Techniker – Farb- und Lack­technik (Gestaltung)

Vorbild für mich waren zwei Meister in unserem Betrieb, die die ganzen organisatorischen Aufgaben erledigten.

Produkte und Prozesse optimieren

Durch die Weiterbildung zum Techniker für Farb- und Lacktechnik konnte Dennis Michael (38) leitende Fach- und Führungsaufgaben in einem Industrieunternehmen übernehmen. Bevor er durchstarten konnte, galt es, zwei lernintensive Jahre zu absolvieren.

Die Abteilungsleitung in einem Industriebetrieb übernehmen und fünfzehn Mitarbeiter führen – hätte man Dennis Michael direkt nach Abschluss seiner Ausbildung zum Maler und Lackierer danach gefragt, ob er sich eine solche Position für sich vorstellen könne, hätte er wahrscheinlich ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Und doch ist er heute Leiter für technisches Marketing.

Die Grundlage für seinen Aufstieg legte der heute 38-Jährige mit einer Technikerweiterbildung. So sehr er das handwerkliche Arbeiten auch schätzte – bis zur Rente auf der Baustelle tätig sein, das wollte er nicht: „Vorbild für mich waren zwei Meister in unserem Betrieb, die die ganzen organisatorischen Aufgaben erledigten.“ Die Weiterbildung steht übrigens auch Fachkräften mit einer Ausbildung im Bereich Gestaltung, etwa „Bühnenmaler/in und Bühnenplastiker/in“, offen.

Meister und Techniker im Doppelpack

Für die Qualifizierung an der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda entschied sich Dennis Michael in erster Linie, weil ihn die Schwerpunkte der Weiterbildung ansprachen: Gestaltung und Denkmalpflege: „Ich komme aus Görlitz, wo es einen hohen Bestand an denkmalgeschützten Altbauten gibt. Das Thema Bausanierung hat mich von jeher interessiert. Man lernt neben der Theorie zum Beispiel auch alte Techniken wie Freskomalerei.“

Inhaltlich deckten die Kurse zudem moderne Techniken ab, außerdem computergestützte Gestaltungs- und Beschriftungsanlagen, betriebswirtschaftliche und unternehmerische Aufgaben, organisatorische und finanzielle Auftragsabwicklung, Kalkulation und Abrechnung.

Die Weiterbildung absolvierte Dennis Michael in Vollzeit; dafür hatte er zuvor bei seinem damaligen Arbeitgeber gekündigt. „Mich abends nach einem anstrengenden Arbeitstag noch auf den Unterricht konzentrieren, das wollte ich nicht“, erklärt er. „Da ich zudem einen sehr guten Abschluss schaffen wollte, habe ich mich für die Vollzeitvariante entschieden.“ In den zwei Jahren investierte er neben der Unterrichtszeit viele Abendstunden und Wochenenden in die Vor- und Nachbereitung.

An der Fachschule hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, parallel zum Techniker- noch den Meisterabschluss im Maler- und Lackiererhandwerk zu machen. Der Technikerabschluss kostete 4.150 Euro. „Das Meister-BAföG deckt nur einen Teil der Kosten ab. Man muss sich im Vorfeld einen finanziellen Puffer schaffen“, erklärt er. Die Investition lohnte sich für ihn: „Ohne die Weiterbildung hätte ich mir meine heutige Position nicht erarbeiten können.“

Umfangreiches Aufgabenpaket

Bei der Meffert AG Farbwerke in Bad Kreuznach, die Farben und Lacke, Lasuren, Putze, Dichtmassen, Renovier- und Bautenschutzprodukte herstellt und in Europa vertreibt, leitet Dennis Michael heute das technische Marketing. Seine Mitarbeiter und er wirken bei der Produktentwicklung mit und unterstützen das Produktmanagement sowie die Abteilung für Forschung und Entwicklung im Bereich der Sortimententwicklung. „Wir beschäftigen uns mit der qualitativen Produktentwicklung, prüfen unsere Produkte, optimieren Prozesse und stellen Wettbewerbsvergleiche auf“, erläutert der Techniker. „Ich bin zudem für das Seminarwesen zuständig, organisiere zum Beispiel Schulungen, erstelle technische Merkblätter und schreibe Fachartikel.“ Ein vielseitiger Arbeitsbereich also, den er sich mit seiner Weiterbildung eröffnete.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5811