Schwarz­straßen­bauer

Die Temperatur des Asphalts ist entscheidend.

Einer, der den Weg ebnet

Tiefbauer Nico Olischer (20) hat sich als Schwarzstraßenbauer spezialisiert. Bei der Arbeit auf der Autobahn, am tonnen­schweren Straßenfertiger und mit 120 Grad heißem Asphalt ist Teamgeist gefragt.

Wohl kaum ein Team hat so viele Zuschauer bei der Arbeit wie Nico Olischer und seine Kollegen. Sie gehören zur Schwarzdeckenkolonne der Strabag am Standort Regensburg. Wenn sie Kilometer um Kilometer die Fahrbahndecke einer Autobahn neu bauen oder ausbessern, passieren Tausende Autofahrer die Baustelle und werfen den Arbeitern neugierige Blicke zu. Doch die achten kaum darauf, denn wenn die Lkw den Nachschub bringen, muss es schnell gehen.

Wenn der Asphalt angeliefert und in den Aufnahmebehälter des Straßenfertigers gefüllt wird, ist er über 120 Grad heiß. „Das ist eine tonnenschwere Maschine, die den Asphalt auf die Piste bringt“, erklärt Nico Olischer.

Angefangen als Schaufler

Der 20-Jährige hat ursprünglich eine Ausbildung zum Tiefbauer gemacht. Als er im dritten Ausbildungsjahr – nach klassischen Tiefbauarbeiten wie Pflastern oder Kanalbauten – zum ersten Mal den Asphaltbau kennenlernte, stand für ihn fest, dass er anschließend in einer Schwarzdeckenkolonne arbeiten wollte: „Angefangen habe ich dort als Schaufler“, erzählt er. Die Schaufler gleichen Fehlstellen, Übergänge und Randbereiche aus, die beim Asphaltverlegen entstehen. „Der Vorarbeiter hat mich aber schon ab und zu als Einsteller arbeiten lassen – das hat gut funktioniert."

Diese Tätigkeit übt er bis heute aus. Über eine Art beheizte Schienen, sogenannte Bohlen, gelangt der Asphalt aus dem Fertiger auf die Fahrbahn und wird anschließend verdichtet und gewalzt. Der Kolonnenführer regelt die Einstellungen der linken Bohle, Nico Olischer hat die rechte Bohle im Blick. Er achtet auf den Fluss des Baustoffs, die Wasserwaage und die Höhe der Fahrbahndecke. „Die Temperatur des Asphalts ist ganz entscheidend“, erklärt er. „Wenn er zu kalt wird, bleibt für die Verdichtung nicht genug Zeit."

Dreieinhalb Meter schafft der Fertiger in der Minute. „Genau das gefällt mir an der Arbeit: dass es immer weitergeht“, betont der Schwarzstraßenbauer. Funktionieren kann das aber nur im Team. Und auch wenn die Maschine voll automatisiert ist, ist die Arbeit körperlich herausfordernd.

Nach seiner ersten Saison hat Nico Olischer im Winter eine dreitägige Schulung bei dem Maschinenhersteller besucht, der die Fertiger produziert. „Da habe ich die technischen Grundlagen gelernt – und wie ich den Fertiger bedienen muss“, erzählt er. „Aber das ist nur ein Anfang. Der Job erfordert sehr viel Erfahrung."

Schulung und Erfahrung

Die hat er bereits gesammelt; er kennt die vielen Faktoren, die die Qualität der Fahrbahndecke beeinflussen. Der Untergrund, die Bindemittel im Asphalt, der Verschleißgrad der Bohle und natürlich das Wetter – sie alle wirken sich aus.

Den Firmensitz in Regensburg sieht Nico Olischer nicht so oft: „Wir sind in ganz Bayern unterwegs. Es gibt Sammelpunkte, an denen wir uns treffen und dann gemeinsam losfahren.“ Damit die Bauarbeiten den Verkehr nicht behindern, arbeiten sie zum Teil auch nachts – vor allem, wenn es um Autobahnen geht. Das gehört dazu.

Verkehrslärm, die Hitze im Sommer und auch Nachtschichten sind zwar belastend, dafür haben die Straßenbauer bei strömendem Regen und an kalten Wintertagen frei. Eine zu lange Auszeit möchte Nico Olischer aber nicht nehmen: „Ich helfe dann zum Beispiel im Kanalbau aus“, erzählt er. Sein nächstes Ziel hat er schon im Blick: Er möchte Vorabeiter werden.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4118