Kraft­fahr­zeug­techniker­meisterin

Wer eine Werkstatt führen will, braucht einen Meisterabschluss.

Meisterin in Werkstatt und Büro

Reparatur, Beratung, Organisation – Daniela Groß (33) hält die familieneigene Autowerkstatt am Laufen und will in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Mit der Weiterbildung zur Meisterin hat sie dafür die Grundlage gelegt.

Fast ihr gesamtes Berufsleben hat Daniela Groß in der Werkstatt ihrer Familie gearbeitet – zunächst als Bürokauffrau. Weil schon früh klar war, dass sie später den Betrieb übernehmen sollte, entschloss sie sich zu einer zweiten Ausbildung zur Kraftfahrzeugmechatronikerin. Als Nächstes stand dann die Weiterbildung zur Kraftfahrzeugtechnikermeisterin an: „Wer eine Werkstatt führen will, braucht einen Meister­abschluss – das war der ausschlaggebende Grund“, sagt sie über ihre Motivation.

Nach der Werkstatt in die Schule

Daniela Groß entschied sich für einen Teilzeitlehrgang an der Handwerkskammer in Nürnberg. Über einen Zeitraum von zwei Jahren hatte sie an drei bis vier Abenden pro Woche Unterricht, manchmal auch samstags. Daneben arbeitete sie weiterhin als Kraftfahrzeugmechatronikerin. „Das ist anstrengend, aber man weiß ja, wofür man es macht“, erzählt sie. „Man braucht einen Partner und eine Familie an der Seite, die Verständnis zeigen, wenn man nicht so viel Freizeit hat.“ Die Firma übernahm auch die Kosten für den Lehrgang in Höhe von rund 8.000 Euro.

Inhaltlich war die Qualifizierung in vier Teile gegliedert. Zunächst vertieften die Teilnehmer ihr Wissen in der Fachpraxis, im Anschluss beschäftigten sie sich mit der Fachtheorie. Sie eigneten sich betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse an und erhielten zudem eine Einführung in Arbeitspädagogik. In allen vier Bereichen musste eine Prüfung absolviert werden. Mit viel Disziplin schaffte Daniela Groß das Pensum. Sie rät jedem, der den Meisterabschluss anstrebt, nach der Ausbildung erst einmal ein paar Jahre Berufserfahrung zu sammeln. Dann könne man sich überlegen, ob man den Lehrgang in Voll- oder Teilzeit machen will und wie er finanziert werden soll. Wer selbst für die Gebühren aufkommen muss, kann Aufstiegs-BAföG beantragen. Um den Lernstoff zu bewältigen, ist Durchhaltevermögen gefragt. „Es empfiehlt sich, immer gleich nach der Schule für eine halbe Stunde die Unterlagen durchzugehen, dann bleibt schon viel hängen“, sagt sie.

Meistertitel als Aushängeschild

Seit der Meisterprüfung hat Daniela Groß neue Aufgaben in der Werkstatt. Mittlerweile darf sie selbst Lehrlinge ausbilden und Abgasuntersuchungen durchführen. „Es ist wichtig für die Kunden, dass man eine Meisterwerkstatt ist“, sagt sie. Der Titel sei das Aushängeschild für einen Betrieb. Die täglich anfallenden Arbeiten teilt sie sich mit ihrem Vater. Gemeinsam kümmern sie sich um die Kundenberatung, nehmen Fahrzeuge an, führen Fehlerdiagnosen durch, machen Wartungsarbeiten und Reparaturen und prüfen die Fahrzeuge im Rahmen von Probefahrten. Auch für die Organisation der Arbeitsabläufe in der Werkstatt und für die Anleitung der Mitarbeiter ist Daniela Groß zuständig. Neben den Arbeiten in der Werkstatt müssen auch Büroaufgaben erledigt werden, etwa die Erstellung von Angeboten und Rechnungen.

Als Frau ist sie in ihrem Beruf noch immer eine Ausnahme –im Kurs war sie eine von zwei Teilnehmerinnen. „Klar bekommt man manchmal komische Blicke, aber wenn man beweisen kann, dass man Ahnung hat, dann gibt es kein Problem“, sagt sie. In ein paar Jahren möchte ihr Vater in den Ruhestand gehen, dann wird sie die Firma übernehmen. „Das wäre ohne den Meistertitel sehr schwierig geworden.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2382