Techniker – Galvano­technik

Ich stehe in ständigem Kontakt mit den Anlagenführern, den Laboren und der Qualitätsabteilung.

Für die Qualität

Das Wissen erweitern und auf der Karriereleiter nach oben klettern – das waren die Ziele von Naschwan Mohamad Naschat (29). Er erreichte sie unter anderem durch seine Weiterbildung zum Galvanotechniker.

Den Gedanken, sich weiterzubilden, hatte Naschwan Mohamad Naschat schon länger: „Ich wollte mehr wissen und mich persönlich wie auch fachlich weiterentwickeln.“ Der ausgebildete Oberflächenbeschichter hatte von Anfang an Spaß an seinem Beruf. „Irgendwann fiel mir auf, dass ich mir durch meine Kenntnisse und mein Engagement in der Firma einen Namen gemacht hatte.“ Eine Weiterbildung sollte nun auch formal die Voraussetzung schaffen, um eine andere Position im Unternehmen einzunehmen.

Neue Qualifikationen

Als Naschwan Mohamad Naschat seinem Arbeitgeber von seinen Plänen erzählte, zeigte sich dieser bereit, ihn zu unterstützen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurde er unter der Woche von der Arbeit freigestellt, um die Weiterbildung in Vollzeit besuchen zu können. „Ich habe in dieser Zeit oft an den Wochenenden und in den Ferien gearbeitet – da durfte ich schon mal die Aufgaben kennenlernen, die mit der neuen Qualifikation auf mich zukommen sollten.“

Die Weiterbildung zum Galvanotechniker absolvierte er beim TÜV Rheinland Bildungswerk in Nürnberg. Dass die Schule nicht weit von seinem Wohnort und Arbeitsplatz entfernt lag, war ein Pluspunkt. Die Weiterbildungsinhalte waren vielfältig. Grundlagenfächer wie Mathematik, Deutsch, Englisch und Wirtschaftskunde zählten ebenso dazu wie Physik, Elektrotechnik und Technisches Zeichnen. Im zweiten Jahr kamen verstärkt fachspezifische Inhalte wie Technische Mechanik, Oberflächentechnik und Werkstoffprüfung dazu. Galvanotechnik und chemische Inhalte in vielen Variationen begleiteten die Teilnehmer durch die gesamte Weiterbildung. Auch andere praxisrelevante Themen wie Arbeitshygiene, Betriebspsychologie und Datenverarbeitung fehlten nicht.

Die Weiterbildungskosten beliefen sich auf 1.500 Euro pro Halbjahr und wurden von seinem Arbeitgeber übernommen. Da er zu den Besten seines Jahrgangs gehörte, wurde der Techniker mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet.

Produktion und Entwicklung

Naschwan Mohamad Naschat ist bei der Bolta Werke GmbH, einem Kunststoffveredler der Automobilindustrie, tätig. Die Qualität zu sichern und ständig zu verbessern, ist eine der zentralen Aufgaben des Galvanotechnikers. Wenn sein Arbeitstag morgens um sieben Uhr beginnt, begutachtet er zunächst die Produktion der letzten Schicht und prüft, ob es Störungen gab: „Ist das der Fall, sorge ich dafür, dass die behoben werden.“ Eine weitere Aufgabe ist die Überwachung der Chemiebäder, in denen galvanisiert wird. „Um einen sicheren Galvanisierprozess zu gewährleisten, stehe ich in ständigem Kontakt mit den Anlagenführern, den Laboren und der Qualitätsabteilung“, erläutert er.

Darüber hinaus wirkt der Techniker an der Forschung bei seinem Arbeitgeber mit. Bedarf gibt es beispielsweise, wenn sich gesetzliche Vorgaben ändern. So darf ab 2017 ein bestimmter Verchromungsprozess nicht mehr wie bisher durchgeführt werden. „Dazu laufen gerade Versuchsreihen, in die ich als Galvanotechniker unmittelbar einbezogen bin."

Genauigkeit und Zuverlässigkeit hält Naschwan Mohamad Naschat in seinem Beruf für besonders wichtig. „Man ist für umfassende Prozesse verantwortlich – und ein einziger Fehler kann großen Schaden anrichten.“ Zudem muss man bereit sein, sich regelmäßig weiterzubilden, um mit den Entwicklungen in der Galvanotechnik mitzuhalten. Der 29-Jährige selbst will demnächst zusätzlich seinen Meisterabschluss machen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5820