Gärtner­meisterin – Obstbau

Früchte dürfen keinesfalls zu unreif oder zu reif sein, da sonst Geschmack oder Haltbarkeit leidet.

Zeit für die Obsternte

Diana Casar (29) weiß genau, wann der richtige Zeitpunkt ist – beispielsweise für die Ernte. Die Gärtnermeisterin plant und koordiniert den Mitarbeitereinsatz in einem Obstbaubetrieb. Eine reibungslose Zusammenarbeit im Team ist ihr besonders wichtig.

Bereits in ihrer Schulzeit war Diana Casar klar, dass sie später mit Pflanzen arbeiten wollte. Sie absolvierte einige Praktika in konventionellen sowie ökologischen Obstbau- und Baumschulbetrieben und machte schließlich eine Ausbildung zur Gärtnerin. Darauf aufbauend bildete sie sich zur Fachagrarwirtin für Baumpflege und Baumsanierung weiter. „Mittlerweile weiß ich eine Menge über die Lebensweise der Bäume“, erzählt sie.

Da sie schon während ihrer Ausbildung über die Gründung eines eigenen Betriebes nachgedacht hatte und zudem ihre Fachkenntnisse vertiefen wollte, entschied sich Diana Casar schließlich für eine Meisterweiterbildung. Diese absolvierte sie am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße.

Gelerntes vertiefen

Der Lehrgang erstreckte sich über einen Zeitraum von insgesamt zwei Jahren, jeweils von Oktober bis März fanden die Kurse in Vollzeit statt. Weil ihre Ersparnisse schon in die Qualifizierung zur Fachagrarwirtin geflossen waren, finanzierte Diana Casar die Weiterbildung mithilfe von Meister-BAföG. Pro Monat fielen insgesamt 470 Euro an Lehrgangs-, Prüfungs- sowie Fahrtkosten an.

Inhaltlich ging es in den Kursen um Obstanbauintensivierungen, um Gewinn- und Verlustrechnung sowie um die Kalkulation von Investitionen und die Organisation von Arbeitsabläufen. Darüber hinaus standen Mitarbeiterführung und Anleitung von Auszubildenden auf dem Lehrplan. „Ich arbeite sehr gerne draußen – das viele Sitzen war für mich eine große Umstellung“, erinnert sich Diana Casar. Das Lernpensum ließ sich jedoch gut bewältigen, erst kurz vor der Abschlussprüfung sei es etwas stressig geworden: „Aber wir haben uns als Klasse gegenseitig unterstützt und miteinander gelernt.“

Sommerzeit ist Erntezeit

Nach ihrer Weiterbildung fand Diana Casar eine Anstellung beim Südhof Denzlingen, einem auf den Obstanbau spezialisierten Biohof. Die Gärtnermeisterin plant und organisiert den Mitarbeitereinsatz. Dabei geht es natürlich nicht nur um die Ernte der Früchte – auch Bodenvorbereitung, Baumschnitt, Düngung und Pflanzenschutz müssen erledigt werden. In enger Absprache mit ihrem Chef legt Diana Casar die Tagesabläufe fest. Soziale Kompetenz und ein sicheres Auftreten sind für sie genauso wichtig wie fundiertes Fachwissen: „Ich agiere als Vorbild, motiviere, lobe und übergebe Verantwortung.“

Im Sommer, der Hochsaison im Obstbau, hat die 29-Jährige alle Hände voll zu tun. Bei der Reifebestimmung legt sie zunächst fest, welche Früchte geerntet werden können. Dank ihrer langjährigen Erfahrung weiß sie genau, wann die Zeit der verschiedenen Apfel-, Birnen-, Süßkirschen- und Mirabellensorten gekommen ist: „Sie dürfen keinesfalls zu unreif oder zu reif sein, da sonst Geschmack oder Haltbarkeit leiden.“ Zu kleine oder von Vögeln angefressene Äpfel und Birnen werden zu Saft verarbeitet, alle anderen landen – vorsichtig, um Druckstellen zu vermeiden – in der Pflückbox.

Die Idee vom eigenen Betrieb hat Diana Casar nicht aufgegeben. Am liebsten würde sie es mit einem Versuchsbetrieb im Nebenerwerb probieren: „Mit meiner Berufserfahrung in Obstbau, Obstbaumschulen, Stadtbaumpflege, Waldökologie und Klimaforschung möchte ich im ökologischen Obstbau neue Wege gehen – zum Gesunden der Naturkreisläufe.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/612