Techniker – Kraft­fahr­zeug­technik

Wir führen auf Basis von 3-D-Design-Daten technische Untersuchungen durch.

Smarte Technik, intelligentes Design

Wenn Dave Haertel (27) einem Außenspiegel eine Form gibt, spielen Technik, Zeit und auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Für seine heutigen Aufgaben hat er sich über eine Weiterbildung qualifiziert.

Dave Haertel arbeitet bei EDAG, einem unabhängigen Entwicklungsdienstleister für die Automobilindustrie, am Standort Ingolstadt. Der ausgebildete Technische Produktdesigner setzt die Designideen von Konstrukteuren um und ist am Computer stets auf der Suche nach der optimalen Form. Design ist das eine, die Funktionalität das andere. Zunehmend werden mechanische Bauteile mit elektronischen Komponenten verbunden. Autotüren, Spiegel oder Sitze werden „intelligenter“, die Bauteile komplexer. Wenn er etwa einen Außenspiegel gestaltet, geht es auch um Sensoren und Platinen.

„Wir steigen bereits in der Vorentwicklung ein, in der ersten Konzeptphase des Autos. Wir führen zum Beispiel auf Basis von 3-D-Design-Daten technische Untersuchungen durch. Wir überprüfen, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, und wir überlegen, wie ein Bauteil gestaltet werden kann, welches Material geeignet ist und auch, wie das Werkzeug dazu aussehen kann.“ Das „wir“ ist wichtig. Alles passiert in enger Absprache, im Team, mit dem Kunden und, wenn Bauteile extern produziert werden, mit den Lieferanten. „Manchmal scheint etwas zu Beginn unmöglich, aber dann findet man doch eine Lösung“, sagt Dave Haertel.

Ziel: Projektleitung

Sich Hintergrundwissen aneignen, aber auch das Ziel, als Projektleiter zu arbeiten – das waren die Gründe, warum er sich für die Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik und Elektromobilität entschied. Die Technikerschule in Ingolstadt bietet den Unterricht sowohl in Voll- als auch in Teilzeit an. Gemeinsam mit seinem Arbeitgeber stellte der 27-Jährige einen Plan auf: Den Unterricht besuchte er in Vollzeit, Freitagnachmittag und in den Ferien arbeitete er im Unternehmen. Mit eigenen Mitteln und über Meister-BAföG konnte er so die zwei Jahre finanzieren.

Sein Ziel in der Qualifizierung: „Ich wollte einen sehr guten Abschluss machen, weil es dafür eine Prämie von der Stadt gibt. Auch der Freistaat zahlt eine Prämie, wenn man den Technikerabschluss schafft.“ Als er mit einem Einserschnitt die Schule abschloss, konnte er somit die Schulgebühren in Höhe von 2.000 Euro begleichen und bekam auch einen Teil des BAföG erlassen.

Intensives Lernen

„Ich habe viele Nächte über den Büchern gesessen“, sagt er über den Lernaufwand während der Weiterbildung. Dass er daneben noch in den Ferien im Unternehmen arbeitete, zahlte sich mehrfach aus: „Elektrotechnik war am Anfang nicht mein Fach. Da haben mir meine Kollegen vieles erklären können. Im zweiten Ausbildungsjahr habe ich das dann sogar als Wahl- und Prüfungsfach genommen.“ Unter der Woche blieb er teils auch nach dem Unterricht in der Schule und wiederholte mit anderen Teilnehmern den Stoff.

Neben allgemeinbildenden Fächern wurden im ersten Jahr Inhalte rund um maschinenbau- und elektrotechnische Grundlagen, Programmierung und Kfz-Mechatronik vermittelt. Der zweite Ausbildungsabschnitt bestand aus technischen Anwendungsfächern, Betriebswirtschaftslehre sowie allgemeinbildenden Fächern. „Hinzu kommt ein breiter Kanon an Wahlpflichtfächern. Da ich in der Konstruktion arbeite, waren Fertigungsverfahren und Prüftechnik sinnvoll. Assistenzsysteme und Fahrzeugfunktionssysteme habe ich ebenfalls belegt. Das ist die Zukunft.“

Mittlerweile leitet er erste Projekte, in anderen konnte er verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen: „Ohne den Abschluss wäre das nicht möglich.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5422