Anpassungs­qualifizierung: Freiberufliches Arbeiten

Mein Auftritt im Internet muss so gestaltet sein, dass ich sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen erreiche.

Als Freie in Fremdsprachen

Die Übersetzerin und Dolmetscherin Arlette Forstmeier (25) machte sich nach ihrem Abschluss selbstständig. In sogenannten Webinaren – Seminaren, die online gehalten werden – lernte sie, wie sie ihre Dienstleistung als Marke etablieren und Kunden akquirieren kann.

Arlette Forstmeier absolvierte eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und machte in der Folge ihren Abschluss als Staatlich geprüfte Übersetzerin und Dolmetscherin an einer Fachakademie. Sie beschloss dann, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Um sich zusätzliches Wissen für eine erfolgreiche freiberufliche Tätigkeit anzueignen, suchte sie nach entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen.

Weiterbildung in der virtuellen Welt

Kollegen gaben ihr den Tipp, dass sie sich in Webinaren gezielt Kenntnisse aneignen könnte – besonders in solchen, die von den Berufsverbänden ihrer Branche angeboten werden. Die Vorteile dieser Art der Qualifizierung: Die entsprechenden Inhalte sind von zu Hause abrufbar. Und man bleibt währenddessen erreichbar für Kunden. In einem dieser Online-Seminare beschäftigte sich Arlette Forstmeier etwa mit der Preiskalkulation. In einem anderen Webinar befasste sie sich damit, wie man sich als Marke auf dem Markt etablieren kann – sucht man heute im Internet nach „tradette“, so stößt man direkt auf ihr Angebot.

Die Preise für die interaktiven Kurse variieren – manche sind kostenlos, andere kosten zwischen 20 und 60 Euro. Auch für ihre Profile in sozialen Netzwerken waren Tipps aus Webinaren wertvoll: „Der Auftritt im Internet muss so gestaltet sein, dass ich damit sowohl Einzelpersonen als auch kleine und mittelständische Unternehmen erreiche."

Vielfältige Aufgaben

Als freiberufliche Übersetzerin arbeitet Arlette Forstmeier vor allem am Computer und nutzt für ihre Arbeit branchenspezifische Software. Normalerweise bearbeitet sie ihre Aufträge täglich von acht Uhr früh bis abends um sechs. „Ich habe mir von Anfang an diesen Plan gemacht. Es war mir wichtig, dass ich wirklich strukturiert die acht Stunden arbeite“, erklärt sie. Wenn allerdings mehr Arbeit anfällt und Aufträge bis zu einem bestimmten Termin dringend fertiggestellt werden müssen, dann weicht sie von diesen Arbeitszeiten ab – und legt Nachtschichten ein oder arbeitet am Wochenende.

Die Leistungen, die die 25-Jährige anbietet, sind vielfältig. Neben allgemeinen Französisch-Deutsch-Übersetzungen gehören auch beglaubigte Übersetzungen sowie technische Übersetzungen dazu. In Zusammenhang mit Letzteren verfügt sie über fachbezogene Kenntnisse in den Themengebieten Elektrotechnik, Elektronik und Informatik. Ebenso gehören Verhandlungsdolmetschen, Vortragsdolmetschen und Simultandolmetschen zu ihrem Angebot. Und sie übernimmt als öffentlich bestellte und allgemein beeidigte Übersetzerin und Dolmetscherin auch Einsätze vor Gericht, bei Notaren oder Behörden.

Neben der Bearbeitung von Aufträgen muss sich die Selbstständige noch um etliche weitere Dinge kümmern, etwa um Rechnungsstellung, Marketing und Kundenakquise. Um neue Kunden zu gewinnen, nutzt sie nicht nur sämtliche Möglichkeiten, die ihr das Internet bietet, sondern besucht auch Fachmessen. Die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, sei in ihrem Beruf unverzichtbar, wie Arlette Forstmeier ausführt. Außerdem sei Durchhaltevermögen gefragt – und der Wille, sich beständig neues Wissen anzueignen.

Was die Webinare betrifft, so habe sie dadurch nicht nur wichtige Kenntnisse für eine erfolgreiche Selbstständigkeit erhalten, sondern gehe seither auch anders mit der wechselnden Auftragslage um: Inzwischen verunsichert es sie nicht mehr, wenn an einem Tag keine Aufträge hereinkommen. Dann gelte es einfach, die Ärmel hochzukrempeln und den nächsten Auftrag an Land zu ziehen.

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