OP-Manager

Ein nicht genutzter OP-Saal ist ebenso ineffizient und folgenreich wie Verspätungen, Wartezeiten oder schlechte Absprachen.

Management im OP

Lars Jünemann (44) schätzt eine klare Aufgabenstruktur – und die ist in seinem Beruf auch unverzichtbar. Der Gesundheits- und Krankenpfleger war zunächst in der OP-Pflege tätig. Heute sorgt er als OP-Manager für effiziente Abläufe.

Er hat die neun Säle des Zentral-OP im Blick: Lars Jünemann arbeitet am Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus im Verbund Klinikum Region Hannover als OP-Manager. Er sorgt dafür, dass die Kapazitäten optimal genutzt werden, und koordiniert den Einsatz der beteiligten Mitarbeiter – vom Oberarzt bis zur Reinigungskraft. „Strukturierte OP-Pläne sind das A und O“, betont er. „Ein funktionierendes Schnittstellenmanagement mit allen Einsatzbereichen sowie Belastbarkeit und Flexibilität sind sehr wichtig.“

Erfahrungen sammeln, Neues lernen

Nach seiner Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger fand Lars Jünemann eine Anstellung im OP-Pflege-Funktionsdienst; einige Jahre später absolvierte er die Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger im Operations- und Endoskopiedienst. Außerdem bildete er sich zur Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege weiter. Nachdem er im Lauf der Jahre als OP-Leiter verstärkt administrative Aufgaben übernommen hatte, bot ihm sein Arbeitgeber eine neu geschaffene Stelle in einem anderen Haus des Klinik-Verbunds an. Voraussetzung war eine erfolgreich absolvierte Weiterbildung zum OP-Manager, in der die Methodenkompetenz sowie die ökonomischen und rechtlichen Kenntnisse rund um Krankenhausfinanzierung, Personalkosten und Ressourcenkalkulation vertieft wurden. „Ich wählte die berufsbegleitende IHK-Zertifikatsschulung der Diomedes GmbH in Kassel. Über einen Zeitraum von drei Monaten absolvierte ich insgesamt fünf zweitägige Lerneinheiten“, erzählt der 44-Jährige. Sein Arbeitgeber übernahm die Kosten inklusive Anreise und Übernachtung in Höhe von 4.600 Euro.

Auf Effizienz kommt es an

Gegenüber dem OP-Funktionsdienst trägt er heute wesentlich mehr Verantwortung: Er ist weisungsbefugt was die personellen, räumlichen und materiellen Ressourcen der OP-Bereiche anbelangt. Als OP-Manager ist er direkt der Klinikdirektion untergeordnet, die er regelmäßig mit Berichten und Präsentationen auf dem Laufenden hält. „Als Pfleger habe ich assistiert, Instrumente gereicht, die Geräte im OP kontrolliert und vorab natürlich die vorgegebenen Checklisten abgearbeitet“, erzählt er. „Heute stelle ich die Listen selbst auf und verantworte sie gegenüber den im OP arbeitenden Berufsgruppen und den klinischen Schnittstellen.“

Lars Jünemann arbeitet nicht mehr im Schichtdienst und macht auch keine Bereitschaftsdienste, sondern beginnt seinen etwa neunstündigen Arbeitstag morgens mit der Kontrolle der OP-Pläne – inklusive des Notfallmanagements außerhalb seiner Dienstzeiten. Dann folgen Kontrollgänge durch die Patienten-Austauschzone und durch die Säle. Wenn sich Ärzte oder Assistenz-Personal verspäten, ruft er sie an. „Struktur, Durchsetzungskraft und Sozialkompetenz gehören zu meinem Job. Gerade wenn es um das Wohl der Patienten geht, müssen die Abläufe im Team funktionieren. Ein nicht genutzter OP-Saal ist ebenso ineffizient und folgenreich wie Verspätungen, Wartezeiten oder schlechte Absprachen.“ Lars Jünemann übernimmt auch die Dokumentation und Datenerfassung, orientiert an Kennzahlen wie Auslastung der OP-Säle oder Patientenwechsel. Um die Prozesse zu optimieren und neue Standards zu etablieren, bringt er sich zudem in einer häuserübergreifenden OP-Koordinatoren-Gruppe ein.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/93409