Restaurator – Maurer­handwerk

Es wird im Detail durchdacht, was erhaltenswert ist und bleiben sollte.

Von der Friedhofsmauer bis zum Schloss

Ob es um spezielle Bautechniken oder historische Materialien geht: Gregor Frischko (34) kennt die richtige Vorgehensweise. Der Restaurator im Handwerk weiß, wie man ein denkmalgeschütztes Mauerwerk behandelt.

Bögen oder gar Kreuzgewölbe mit großer Spannweite mauern und mit Kalk verputzen? Wenn es kompliziert wird, fängt für Gregor Frischko der Spaß erst an. Bereits während seiner Ausbildung hatte er sein Interesse an alter Handwerkskunst entdeckt: „Im Ausbildungszentrum haben wir das Maurerhandwerk von der Pieke auf gelernt und angefangen, mit kleinformatigen Steinen zu arbeiten. Das ist heute auf dem Bau nicht mehr üblich, aber wichtig, um das Handwerk zu verstehen.“ Die Richtung, die er einschlagen wollte, war für ihn damals schon klar: Sanierung und Denkmalpflege.

Sein heutiger Arbeitgeber ist auf Bauwerksinstandsetzungen spezialisiert und hat ein breites Tätigkeitsfeld – von der Beton- bis hin zur Mauerwerkssanierung mit sachgerechten Baustoffen: „Wir sanieren etwa Kirchen, Kirchtürme oder Friedhofsmauern, Schlösser, Rathäuser und alte Brücken.“ Dafür sind die Handwerker aus dem hessischen Hatzfeld bundesweit unterwegs.

Denkmalschutz erfordert Fachwissen

Neben der klassischen Sanierung restauriert der Betrieb auch Bauwerke, die unter Denkmalschutz stehen. Bei solchen Gebäuden sind nicht nur spezielle handwerkliche Fähigkeiten gefragt: „Da geht es auch um Schadensanalyse, einen Maßnahmenkatalog und einen Restaurierungsplan sowie um die Dokumentation“, erläutert Gregor Frischko. Das alles gehört zu seinen Aufgaben.

Während bei einer Renovierung vieles einfach abgerissen und wieder aufgebaut werden kann, ist die Vorgehensweise beim Denkmalschutz wesentlich detailversessener: „Es wird im Detail durchdacht, was erhaltenswert ist und bleiben sollte.“ Dafür ist ein enger Austausch zwischen der jeweiligen Behörde und den beteiligten Architekten und Handwerkern notwendig.

In vielen Ausschreibungen wird vorausgesetzt, dass ein Restaurator im Handwerk bestimmte Arbeitsschritte übernimmt. Das ist auch einer der Gründe, warum Gregor Frischkos Arbeitgeber ihm die Weiterbildung zum Restaurator finanzierte. Kurs und Prüfungsgebühren beliefen sich auf 4.000 Euro, hinzu kamen die Kosten für Anreise und Übernachtung.

Erst Meister, dann Restaurator

Die Weiterbildung zum Restaurator absolvierte er gleich im Anschluss an seine Meisterprüfung, die Voraussetzung für die Teilnahme war. Eineinhalb Jahre fuhr er einmal im Monat zum Blockunterricht an die Akademie Schloss Raesfeld. Im fachübergreifenden Teil, den er zusammen mit Malern, Tischlern, Raumausstattern und anderen Handwerkern besuchte, ging es um Denkmalschutz und -pflege, um Kunst- und Kulturgeschichte, Werkstoff- und Rechtskunde sowie um Bestandsaufnahme und Dokumentation. Im fachspezifischen Teil drehten sich die Themen um Lehm-, Stroh- und Gewölbebau, Reinigung von Natursteinen, Stuck und Putz. „In den Werkstätten haben wir die Theorie gleich in die Praxis umsetzten können“, erinnert sich der Restaurator.

Die Weiterbildung war sehr lernintensiv: „Das in den Alltag einzubinden, ist nicht immer einfach. Einige von uns sind vor der Abschlussprüfung ein paar Tage früher angereist, um noch mal alles durchzusprechen“, erzählt er. Am zeitintensivsten war für Gregor Frischko die Projektarbeit, in der er sich mit einem zugemauerten Durchgang in einem Gewölbekeller befasste: „Man musste ein komplettes Konzept erstellen und später in einer mündlichen Prüfung verteidigen“, erklärt er. „Ich habe an der Projektarbeit auch noch nach dem Abschluss weitergearbeitet. Ich würde das jederzeit wieder so machen, denn bei dem Projekt habe ich am meisten gelernt.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/3975