Technikerin – Verkehrs­technik (Eisen­bahn­betrieb)

Durch das Hintergrund­wissen erkennt man Zusammenhänge viel schneller.

Geplanter Gleisverkehr

Christine Mark (45) absolvierte berufsbegleitend die Weiterbildung zur Verkehrstechnikerin. Der Abschluss verhalf ihr zu einer anspruchsvollen Tätigkeit.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Das dachte sich Christine Mark nach über 20 Jahren als Fahrdienstleiterin. Die Perspektive, sich beruflich noch einmal zu verändern, und auch die Möglichkeit, aus dem Schichtdienst auszusteigen, brachten sie dazu, sich über passende Weiterbildungen zu informieren.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft bietet für ihre Mitglieder eine Beratung an, in der Christine Mark mit ihrem Ansprechpartner das Für und Wider von Abschlüssen wie Fachwirt, Meister und Techniker erörterte. Inhaltlich sagte ihr die Techniker-Qualifizierung zu, zudem ließ sich diese gut mit ihrem Berufsalltag und dem Schichtdienst verbinden: „Die Technikerweiterbildung läuft zwar über vier Jahre, ist aber als Fernstudium konzipiert. Vier bis fünf Wochen im Jahr finden Präsenzveranstaltungen an der Fachschule in Gotha statt. In diesen Wochen wurde der Lernstoff intensiviert, Fragen beantwortet und Tests geschrieben.“ Zu Beginn eines Schuljahres bekam sie Lehrbriefe, die sie im Selbststudium durcharbeitete. Auch Hausaufgaben mussten angefertigt werden.

Gemeinsam im Fernstudium

Trotz des Selbststudiums, das vielfach gefordert war, fühlte sie sich nicht allein in der Qualifizierung: „Wir haben Lerngruppen gegründet, in denen wir nicht nur während der Kurswochen vor Ort gearbeitet haben. Per Mail standen wir ständig in Kontakt und haben auch telefoniert, wenn es Fragen gab. Das hat sich im Laufe der Zeit intensiviert und war eine wertvolle Motivation.“

Um das Fernstudium erfolgreich durchzuhalten, war für sie Selbstorganisation ganz wichtig: „Wenn eine Kurswoche vorbei war, habe ich mir einen Lernplan erstellt und sofort mit den nächsten Lehrbriefen begonnen. Wie schnell kommt etwas dazwischen? Da ist es gut, ausreichend Zeit einzuplanen.“ Aber auch mit guter Planung musste sie in den vier Jahren auf viel Freizeit verzichten: „Es ist hilfreich, wenn man eine verständnisvolle Familie im Hintergrund hat.“

In den ersten beiden Jahren standen fachübergreifende Inhalte aus Fächern wie Deutsch, Sozialkunde und Informatik an: „Im Laufe der Zeit schließt man diese Fächer ab und befasst sich dann mehr mit den Fachthemen: Betriebsdienst, Fahrzeug und Umschlagtechnik, Personen- und Güterverkehr, Sicherungs- und Betriebstechnik, Technologische Projektierung, Verkehrsanlagen und so weiter.“ Am Ende musste sie vier schriftliche Prüfungen absolvieren. Schulgebühren fallen keine an. Die Kosten für Anreise und Übernachtung finanzierte sie aus eigenen Rücklagen. Für die Lehrbücher bekam sie aus einem Fonds der Gewerkschaft 300 Euro an Unterstützungsleistungen.

Verantwortlich für die Gleisbelegung

Heute arbeitet Christine Mark als Sachbearbeiterin bei der DB Netz AG in Leipzig. Sie ist für die Gleisbelegung bestimmter Bahnhöfe verantwortlich und erstellt die Fahrplanunterlagen für die Fahrdienstleiter in den Stellwerken – ein Bürojob in Tagesschicht, bei dem sie mit spezieller Software arbeitet.

Über 400 Eisenbahnverkehrsunternehmen geben jedes Jahr ihre Trassenanmeldungen ab, dann kommen Christine Mark und ihre Kollegen und Kolleginnen zum Einsatz. Sie erstellen die Pläne, in denen verzeichnet ist, welche Lok wann einfährt, wie schwer und wie lang ein Zug ist und welche Besonderheiten es zu berücksichtigen gilt. Die Verkehrstechnikerin weiß genau, wie lange es dauert, bis ein Gleis frei wird für den nächsten Zug, und welche Fahrwege sich ausschließen. Ihre langjährige Erfahrung ist dabei das eine, die Kenntnisse aus der Qualifizierung das andere: „Durch das Hintergrundwissen erkennt man Zusammenhänge viel schneller.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6020