Industrie­meister – Flug­zeug­bau/Luft­fahrt­technik

Es war interessant, Flugzeug- und Triebwerksmechaniker aus anderen Unternehmen kennenzulernen.

Warten lohnt sich

Seit seiner Weiterbildung zum Industriemeister plant und steuert Erwin Hornung (47) als Wartungsleiter den Personal- und Material­einsatz bei der Wartung von Flugzeugen – und sorgt so dafür, dass sie sicher abheben.

Erwin Hornung kennt die ausgeklügelten Instandhaltungsprogramme genau, die sicherstellen sollen, dass Flugzeuge immer wieder sicher abheben. Der 47-Jährige ist Wartungsleiter bei der Lufthansa Technik AG am Standort München. „Im Dreischichtbetrieb führen wir hier für Lufthansa und Kunden aus aller Welt unterschiedliche Checks durch“, erklärt er. Der Service reicht von einer einstündigen Wartung, bei der die Flugzeuge auf dem Rollfeld bleiben, bis zum umfangreichen A-Check. Für eine solche Überholung kommt ein Flugzeug ins sogenannte Dock und wird in über 500 Arbeitsstunden intensiv unter die Lupe genommen. Nach genauen Wartungsplänen werden die Bauteile geprüft, repariert und ausgetauscht.

Wer wartet was?

Wann welches Team welches Flugzeug wo betreut, das plant und steuert Erwin Hornung. Er muss überblicken, welcher Flieger auf dem Vorfeld repariert werden kann, welcher in die Halle geht und wie weit ein Check vorangeschritten ist. „In erster Linie bin ich Kommunikator, stehe in ständigem Kontakt mit den Technikern auf der Rampe und in der Halle, mit dem Flugzeugbetreiber und auch mit unserer Geschäftsleitung“, erläutert er. „Es gibt immer wieder unvorhergesehene Ereignisse. Auf der Rampe hat man außerdem weniger Zeit zum Koordinieren als bei den geplanten Checks in der Halle."

Mal ist er am Schreibtisch, mal in der Halle unterwegs und kontrolliert zudem, ob alle Vorschriften der Arbeitssicherheit eingehalten werden – von der Sicherung der Mitarbeiter bis hin zum Einsatz der richtigen Werkzeuge. Neben Sicherheit und Zeitmanagement achtet er auch auf die Wirtschaftlichkeit: „Man braucht betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen, um zu verstehen, wie und wo Kosten entstehen.“

Blockunterricht und Training daheim

Dieses Hintergrundwissen hat der ausgebildete Fluggerätmechaniker in seiner Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Luftfahrttechnik an der IHK München erworben. „Die Weiterbildung läuft berufsbegleitend, und man muss sehr viel Zeit investieren“, erzählt er. „Mir war dabei der Rückhalt meiner Familie wichtig.“ Zwei Jahre lang besuchte er samstags und in mehrwöchigen Vollzeitblöcken, für die er freigestellt wurde, den Unterricht. Außerdem verbrachte er viele Stunden mit webbasiertem Training vor dem heimischen PC.

Der Lehrgang besteht aus einer Basisqualifikation, darauf aufbauend folgen die handlungsspezifische Qualifikation sowie die Ausbildereignungsprüfung. Der Stoff reicht von Betriebswirtschaftslehre über Fachrechnen und technische Physik bis hin zum Zeitmanagement.

„Der Spaß, etwas Neues zu lernen, war enorm“, erzählt Erwin Hornung. „Die Weiterbildung hat meinen Blickwinkel erweitert. Außerdem war es interessant, Flugzeug- und Triebwerksmechaniker aus anderen Unternehmen kennenzulernen.“ Für die Abschlussprüfungen organisierten sie Lerngruppen. Die Kurs- und Prüfungsgebühren von rund 6.350 Euro hat er teils mit Meister-BAföG, teils privat und teils mithilfe seines Arbeitgebers finanziert. Der setzte ihn nach Abschluss in seiner heutigen Position als Wartungsleiter ein – die Qualifizierung ist dafür Voraussetzung. Gelohnt hat sich der Einsatz für Erwin Hornung also voll und ganz: „Ich hätte nicht gedacht, dass man als Flugzeugmechaniker so viel erreichen kann“, sagt er.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6169