Gestalterin – Bekleidung, Mode

Den Großteil des Tages organisiere und koordiniere ich Aufgaben und bin in Besprechungen.

Zwischen Design und Schneiderei

Wer sich zum Modegestalter weiterbildet, erwirbt vertiefte Kenntnisse im Hinblick auf den Entwurf und die Produktion von Mode. Um ihre Karriere anzukurbeln, entschloss sich Margit Brenner (29) zu dieser Qualifizierung.

Die Meisterschule für Mode in München bietet die Weiterbildung zum Modegestalter zusammen mit dem Meisterabschluss im Maßschneiderhandwerk an. Nur 50 Schüler werden jedes Jahr aufgenommen. Margit Brenner war eine davon. „Während beim Meister für das Maßschneiderhandwerk das Technische im Vordergrund steht, geht es beim Gestalter um die Umsetzung von der Skizze zum fertigen Modestück“, erklärt sie. Die Ausbildungszeit betrug insgesamt zwei Jahre, wöchentlich standen 39 Unterrichtsstunden auf dem Plan. Die Fächer reichten von Mode- und Stilkunde über Kollektionsgestaltung und Schnitttechnik bis hin zum Modellieren. Hinzu kamen wöchentlich 14 Atelierstunden, in denen die Schüler die neu erlernten Nähtechniken ausprobierten.

Durchhalten und dranbleiben

Zum Lernen traf sich Margit Brenner oft mit Mitschülerinnen. Zusätzlich zur Unterrichtsteilnahme und der Vor- sowie Nachbereitung der Lerninhalte hatte sie diverse Abgabetermine: Oftmals musste sie etwa Entwürfe zeichnen, zum Schluss nähte sie ihr Meisterstück. „Da muss man wirklich zielstrebig sein, Durchhaltevermögen mitbringen und auch Tiefschläge wegstecken können – etwa, wenn es vor einem Abgabetermin knapp wird. Ich habe an zahlreichen Wochenenden gearbeitet.“

Obwohl die Fachschule keine Gebühren erhebt, seien die anfallenden Kosten nicht zu unterschätzen: „Man braucht sehr viel Material. Auch die Lebenshaltungskosten in München, allen voran die Miete, sind hoch.“ Ihre Wohnung finanzierte sie mit einem Nebenjob. Wertvolle Hilfe bekam sie außerdem von ihrem ehemaligen Arbeitgeber, der sie mit hochwertigen Stoffen für ihr Meisterstück unterstützte. Einen weiteren Teil der Kosten konnte sie über ein Stipendium der Industrie- und Handelskammer abdecken. Mit ihrem Meisterstück holte sich Margit Brenner den Absolventenpreis des Verbands der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung.

An der Schnittstelle

Dass sie eine Weiterbildung brauchen würde, um ihre Karriere anzukurbeln, war ihr als Gesellin schnell klar geworden. Die 29-Jährige ist ausgebildete Modeschneiderin, machte die Ausbildung bei einem bekannten Modelabel und war danach Assistentin der Chefdesignerin.

Heute leitet sie die technische Entwicklung der Weise GmbH, einem Betrieb in Baden-Württemberg, der Mode für festliche Anlässe herstellt: Braut- und Abendmode, Accessoires und Kommunionbekleidung. Hier arbeitet sie nun an der Schnittstelle zwischen Design und Schneiderei. „Den Großteil des Tages organisiere und koordiniere ich Aufgaben und bin in Besprechungen: mit dem Designer, mit externen Betrieben, mit der Schneiderei, dem Zuschnitt oder der Schleierabteilung.“ Gemeinsam mit den Designern besucht sie außerdem Stoffmessen, wählt das Material aus, bespricht Skizzen und Verarbeitung und bringt sich auch gestalterisch ein. In ihr Ressort fallen zudem die Textil- und Materialkennzeichnungen.

Ihr Arbeitgeber ist ein sogenannter Vollbetrieb: Die Mitarbeiter entwickeln Erstmuster und reproduzieren diese. Wenn die Vertriebsmitarbeiter dann auf Messen und in Modehäusern ihre Kollektion vorstellen und die Verkaufszahlen feststehen, läuft die Produktion an. Und dann plant Margit Brenner schon wieder die nächste Kollektion.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/13970