Meister – Bahn­verkehr

Es ergaben sich für mich vielfältige Berufsaussichten.

Freie Bahn für Güter

Michael Lehmen (37) koordiniert als Meister für Bahnverkehr die Triebfahrzeuge für Gütertransporte innerhalb Deutschlands sowie im grenzüberschreitenden Güterverkehr für das größte Eisenbahnverkehrsunternehmen Europas.

Mit der Weiterbildung zum Meister für Bahnverkehr schuf sich Michael Lehmen die Grundlage für seine heutige Position als Führungskraft im Bereich der Triebfahrzeugsteuerung bei der DB Schenker Rail Deutschland AG am Standort in Frankfurt. Während der Weiterbildung stieg er vom Lokführer über eine Stelle in der Dispositionsabteilung in Frankfurt zunächst zum Schichtleiter und später zum Fachreferenten auf, bevor er nach der erfolgreich bestandenen Meisterprüfung in seine heutige Position wechseln konnte.

Als Eisenbahner im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer und Transport hätte Michael Lehmen Gruppenleiter werden können – doch er wollte mehr erreichen und absolvierte deshalb parallel zum Job die Weiterbildung zum Meister für Bahnverkehr mit Abschluss an der Industrie- und Handelskammer. „Damit ergaben sich für mich vielfältige Berufsaussichten“, erinnert sich der 37-Jährige, der sich über die Qualifizierung langfristig auf eine Führungsposition vorbereiten wollte.

Zeitmanagement gefragt

Die Weiterbildung wird unter anderem von der Studiengemeinschaft Darmstadt GmbH über einen knapp dreijährigen Zeitraum berufsbegleitend im Fernstudium angeboten und bereitet auf die schriftlichen und mündlichen Prüfungen vor. Die Kosten der Qualifizierung übernahm der Arbeitgeber von Michael Lehmen. „Das war eine intensive Zeit. Ich hatte sechs einwöchige Präsenzzeiten in Frankfurt und die täglichen Aufgaben im Beruf. Ich musste die Vor- und Nachbereitung des Lernstoffs und meinen Schichtdienst unter einen Hut bekommen“, sagt er. Sehr wichtig sei es gewesen, die knapp bemessene Zeit so effizient wie möglich auszuschöpfen.

Die Arbeitsmaterialien zu den einzelnen Modulen, etwa Rechtsbewusstes Handeln, Technik der Verkehrsanlagen und Schienenfahrzeuge, Arbeits- und Umweltschutz sowie Personalführung und -entwicklung, bekamen die Teilnehmer zugeschickt. Außerdem konnten diese über einen Online-Campus eingesehen werden. Zu den Unterrichtsblöcken, für die er von seinem Arbeitgeber freigestellt wurde, pendelte Michael Lehmen nach Frankfurt. „Das war kein Problem. So musste ich mich auch nicht um eine Übernachtungsmöglichkeit vor Ort kümmern“, erklärt der Meister für Bahnverkehr, der in den drei Jahren der Weiterbildung nur wenig Zeit für Freunde und Familie hatte.

Disposition von Triebfahrzeugen

Im Anschluss an seine Weiterbildung konnte Michael Lehmen die Stelle als Leiter Triebfahrzeugsteuerung übernehmen. „Hier bin ich mit meinem knapp 50-köpfigen Team für die Disposition der Triebfahrzeuge im europäischen Verkehrsnetz meines Arbeitgebers zuständig“, erklärt er. Im Tagesgeschäft koordinieren er und sein Team den Einsatz der rund 1.000 Triebfahrzeuge, die den verschiedenen Zügen mit ihren speziellen Anforderungen zugeordnet werden. Außerdem veranlasst Michael Lehmen die Bereitstellung der Fahrzeuge und sorgt für die einwandfreie Betriebsbereitschaft im Regel- und auch im Sonderfall – so zum Beispiel bei unvorhergesehenen Ausfällen, wie sie aufgrund extremer Witterung oder technischer Defekte entstehen können. Für die Bewältigung seiner Aufgaben braucht Michael Lehmen vor allem Fachwissen, außerdem Organisations- und Kommunikationsfähigkeit, auch in Zusammenhang mit der Mitarbeiterführung.

Ob zusätzliche Qualifizierungen für ihn ein Thema seien? „Weitere Fortbildungen sind für mich und für jeden meiner Mitarbeiter eine Chance, sich stetig weiterzuentwickeln“, sagt er.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/29518