Raumausstatter­meister

Man muss heraushören, was dem Kunden gefällt und dabei den eigenen Geschmack zurücknehmen.

Gespür für Farbe, Form und Stil

Seit Mario Hanselmann (26) seinen Meistertitel erworben hat, ist er verstärkt in der Kundenberatung tätig. Ob schnörkellos schlicht oder verspielt: Die Kunden des Raumausstattermeisters verlassen sich auf sein Gespür für Farbe, Form und Stil.

In nicht nur einem, sondern in fünf handwerklichen Feldern kennt sich Mario Hanselmann aus: Als Raumausstatter gestaltet er Wände, verlegt Bodenbeläge, dekoriert Räume, polstert Möbel und installiert Sonnenschutzsysteme. Der 26-Jährige arbeitet im elterlichen Meisterbetrieb und wird diesen später einmal in dritter Generation übernehmen. „Während andere Betriebe häufig auf einen Teilbereich spezialisiert sind, deckt unser Familienbetrieb alle Bereiche ab“, erläutert der junge Meister.

Der Grund, weshalb Mario Hanselmann in seinem Handwerk auch den Meisterlehrgang absolvieren wollte? „Als Meisterbetrieb steht man vor den Kunden ganz anders da“, sagt er. Aber nicht nur die Außenwirkung war ihm wichtig: „Die Meisterweiterbildung vertieft fachspezifische Themen und vermittelt zudem betriebswirtschaftliches Wissen.“

Vielseitige Weiterbildung

Die Weiterbildung an der Kerschensteinerschule in Stuttgart dauerte zehn Monate in Vollzeit. Für die Zeit wurde Mario Hanselmann vom Betrieb freigestellt. In Theorie und Praxis wurden Themen rund um Boden, Wand, Dekoration und Polster besprochen. Auf dem Lehrplan standen einerseits fachbezogene Inhalte – etwa Gestaltung, Raumdesign, Sonnenschutz, technisches Zeichnen und Werkstoffkunde. Andererseits beschäftigten sich die Teilnehmer mit fachübergreifenden Themen wie Marketing, Kalkulation, Rechts- und Sozialwesen, Buchführung, Berufs- und Arbeitspädagogik und Computertechnik. „Die Fächer sind im Stundenplan so gemischt, dass man nicht nur wochenlang kalkuliert oder polstert. Dadurch bleibt es abwechslungsreich, und es lernt sich leichter“, betont Mario Hanselmann.

Die Kosten beliefen sich auf rund 9.800 Euro, wobei ein Großteil auf Materialien wie Tapeten, Stoffe, Stangen und Sesselgestelle entfiel. Als Meisterstück mussten die Schüler eine Koje gestalten. Neben Bodenbelag, einem Möbelstück und Vorhängen musste der kleine Raum ansprechend dekoriert werden. Gebühren, Material- und laufende Lebenshaltungskosten stemmte Mario Hanselmann mithilfe von Meister-BAföG. „Die Kosten sollte man nicht unterschätzen. Da kommt einiges zusammen.“

Der Geschmack des Kunden zählt

Handwerklich ist Mario Hanselmann nun im elterlichen Betrieb der Spezialist für die Bereiche Boden, Wand und Sonnenschutz: „Das ergänzt sich ganz gut, weil es keine einseitige körperliche Belastung ist, bei der man nur auf den Knien oder auf der Leiter arbeitet.“ An einem Tag verlegt er Parkett oder Teppichboden, am nächsten tapeziert er oder montiert Sonnenschutzsysteme. Als Meister ist er zudem in die Kundenberatung eingebunden und kalkuliert Angebote.

Kommunikation ist in seinem Handwerk sehr wichtig: „Man muss heraushören, was dem Kunden gefällt und dabei den eigenen Geschmack zurücknehmen“, erläutert er. „Wer zu uns kommt, vertraut darauf, dass wir einschätzen können, wie etwa ein Parkett oder ein Stoff im Raum wirken.“ In der Ladenausstellung präsentiert der Raumausstattermeister den Kunden neue Trends und deckt dabei ganz unterschiedliche Stilrichtungen ab. Über Messebesuche hält er sich auf dem Laufenden, was Trends und neue Materialien angeht. „Wichtig ist, dass wir mit der Zeit gehen und den Geschmack unserer Kunden treffen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4406