IT-Adminis­tration und -Koordination

Wichtig in diesem Bereich

  • analytisches Denken
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Kommunikationsstärke
  • technisches Verständnis

Was nützt das beste System, wenn es nicht läuft? Als Fachkraft in der IT-Administration und -Koordination sorgen Sie für funktionstüchtige IT, unterstützen Anwender und klären deren Anforderungen.

Morgens um halb zehn im Büro, der Rechner stürzt ab. Wenn Anwender*innen das passiert, dann fragen sie zuerst bei Ihnen nach – denn Sie haben den Überblick über die firmeneigene IT, wissen genau, wie Hard- und Software im Unternehmen beschaffen sind, und können den Kollegen in den verschiedenen Abteilungen meist schnell weiterhelfen.

Anforderungen und Probleme

Ohne Sie läuft nichts in einem modernen Unternehmen. Als IT-Administrator*in oder -koordinator*in kümmern Sie sich nicht nur um die Beschaffung und Wartung neuer Computersoft- oder -hardware, sondern auch um deren Vernetzung via Serverinfrastruktur – zunehmend bis in die Cloud. Dann sind Sie eher für Soft- und Hardwareschnittstellen, für die Nutzerverwaltung und die Organisation von Dienstleistungsverträgen von cloudbasierten Anwendungen zuständig: Für unternehmensweit eingesetzte Tools und Anwendungen ermitteln Sie die Anforderungen der einzelnen Abteilungen und suchen auf dieser Grundlage nach einer Marktlösung, die den funktionalen Zielsetzungen gerecht wird. Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt oder einen Service dann gefallen, begleiten Sie dessen Einführung im Unternehmen und arbeiten sich schnell in die jeweiligen Funktionen ein – schließlich werden die Anwender*innen künftig zunächst an Sie herantreten, wenn es Probleme mit dem System gibt. Sie klären die Ursachen für Funktionsfehler und kümmern sich in Abstimmung mit den Anbietern darum, dass Probleme rasch behoben werden.

Reibungslose Prozesse

Im Vorfeld der Einführung eines neuen Systems gilt es, einen genauen Plan über den Verlauf aufzustellen und diesen gegebenenfalls mit der Abteilungs- oder Geschäftsführung abzustimmen. Möglicherweise sind große Unternehmensbereiche von der Umstellung betroffen; es gilt festzustellen, welche Zeiträume am besten für die Umstellung genutzt werden können, um den laufenden Betrieb möglichst wenig zu stören. Teils arbeiten Sie deshalb auch außerhalb der Kernarbeitszeiten Ihres Betriebes. Wenn die Mitarbeitenden dann in das neue System eingeführt werden sollen, koordinieren Sie Schulungstermine in Abstimmung mit den einzelnen Abteilungen und dem jeweiligen Dienstleister, der die Schulungen durchführt. Auch planen Sie die regelmäßig durchzuführenden Wartungsarbeiten an der IT und Kommunikationstechnologie so, dass reibungsloses Arbeiten möglich ist.

Technik und Menschen

Im Computerraum den Server prüfen, Kabel austauschen, neue Monitore oder Drucker anschließen – das alles kann zu Ihren Aufgaben gehören, wenn Sie für kleinere Unternehmen arbeiten. Jedoch arbeiten Sie nicht nur an der Soft- und Hardware, sondern auch mit und für die Anwender*innen. Auch wenn diese im Homeoffice arbeiten, sind Sie gefragt, um einen Fernzugriff etwa auf Daten zu ermöglichen. Für Probleme haben Sie ein offenes Ohr und erläutern mit viel Geduld, wenn es mit dem Aufbau einer verschlüsselten Verbindung ins Firmennetzwerk oder dem Einloggen in ein browserbasiertes System nicht funktioniert. In der Kommunikation mit externen Dienstleistern vermitteln Sie zielgerichtet, welche Anforderungen an die Technologie erfüllt sein müssen. Treten Probleme auf, die Sie nicht beheben können, beschreiben Sie gegenüber dem Anbieter präzise, wie sich diese äußern, und tragen so zu einer schnellen Behebung bei.

Perfektes Zusammenspiel und Sicherheit

Sie wissen, wie die einzelnen Komponenten eines Systems funktionieren und können so das problemlose Zusammenspiel vieler Bausteine in- und außerhalb eines Firmennetzwerks sicherstellen. Sie haben beispielsweise auch im Blick, ob die Datensicherheit und der persönliche Datenschutz trotz Fernzugriff via Internettechnologie oder verschlüsselter Verbindung gegeben sind. Sie können also auch einschätzen, ob Firewalls installiert, Daten verschlüsselt oder Zugriffsrechte eingeschränkt werden müssen. Dringen Unbefugte ins Firmennetzwerk ein oder kommt es zu einem technischen Fehler, stellen Sie durch regelmäßige Backups sicher, dass Dateien rasch wieder hergestellt werden, damit Betriebsabläufe nicht gestört werden. 

Portrait von Juliane Petrich.

Juliane Petrich

Sicherheit spielt eine überragende Rolle.

Interview mit Juliane Petrich, Bitkom

Frau Petrich, wie beurteilen Sie die Zukunft im Bereich IT-Administration?
Juliane Petrich: Administratoren haben auch in absehbarer Zukunft wichtige Aufgaben. Daran ändert auch Cloud-Computing nichts. Allerdings sind die Tätigkeiten nicht mehr so kleinteilig wie früher. Die Betreuung einzelner Dienste ist oft einfacher geworden, während ihre Zahl und Vielfalt zugenommen hat. Neben der Verfügbarkeit spielt das Thema Sicherheit eine überragende Rolle. Administratoren benötigen heute ein umfangreiches Wissen über möglichst viele Systeme und Services. Sie beraten ihr Unternehmen auch hinsichtlich der Frage, welche Services hinzugekauft werden sollen.

Dabei sind Administratoren nicht auf reine IT-Unternehmen festgelegt?
Juliane Petrich: Richtig. Sie kommen in Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zum Einsatz. Gerade in mittelständischen Firmen besetzen sie häufig eine Schlüsselposition in der IT, die in großen Unternehmen auf mehrere Personen verteilt ist.

Welchen Stellenwert hat die Koordination von IT-Maßnahmen?
Juliane Petrich: Da die IT-Lösungen immer komplexer werden, wird auch die Koordinierung der IT-Services immer wichtiger. Es gibt in diesem Bereich eine Vielzahl an Aufgaben – vom Datenaustausch über die IT-Sicherheit und die Unterstützung des Projektmanagements bis hin zur strategischen Umsetzung von IT-Richtlinien.

Können solche Tätigkeiten auf den Aufstieg in die Führungsebene vorbereiten?
Juliane Petrich: Ja. In der IT-Koordination gabeln sich Fach- und Führungskarriere. Wer weiter in das Management aufsteigen will, sollte sich für Betriebswirtschaft und Managementtechniken interessieren. Außerdem sind Fähigkeiten in der Personalführung wichtig.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Wie in kaum einem anderen Berufsfeld bietet es sich im Bereich IT-Administration an, seine Kenntnisse als Dienstleister am freien Markt anzubieten. Diesen Schritt sollte man allerdings gut vorbereiten. Existenzgründerseminare und kaufmännische Weiterbildungen sind sehr zu empfehlen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

http://berufsfeld-info.de/durchstarten/computer-it/it-administration-und-koordination