Technikerin – Gartenbau

Das Ergebnis meiner Arbeit zu sehen, etwa einen gut gezogenen Baum mit schöner Krone, macht mich immer wieder stolz.

Apfel, Kirsche, Heidelbeere

Eva-Maria Werner (29) war sich lange nicht sicher, ob sie die Obstbaumschule ihrer Eltern übernehmen sollte. Erst eine Weiterbildung brachte Klarheit – und zusätzliche Kenntnisse für die Führung des Betriebes.

Eva-Maria Werner absolvierte eine Ausbildung zur Gärtnerin der Fachrichtung Baumschule und arbeitete dann in einem großen Gartenzentrum. „Dort sammelte ich Erfahrungen in Großhandel, Produktion und Landschaftsbau, merkte aber, dass ich in Beratung und Verkauf noch Lücken hatte.“ Diese wollte sie auffüllen – und entschied sich daher, eine Weiterbildung zur Technikerin der Fachrichtung Gartenbau zu absolvieren.

Austausch mit Gleichgesinnten

Die Vollzeitweiterbildung an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. In dieser Zeit lebte und lernte Eva-Maria Werner auf dem Campus der Schule nahe Würzburg. Die Kosten für Wohnheim, Verpflegung, Lernmittel und Exkursionen finanzierte sie mittels Meister-BAföG sowie über eigene Ersparnisse. Für den Lehrgang selbst fielen an der staatlichen Schule keine Kosten an.

„Die Weiterbildung war sehr praxisnah“, erinnert sich Eva-Maria Werner. „Wir mussten Vorträge halten und Betriebsbeurteilungen schreiben und durchrechnen.“ Für Fächer wie Betriebswirtschaft, Recht, Steuern, Kommunikation sowie Unternehmens- und Mitarbeiterführung traf sich die ganze Klasse zum gemeinsamen Lernen: „Wir hatten eine sehr gute Klassengemeinschaft“, sagt sie. Dem fachlichen Austausch kam zugute, dass die Schüler aus unterschiedlichen Sparten kamen, etwa Zierpflanzenbau, Baumschule oder Floristik.

Um ihren fachlichen Horizont zu erweitern, waren die angehenden Techniker viel unterwegs: „Wir haben zum Beispiel Stauden-, Baumschul- und Gemüsebaubetriebe und die Bundesgartenschau besucht, waren in England und auf Abschlussfahrt in Dänemark und Südschweden“, erinnert sich Eva-Maria Werner. Während ihres achtwöchigen Auslandspraktikums, gefördert durch das EU-Programm „Leonardo da Vinci“, lernte sie die britische Gartenkultur kennen.

Erfahrung trifft neue Ideen

Dass die Entscheidung, den Technikerabschluss zu machen, goldrichtig war, stellte Eva-Maria Werner relativ schnell fest: „Um mich auszuprobieren, habe ich zwei Jahre in verschiedenen Betrieben gearbeitet. Im Zierpflanzengroßhandel wäre ich ohne die Weiterbildung irgendwann an meine Grenzen gestoßen."

Mittlerweile arbeitet sich die 29-Jährige im Familienbetrieb – einer Obstbaumschule – ein. Ihr Arbeitstag beginnt im Büro. „Per E-Mail gehen von Baumschulen oder Gartencentern die Bestellungen für unser Sortiment – Beeren-, Stein- und Kernobst – ein. Vor allem für den Berleis, eine bayerische Apfelsorte, die es nicht an jeder Ecke gibt, kommen viele Anfragen.“ Eva-Maria Werners momentaner Schwerpunkt liegt im Marketing: „Ich habe die Homepage aktualisiert und benutzerfreundlicher gestaltet und gemeinsam mit meiner Schwester ein neues Etikett für den Berleis entworfen.“ Ihr Vater koordiniert die Produktion und entscheidet, wann gedüngt, geschnitten oder veredelt werden muss – später wird das zu den Aufgaben der Technikerin gehören. Im Unternehmen wird ein reger Austausch gepflegt, bei dem neue Ideen auf Erfahrung treffen.

Bei allen anderen Aufgaben ist ihr immer noch die Arbeit mit den Pflanzen am liebsten: „Mich schrecken weder Regen noch Kälte. Das Ergebnis meiner Arbeit zu sehen, etwa einen gut gezogenen Baum mit schöner Krone, macht mich immer wieder stolz.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/58473