Handelskammer zu Kiel.“ Um den umfangreichen Stoff zwischen Früh- und Spätschicht zu bewältigen, waren Eigeninitiative und Disziplin gefragt: „Ich strukturierte jeden Tag inklusive Wochenende komplett durch und plante feste Lernzeiten ein.“

Von Buchhaltung bis Mitarbeiterführung

Mittlerweile hat sie ein breites Aufgabenfeld, für das Teamgeist, Organisationstalent und Belastbarkeit gefragt sind. In der Frühschicht prüft sie als Erstes die Frische von Obst und Gemüse und die Warenpräsentation. Dann folgen organisatorische Tätigkeiten: „Ich spreche mit Handelsvertretern und Firmen. Zudem halte ich mich über neue Unternehmen, Anbieter und Produkte auf dem Laufenden und prüfe, ob sie für unser Sortiment infrage kommen.“ Hat es ein Produkt in die Regale des Marktes geschafft, verantwortet sie die weitere Betreuung und Abwicklung der Prozesse – von der Bestellung über die Platzierung im Markt bis zur Buchhaltung. Zudem leitet sie das Programm zur Umsetzung von Hygienevorschriften: „Hier ist aufgrund neuer internationaler Standards für Zertifizierungen und Lebensmittelkennzeichnung viel zu beachten.“ Auch die Betreuung von Sonderprojekten wie Angebots- und Werbeaktionen sowie ein Pilotprojekt für den Onlineshop fallen in ihren Bereich.

Was Personalaufgaben betrifft, ist sie mit drei weiteren Marktleitern für die Personaleinsatz-, Urlaubs- und Vertretungsplanung der 80 Angestellten zuständig. Im Tagesgeschäft fungiert sie als Ansprechpartnerin bei Fragen oder Problemen. Ihr Steckenpferd ist die Ausbildungsarbeit: „Ich betreue unsere sechs Auszubildenden. Im Aus- und Weiterbildungsbereich möchte ich mich gern noch mehr engagieren, denn gut geschulte Mitarbeiter sind sehr wichtig, um den Kunden täglich den besten Service und eine optimale Beratung zu bieten.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6535