Natur- und Landschafts­pfleger

Große Themen waren Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung.

Gepflegtes Grün

Patric Heintz (25) hatte als Forstwirt gearbeitet, bevor er sich zum Natur- und Landschaftspfleger weiterbildete. Heute kümmert er sich unter anderem um die Landschaftspflege in Naturschutzgebieten.

Über mehrere Jahre arbeitete Patric Heintz in seinem Ausbildungsberuf als Forstwirt – dann wollte er sich einen neuen Tätigkeitsbereich erschließen: „Ich habe mich für eine Weiterbildung zum Natur- und Landschaftspfleger entschieden, die unter anderem das Fortbildungszentrum Almesbach anbot.“ Durch seine Ausbildung erfüllte er die Zugangsvoraussetzungen, auch Landwirte und Gärtner zählten zu den Teilnehmern. Für den Blockunterricht ließ er sich von seinem Arbeitgeber, der Staatsforstverwaltung, freistellen.

Maschineneinsatz, Naturschutz, Umweltbildung

Die Weiterbildung dauerte insgesamt ein Jahr und fand an verschiedenen Bildungseinrichtungen in Bayern statt, unter anderem an der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Schwarzenau und der Landmaschinenschule Triesdorf. Insgesamt 17 Wochen Unterricht verteilten sich auf mehrere Blöcke, die jeweils ein oder zwei Wochen dauerten. Schwerpunkte waren die Grundlagen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, der Einsatz von Maschinen und Geräten sowie rechtliche Regelungen: „Große Themen waren auch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung“, erzählt Patric Heintz. „Dabei haben wir gelernt, wie man Besucher dafür sensibilisiert, wie sie sich in Schutzgebieten verhalten sollten.“ Der zu bewältigende Unterrichtsstoff sei nicht zu unterschätzen: „Uns hat es sehr viel gebracht, dass wir Lerngruppen gebildet haben“, erzählt der 25-Jährige.

Die Weiterbildung kostete 650 Euro Kursgebühr plus 180 Euro für die Prüfung, hinzu kamen die Fahrtkosten und Aufwendungen für die Unterkunft im jeweiligen Wohnheim: „Das waren meist relativ kostengünstige Übernachtungsplätze an Berufsschulen für Land- und Forstwirte.“ Die Kosten deckte er, indem er Meister-BAföG beantragte. „Der Kurs hat den Wunsch geweckt, die Schönheit der Natur zu pflegen und zu erhalten – er hat eine Brücke geschlagen zwischen Naturbewusstsein und wirtschaftlichem Denken“, resümiert er.

Flächen pflegen

Nach dem Abschluss arbeitete Patric Heintz erst einmal weiter als Forstwirt: „Dabei habe ich aber bemerkt, dass sich mein Blick auf die Dinge gewandelt hatte.“ Inzwischen baut er zusammen mit zwei Freunden, einer davon Garten- und Landschaftsbauer, eine eigene Firma auf. Gemeinsam bieten sie Dienstleistungen wie Heckenpflege an, außerdem Landschaftspflege in Naturschutzgebieten. Die Aufträge kommen von privaten Kunden und Kommunen im Umkreis von rund 50 Kilometern: „Ein typischer Auftrag ist zum Beispiel, eine brachliegende Fläche pfleglich zu mähen.“ Zu seinem Arbeitsalltag gehören daneben auch kaufmännische Aufgaben: Er fertigt die Dokumente für Ausschreibungen an, kalkuliert Aufträge und erstellt Kostenvoranschläge: „Auch dabei kann ich auf Wissen aus dem Kurs zurückgreifen. Dieses Wissen hat mir schon bei der Firmengründung geholfen.“

Was die beruflichen Optionen für die Zukunft betrifft, so hat der Natur- und Landschaftspfleger eine konkrete Möglichkeit fest im Blick: „Auf dem Territorium von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes entsteht zurzeit der neue Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Dort zu arbeiten, wäre mein Traum“, sagt er. „Dann könnte ich bei Führungen Besuchern unterschiedlicher Kulturen erklären, warum dieses Stück Heimat so schön und erhaltenswert ist.“

Inzwischen hat Patric Heintz noch ein Studium der Umweltwissenschaften aufgenommen. Daneben bieten sich in seinem Beruf aber auch viele Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa im Bereich Arten- und Biotopschutz.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15095