Mediator/in

Ich kann mit Menschen in Kontakt bleiben und erfolgreich sein.

Eine andere Haltung zu Konflikten entwickeln

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, in ihrer Arbeit als Sozialpädagogin Konflikte von Menschen zu lösen, stieß Sosan Azad (52) auf Mediation. Bereits im Rahmen der berufsbegleitenden Weiterbildung konnte sie die erlernten Instrumente erfolgreich einsetzen und beruflich aufsteigen.

Als Angestellte bei einem kirchlichen Träger arbeitete Sosan Azad in Berlin-Neukölln mit Jugendlichen und Heranwachsenden mit Migrationshintergrund. „Das waren Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren und soziale Probleme hatten“, berichtet die Sozialpädagogin. Parallel eröffnete sie ein Stadtteilbüro und musste hierbei unterschiedliche Vorstellungen zusammenbringen.

„Ich habe nach dem Handwerkszeug gesucht, um Probleme besprechbar zu machen und vielleicht sogar eine Lösung zu finden. Die Menschen sollten mitreden dürfen und einbezogen werden. Es ging mir um Beteiligungsprozesse und nicht um Paragraphen oder Gesetze“, sagt die 52-Jährige. Und dafür schienen ihr die Methoden der Mediation ideal.

Den passenden Weiterbildungsträger finden

Bei der Wahl einer passenden Weiterbildung zur Mediatorin ging es Sosan Azad vor allem darum, dass ihr die Inhalte in ihrer täglichen Arbeitspraxis nutzen. Die Weiterbildung sollte sie dazu befähigen, Basisarbeit zu leisten und mit Jugendlichen, Schulen und Eltern sowie mit ihren Kollegen und Kolleginnen Konflikte zu lösen. Ein weiteres Kriterium war die zeitliche Gestaltung, denn Sosan Azad wollte ihre Arbeit nicht unterbrechen und suchte deshalb nach einer berufsbegleitenden Qualifikation. Außerdem war ihr wichtig, dass der Bildungsträger in einem Fachverband organisiert und zertifiziert ist, damit sie sicher sein konnte, dass die Weiterbildung gewissen Standards entsprach. Und schließlich musste die Qualifizierung bezahlbar sein, weil ihr Arbeitgeber sich nicht an den Kosten beteiligte.

Sie entschied sich für eine 200-Stunden-Ausbildung, die über ein Jahr ging und am Wochenende stattfand. Das bot ihr die Möglichkeit, das Erlernte sofort in ihrem Arbeitsalltag umzusetzen. „So reflektierte ich die Methoden und meine Haltung immer wieder und bin langsam in eine Rolle hereingewachsen, die es mir möglich machte, in Konflikten zu vermitteln.“

Konflikte sind nichts Schlimmes

Alle vier bis sechs Wochen besuchte Sosan Azad zweieinhalb Tage die Schule und traf sich zur Vertiefung und zum Üben zusätzlich mit Mitschülern und -schülerinnen. In dieser Zeit lernte sie, Konflikte frühzeitig zu erkennen: „Man sagt ja, dass Konflikte krank machen, sowohl berufliche als auch private. Durch die Mediationsausbildung habe ich eine andere Haltung dazu entwickelt. Ich habe gesehen, dass Konflikte nichts Schlimmes sind, sondern  zum Leben dazugehören. Und ich habe gelernt, wie ich diese ansprechen kann, so dass mein Gegenüber das, was ich denke, auch annehmen und mit mir darüber reden kann.“

Erweitertes Tätigkeitsfeld

Sosan Azads Arbeitgeber stellte nach Beendigung ihrer Ausbildung bald fest, dass er ihre erworbenen Qualifikationen gut im Alltagsgeschäft gebrauchen konnte. Das Tätigkeitsfeld der Mediatorin änderte sich. Sie wurde mehr und mehr eingesetzt, um auch Probleme innerhalb des Unternehmens zu lösen. Ihre Entlohnung veränderte sich aber erst, als sie die Teamleitung übernehmen konnte: „Ich hatte eine interne Beratungsfunktion und wurde so eine Art Konfliktbeauftragte“, erzählt Sosan Azad.

Um ihre Mediatorentätigkeit auszuweiten, machte sie sich nach und nach selbständig. Sie reduzierte ihre Arbeitszeit und gründete ihr eigenes Unternehmen „Streit Entknoten GmbH“. „Als die selbstständige Arbeit immer mehr wurde, habe ich meine angestellte Tätigkeit ganz aufgegeben“, erzählt Sosan Azad, für die Mediation zum beruflichen Mittelpunkt geworden ist. „Mit meiner Mediationsausbildung habe ich etwas gefunden, wo ich mit Menschen im Kontakt bleiben kann und wo ich erfolgreich bin.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/130733