Meisterin – Veranstaltungs­technik (Bühne/Studio)

Es gibt eine breite Palette an Veranstaltungen, entsprechend vielfältig sind die Anforderungen.

Hinter den Kulissen

Jessica Endruteit (27) zieht die Fäden hinter den Kulissen einer Mehrzweckhalle: Sie sorgt nicht nur für stimmiges Licht und guten Ton, sondern verantwortet auch, dass die Fluchtwege frei sind und jeder Scheinwerfer ordnungsgemäß montiert ist.

Die Stadthalle in Göppingen ist Tagungs- und Veranstaltungsort, hier finden Konzerte, Konferenzen, Abschlussbälle und Theateraufführungen statt: „Es ist eine breite Palette an Veranstaltungen, die das Haus abdeckt. Entsprechend vielfältig sind die Anforderungen“, erzählt Jessica Endruteit. Die 27-Jährige ist eine von drei Meistern für Veranstaltungstechnik, die sowohl planerische und organisatorische als auch handwerkliche Arbeiten ausführen. „Es gibt kleinere Veranstaltungen, für die wir die Beleuchtungskonzepte selbst erarbeiten und umsetzen. Wir reparieren Bühnenbilder, außerdem teilen wir die Mitarbeiter ein – von der Garderobe bis zum Einlass“, umreißt sie die Aufgabenspanne.

Sicherheit geht vor

Eigentlich hätte sich Jessica Endruteit für die Weiterbildung zur Meisterin für Veranstaltungstechnik mit der Fachrichtung Bühne/Studio noch etwas Zeit gelassen, aber da ein Kollege in den Ruhestand ging und der Meisterabschluss Voraussetzung für die Stellenbesetzung war, belegte sie zügig den Vorbereitungskurs.

Für den Ausbildereignungsschein besuchte sie einen zweiwöchigen Kurs in Göppingen. Die weiteren Kurse belegte sie an der Europäischen Medien- und Eventakademie in Karlsruhe. „Die Seminare erstrecken sich mit Pausen über ein halbes Jahr, für die einzelnen Blöcke wurde ich freigestellt“, erzählt sie. Im allgemeinen Teil standen kostenbewusstes Handeln, rechtliche Voraussetzungen und Grundlagen für die Zusammenarbeit im Betrieb auf dem Lehrplan. Im fachspezifischen Teil ging es um mathematische und naturwissenschaftliche Inhalte, technische Kommunikation, Betriebstechnik, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit, Brandschutz und Bauordnungsrecht. „Sicherheit ist ein zentrales Thema. Schließlich ist man als Meister dafür verantwortlich, dass Sicherheitsbeleuchtung und Löschanlagen funktionieren und dass Fluchtwege freigehalten werden.“ Da sie zwischen den Blöcken arbeitete, blieb eigentlich nur in der Schule Zeit zum Lernen. „Mechanik, Statik und Mathe haben es in sich“, erzählt Jessica Endruteit. Die Mehrbelastung sei zwar spürbar gewesen, gleichzeitig habe sie die Beschäftigung mit neuen Wissensinhalten aber angespornt. Die Kosten für die Vorbereitungskurse, insgesamt über 5.000 Euro, übernahm ihr Arbeitgeber. Die Prüfungen wurden von der IHK Karlsruhe abgenommen. Darüber hinaus standen abschließend eine Projektarbeit und ein Fachgespräch an.

Mehr Planung, mehr Verantwortung

Mit dem Meisterabschluss veränderte sich Jessica Endruteits Aufgabenbereich: Heute ist sie in die Planung und Mitarbeiterführung eingebunden und erarbeitet Sicherheitskonzepte. „Wie umfangreich das ist, hängt von der jeweiligen Produktion ab. Wenn etwa Theaterensembles zu Gast sind, muss ich prüfen, ob und wie wir die technischen Voraussetzungen umsetzen können.“ Da bei Fremdproduktionen das Gastensemble aufbaut, prüft sie zudem, ob vom Scheinwerfer bis zum verlegten Kabel alles den Vorschriften entspricht.

Der Joballtag der Veranstaltungsmeisterin verlangt nicht nur Verantwortungsbewusstsein, sondern auch körperliche Belastbarkeit, allein schon wegen der ungewöhnlichen Arbeitszeiten. Auch schwindelfrei sollte man sein: „Man steht einfach sehr häufig auf einer Leiter.“ Alle Veranstaltungen begleitet sie vom Auf- bis zum Abbau. „Das bedeutet lange Tage und häufige Einsätze an Feiertagen und Wochenenden.“ Tauschen möchte sie trotzdem mit niemandem.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14175