Technikerin – Maschinen­technik (Betriebs­technik)

Die Weiterbildung hat für meine jetzige Arbeit den Grundstein gelegt.

An den Maschinen

Industrielle Maschinen besitzen einen komplexen Aufbau – Nancy Dietrich (34) kennt ihr Innenleben sehr genau. Über eine Weiterbildung zur Maschinentechnikerin baute sie ihre Kenntnisse aus.

Richtig glücklich war Nancy Dietrich in ihrem Ausbildungsberuf zuletzt nicht mehr. Die physikalisch-technische Textillaborantin – ein entsprechender Abschluss wäre heute etwa „Textillaborantin“ – wollte mehr. Um sich neue berufliche Perspektiven zu eröffnen, entschied sie sich für eine Weiterbildung. An der DPFA Akademie in Chemnitz meldete sie sich für den Lehrgang zur Technikerin der Fachrichtung Maschinentechnik mit dem Schwerpunkt Betriebstechnik an. An dieser Weiterbildung – die sich auch an Fachkräfte aus dem Maschinen- und Anlagenbau richtet – sagte der Laborfachkraft vor allem der technische Aspekt zu: Sie interessierte sich schon immer für das komplexe Innenleben der Maschinen, mit denen sie im Labor Versuche durchführte.

Mehrfachbelastung gemeistert

Da sie die Weiterbildung an einer Privatschule absolvierte, fielen 2.600 Euro Schulgeld an. Einen Teil finanzierte sie über ein Stipendium der Industrie- und Handelskammer, das sie für ihre mit Auszeichnung abgeschlossene Ausbildung erhalten hatte. Vier Jahre lang besuchte sie berufsbegleitenden den Unterricht, immer Dienstag- und Donnerstagabend sowie samstags. „Man gewöhnt sich an die Doppelbelastung“, sagt Nancy Dietrich – obwohl sie nicht nur Arbeit und Weiterbildung miteinander vereinbaren musste, sondern auch das Familienleben mit Lebensgefährten und Kind. „Mein Partner und meine Familie haben mich in dieser Zeit sehr unterstützt.“

In der Qualifizierung beschäftigte sie sich eingehend mit der Funktionsweise von Maschinen und Anlagen in der Industrie. Sie erfuhr, wie man Störungsfälle behebt, Prozessabläufe plant, Systeme automatisiert und Anlagen wartet. Zudem erwarb sie neues Know-how im Umgang mit CAD-Anwendungen, also Programmen für die Erstellung von technischen Zeichnungen und die Konstruktion von Bauteilen.

Da Nancy Dietrich vorher nie mit der Funktionsweise von Maschinen in Berührung gekommen war, fand sie es anfangs kompliziert, sich das alles in der Praxis vorzustellen. „Andere Teilnehmer haben immer wieder Anschauungsmaterial mitgebracht, damit ich eine Vorstellung bekam, wie zum Beispiel ein Ventil funktioniert. Das hat geholfen.“ Prinzipiell fiel es ihr aber nicht schwer, sich die Inhalte anzueignen: „Die Themen der Weiterbildung lagen mir.“ Zur Abschlussprüfung erschien sie hochschwanger, wenig später kam ihr zweites Kind zur Welt.

Aufbauen, umbauen, instand halten

Nach der Elternzeit wechselte Nancy Dietrich den Betrieb, um ihr Wissen aus Ausbildung und Technikerschule ideal zu nutzen. An ihrem neuen Arbeitsplatz betreute sie Versuchsstände für Reibungs- und Verschleißprüfungen. Sie bereitete die Maschinen für Tests vor und rüstete die Geräte um, wenn sich der Versuchsaufbau änderte. Außerdem wartete sie die Maschinen regelmäßig und ersetzte Verschleißteile. Während ein Versuch lief, überwachte sie den Ablauf und gab anschließend die Messwerte weiter. „In der Forschung gibt es kaum Vorgaben für Versuche“, sagt die Technikerin. „Deshalb habe ich gemeinsam mit einem Ingenieur überlegt, wie der Versuch am besten aufgebaut werden könnte.“

Mittlerweile hat Nancy Dietrich wiederum einen neuen Arbeitgeber, die Härterei und Qualitätsmanagement GmbH. Hier ist sie in der Qualitätsprüfung tätig. Die Kenntnisse aus der Weiterbildung sind auch hier von Vorteil. „Mathematik, Technisches Zeichnen und CAD sind für meine Tätigkeit sehr wichtig. Die Weiterbildung hat also auch für meine jetzige Arbeit den Grundstein gelegt.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5411