Technikerin – Maschinen­technik (Entwicklungs­technik)

In der Neuentwicklung von Produkten muss man kreativ sein und den Mut haben, neue Wege zu beschreiten.

Expertin für Stromschienennetze

Wie leitet man den Strom von der Windkraftturbine innerhalb des Windturms zum Generator? Das ist eines der kniffligen Probleme, mit denen sich Sonja Kloubert (38) beschäftigt. Bei der Suche nach Lösungen schlägt sie kreative Wege ein.

Nach ihrer Ausbildung zur Technischen Zeichnerin der Fachrichtung Maschinen- und Anlagentechnik – heute lautet die Bezeichnung Technische Produktdesignerin der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion – und mehrjähriger Tätigkeit bei der Siemens AG in Köln wollte Sonja Kloubert mehr Verantwortung in Konstruktion und Entwicklung übernehmen. „Ich konnte zwar als Zeichnerin Vorschläge machen und meine Ideen in die Entwurfsskizzen mit einbringen“, erläutert sie. „Um als Konstrukteurin arbeiten zu können, musste ich jedoch meine Fachkompetenz in einer Weiterbildung ausbauen.“

Neue Wege beschreiten

Über einen Zeitraum von vier Jahren besuchte sie montags und mittwochs nach Feierabend sowie an den Samstagvormittagen die modularen Kurse an der Fachschule für Technik des Goldenberg Europakollegs in Hürth bei Köln. Für die Weiterbildung fielen keine Kosten an.

Sonja Kloubert baute ihre fachspezifischen Kenntnisse aus und beschäftigte sich mit der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Produkten und Betriebsmitteln. Schwerpunkte lagen beispielsweise auf der Statik und der Auslegung von Bauteilen sowie auf dem Umgang mit Konstruktionssoftware. Darüber hinaus standen Fächer wie betriebliches Management, Mathematik und Fachenglisch auf dem Programm. „In der Neuentwicklung von Produkten muss man kreativ sein und den Mut haben, neue Wege zu beschreiten“, sagt die Technikerin. „Unsere Dozenten legten Wert darauf, uns diese Eigenschaften zu vermitteln.“ Viele Inhalte erarbeiteten sich die Teilnehmer selbstständig, offene Fragen diskutierten sie in der Klasse. In ihrer abschließenden Projektarbeit beschäftigte sich Sonja Kloubert mit den Toleranzen bei der Konstruktion mehrerer ineinandergreifender Bauteile.

Die Konstrukteurin bildete mit anderen Teilnehmern eine Lerngruppe. Ihr Ehemann kümmerte sich um den Haushalt, während sie sich in Schaltbilder und Normenberechnung vertiefte. „Wichtig ist, auf Entspannungsphasen zu achten. Den Sonntag verbrachte ich immer mit der Familie.“

Von der Idee zum Prototyp

Heute ist die Technikerin in der Neuentwicklung und Produktpflege tätig. Sie übernimmt verantwortungsvolle Aufgaben in der Konstruktion sowie in der Vorbereitung der Fertigungsprozesse. Im Auftrag von Kunden aus der Industrie oder dem internen Produktmanagement entwirft oder modifiziert sie Stromschienenverteilersysteme, beispielsweise für Windkraftanlagen oder Fertigungsstraßen. „Hier kann ich meine ganze Erfahrung mit den Systemen einbringen.“

Bei der Erstellung ihrer Entwurfsskizzen benutzt die Technikerin spezifische Konstruktionssoftware. Dabei setzt sie nicht nur die Spezifikationen im Hinblick auf Stromstärke und Leiterquerschnitt um, sondern beachtet auch den vorgegebenen Budgetrahmen. Während der Prototyp konstruiert und in Kontrollreihen getestet wird, tauscht sie sich eng mit Produktion und Produktmanagement aus. Zudem ist sie für die computergestützte Erstellung der Fertigungsunterlagen samt Entwurfsskizzen unter Verwendung der korrekten Maße und Toleranzen zuständig.

Als Technikerin in der Neuentwicklung bringt Sonja Kloubert nicht nur räumliches Vorstellungsvermögen und Computeraffinität mit, sondern auch Managementqualitäten. „Ich muss den ganzen Fertigungsprozess im Blick haben und in Kooperation mit meinen Kollegen Prioritäten setzen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5386