Betriebsleiterin – Hotel/Gast­stätten

Durch den Nebenjob habe ich den Kontakt zur Arbeit und zu den Gästen nicht verloren.

Veranstaltungen im Hotel

Von der Tagung bis zur Hochzeit – in Hotels finden die unterschiedlichsten Veranstaltungen statt. Fachkräfte wie Melanie Niggemann (26) organisieren sie. Die Kenntnisse für ihre Führungs- und Organisationsaufgaben eignete sie sich in einer Weiterbildung an.

Nach ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau arbeitete Melanie Niggemann über einen Zeitraum von zwei Jahren an der Rezeption eines Hotels. Doch wollte sie nicht auf der Stelle treten, sondern Neues dazulernen und beruflich weiterkommen. Sie informierte sich über mögliche Qualifizierungen und stieß bei einer Internetrecherche auf die Weiterbildung zur Betriebsleiterin der Fachrichtung Hotel und Gaststätten. Die Entscheidung war schnell getroffen: Melanie Niggemann gab ihren damaligen Job auf und widmete sich ganz der Weiterbildung.

Unternehmensgründung und Mitarbeiterführung

Die Weiterbildung dauerte insgesamt zwei Jahre. Der Unterricht fand montags bis freitags von acht bis fünfzehn Uhr statt. „Das war definitiv eine Umstellung“, erinnert sich die heute 26-Jährige.

Für die Qualifizierungsmaßnahme an sich fielen keine Kosten an, aber sie musste ihre Lebenshaltungs- und Fahrtkosten finanzieren. Sie bekam BAföG in Höhe von 450 Euro monatlich und verdiente sich als Restaurant-Aushilfe etwas dazu. „Das war auch eine willkommene Abwechslung, denn durch diesen Nebenjob habe ich den Kontakt zur Arbeit und zu den Gästen nicht verloren.“

Das Lernen fiel ihr nicht schwer. Im Unterricht ging es unter anderem um Management, Kommunikation und Marketing. Die Teilnehmer beschäftigten sich beispielsweise damit, wie man eine Unternehmensgründung plant. Sie analysierten dafür den Markt, definierten die Bedürfnisse potenzieller Kunden, erstellten einen Businessplan und prüften, ob das so erdachte Unternehmen am Markt bestehen könnte. Sie analysierten auch die Angebote realer Firmen und entwickelten neue Produkte, die sie später vor Ort in den Unternehmen präsentierten. Mitarbeiterführung stand ebenfalls auf dem Lehrplan. Das Feedback, das Melanie Niggemann von Mitschülern und Dozenten bei Rollenspielen bekam, sollte sich als große Hilfe für ihren späteren Einsatz in der Praxis herausstellen.

Einfühlungsvermögen und Zahlenverständnis

Mittlerweile hat Melanie Niggemann einen Job, der ihren erweiterten Kenntnissen entspricht. Sie arbeitet im Hamburger NH-Hotel an der Horner Rennbahn und ist für ihr eigenes kleines Team verantwortlich. Als Banquet- und Veranstaltungsmanagerin organisiert sie Veranstaltungen. Von der Kundenanfrage bis hin zur Rechnungsstellung kümmert sie sich um alle entscheidenden Arbeitsschritte. Vier Mitarbeiter sind ihr dafür zugeteilt. Einen Großteil ihrer Arbeitszeit verbringt sie im Büro. Von dort aus steuert sie das Qualitätsmanagement ihres Bereichs. Sie arbeitet Hand in Hand mit der Direktion und den Abteilungsleitern, berät Kunden, erstellt individuelle Angebote und delegiert dann die einzelnen Arbeitsschritte, die für das Gelingen einer Veranstaltung nötig sind, an die entsprechenden Abteilungen.

Einfühlungsvermögen – sowohl gegenüber den Kunden als auch gegenüber den Mitarbeitern – hält Melanie Niggemann für unabdingbar in ihrem Job. Außerdem sei es wichtig, strategisch zu denken und Zahlenverständnis mitzubringen. Letzteres ist beispielsweise für die Angebotsberechnung wichtig.

Die Betriebsleiterin fühlt sich wohl in der Führungsebene eines großen Hotels und möchte weitere Erfahrungen in ihrem Tätigkeitsbereich sammeln. Was ihre berufliche Zukunft betrifft, so kann sie sich vorstellen, eines Tages als Direktionsassistentin zu arbeiten.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14520