Hafen­meisterin

Wir sind fünf Hafenmeister, wobei ich die Leitung der Hafenmeisterei innehabe.

Sicherheit und Service im Hafen

Hafenmeisterin Regina Güntert (49) kontrolliert Schiffe, weist ihnen Liegeplätze zu und versorgt sie mit Strom und Wasser. Aus ihrer früheren Tätigkeit als Binnenschifferin hat sie viel Fachwissen für ihre heutige Tätigkeit mitgebracht.

Der Rhein-Neckar-Hafen Mannheim besteht aus Handelshafen, Rheinauhafen, Altrheinhafen und Industriehafen; er hat 14 Hafenbecken sowie drei Stromhäfen. Auf einer Fläche von über 1.100 Hektar sorgt Hafenmeisterin Regina Güntert für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Rund 8.500 Schiffe steuern jedes Jahr den Hafen an, darunter Fracht- und Ausflugsschiffe. Sportboote brauchen eine Extragenehmigung, auch dafür ist Regina Güntert zuständig. „Das mache ich natürlich nicht allein. Wir sind fünf Hafenmeister, wobei ich die Leitung der Hafenmeisterei innehabe“, erklärt die 49-Jährige.

Den nötigen Sachverstand für ihre Tätigkeit bringt sie aus ihrem früheren Beruf mit: Als ausgebildete Binnenschifferin fuhr sie jahrelang mit ihrem eigenen Güterschiff auf dem Oberrhein und transportierte Kies. „Es ist ein großer Vorteil, wenn man selbst vom Schiff kommt“, sagt sie. „Es erhöht die Akzeptanz bei den Schiffern, dass ich alle Fachausdrücke kenne und zum Beispiel weiß, bei welchem Wasserstand man wie festmachen muss."

Kompetenzen schnell erweitert

An Land ging sie aus rein familiären Gründen. Eine Spezialisierung als Hafenmeisterin bot sich wegen ihrer Vorkenntnisse aus ihrem Ausbildungsberuf an. Allerdings hat sie nicht gleich auf dieser Position begonnen: Ihre erste Station in der Hafenmeisterei war die zentrale Schiffsmeldestelle: „Das war ein guter Einstieg, weil man dort einen Überblick über die Abläufe im Hafen bekommt.“ Kenntnisse der gängigen Computerprogramme für die Büroarbeit hat sie sich damals ebenfalls angeeignet: „Damit muss man sich auskennen, um zum Beispiel auch Statistiken erstellen zu können.“ Aufgrund ihrer Fachkompetenz hat sich ihr Aufgabengebiet schnell erweitert, bis sie letztlich die Leitung der Hafenmeisterei übernahm.

Regina Güntert und ihre Kollegen nehmen Schiffsdaten wie zum Beispiel Größe, Ladung und Eigner auf und rechnen die Hafen-, Liege- und Umschlagsgelder ab. Alle Daten werden dokumentiert. Das Wichtigste ist dabei die Sicherheit im Hafen. „Wir kontrollieren, ob die Schiffe richtig festgemacht sind, ob Gefahrengut korrekt gelagert ist, wie der Wasserstand ist. Wir schreiten auch ein, wenn Müll nicht sachgemäß entsorgt wurde“, erzählt sie. Nicht nur die Schiffe, auch das Hafengelände fällt in ihre Zuständigkeit.

Mehr als nur Tagesgeschäft

Parallel zu diesem Tagesgeschäft laufen viele andere Projekte: Mal muss die Hafenmeisterin eine Drehgenehmigung für ein Filmteam erstellen oder wegen einer Regatta eine Schifffahrtssperre organisieren. „Da gibt es im Vorfeld immer viel zu regeln mit dem Veranstalter, der Polizei und anderen Behördenvertretern.“ Kommunikationsfähigkeit ist wichtig in ihrem Beruf, ebenso, sich durchsetzen zu können. Schließlich übt sie auch Hoheitsrechte aus, kann etwa Schiffe aus dem Hafen verweisen und Bußgeldbescheide verhängen.

Gleichzeitig verstehen sich die Hafenmeister aber auch als Dienstleister der Schiffer. „Wir möchten natürlich, dass sich die Schiffsleute hier wohlfühlen“, betont Regina Güntert. „Wir teilen auch Liegestellen zu und versorgen die Schiffe mit Strom und Wasser.“

Abgesehen von ihrem regulären Achtstundentag hat sie als Leitung der Hafenmeisterei für den Notfall immer auch ihr Handy in Rufbereitschaft dabei.

Mit ihrer heutigen Tätigkeit ist sie sehr zufrieden. Der Hafen, sagt sie, sei für sie auch immer ein Stück Zuhause.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7316