Installateur- und Heizungsbauer­meisterin

Zusammen mit einem Kollegen habe ich die Verantwortung für zehn Monteure und zwei Auszubildende.

Heizungsanlagen aus Meisterhand

Welche Heizung hat einen hohen Nutzwert, welche Brennertechnik ist zu empfehlen? Stefanie Rickert (34) kennt die Antwort auf solche Fragen. Die Installateur- und Heizungsbauermeisterin ist in der Kundenberatung und auf Baustellen tätig.

Stefanie Rickert ist ausgebildete Zentralheizungs- und Lüftungsbauerin – der Ausbildungsberuf wurde in der Zwischenzeit neu geordnet, der entsprechende Abschluss ist heute „Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“. Seit ihrer Ausbildung arbeitet sie in der Firma ihrer Familie im fränkischen Hallerndorf. Um beruflich weiterzukommen und selbst Mitarbeiter ausbilden zu können, entschied sie sich für die Weiterbildung zur Installateur- und Heizungsbauermeisterin.

Ihr Ziel – den Bereich Sanitär und Heizung des Familienbetriebes zu übernehmen – hat sie mittlerweile erreicht. Ihr Vater und ihr Bruder wiederum konzentrieren sich auf den Elektrobereich. Im Wesentlichen ist Stefanie Rickert heute für die Planung, den Einbau und die Wartung von Heizungs- und Sanitäranlagen zuständig. „Zusammen mit einem Kollegen habe ich die Verantwortung für zehn Monteure und zwei Auszubildende.“

Viel Fach- und Hintergrundwissen

Grundlage dafür war unter anderem die Meisterweiterbildung, die sie an der Handwerkskammer für Oberfranken in Bayreuth absolvierte. Diese gliederte sich in vier Teile. Der erste bestand aus fachbezogener Praxis – mit Kursen zu Themen wie Schweißen oder Einstellen eines Brenners. Zudem ging es um Planung und um die Erstellung von technischen Zeichnungen. Im zweiten Teil stand die fachbezogene Theorie auf dem Plan. Dabei wurden den Teilnehmern unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Brandschutz sowie gesetzliche Normen und Regelungen vermittelt. Der dritte Teil der Weiterbildung umfasste vor allem kaufmännische Aspekte, beispielsweise Buchhaltung. Im vierten Teil erwarb Stefanie Rickert schließlich den Ausbildereignungsschein. Die Abschlussprüfung beinhaltete einen Theorie- und einen Praxisteil: „Die Meisterprüfung war anspruchsvoll, aber ich habe sehr viel Fach- und Hintergrundwissen gesammelt, das mir in der Berufspraxis täglich zugutekommt“, sagt sie.

Insgesamt dauerte die Qualifizierung etwas mehr als ein Jahr in Vollzeit. Dafür wurde sie vom Unternehmen freigestellt. Ihren Lebensunterhalt finanzierte sie aus privaten Rücklagen. Um die Kosten für die Weiterbildung in Höhe von über 6.000 Euro zu decken, beantragte sie BAföG.

Viel Verantwortung

Stefanie Rickerts Arbeitstag ist abwechslungsreich. Einerseits erledigt sie die anfallenden Büroarbeiten, etwa die Erstellung von Angeboten, die Bestellung von Material oder die Abrechnung der Projekte. Andererseits ist sie aber auch oft unterwegs. So stehen beispielsweise Besprechungen beim Kunden vor Ort an. Auf den Baustellen hat sie die Leitung inne: „Alles aus Meisterhand sozusagen. Im Gegensatz zu früher habe ich, gerade in meiner Funktion als Vorgesetzte, natürlich eine höhere Arbeitsbelastung. Alle technischen Fragen von Mitarbeitern und Kunden gehen an mich, aber gerade das macht mir viel Freude und ist sehr abwechslungsreich."

Für die Tätigkeit als Meisterin seien Führungsfähigkeiten gefragt, zudem natürlich handwerkliches Geschick und Freude am Umgang mit Menschen, wie die 34-Jährige sagt. Gerade im Heizungs- und Sanitärbereich habe man sehr viel mit Kunden zu tun.

Was ihre berufliche Zukunft anbelangt, so denkt sie über eine zusätzliche Qualifizierung nach, um sich erweiterte kaufmännische Kenntnisse anzueignen. Dies ist etwa mit einer Weiterbildung zur Betriebswirtin im Handwerk möglich.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14373