Fotografen­meister

Bei der 360-Grad-Fotografie werden die Produkte aus allen Perspektiven abgelichtet.

Beruflich im Bilde

Fotograf Frank Woernlein (41) arbeitete lange freiberuflich – nach seiner Weiterbildung zum Fotografenmeister fand er eine Stelle bei einem Studio, das sich auf Produktpräsentationen mit 360-Grad-Fotografie spezialisiert hat.

Nach seiner Ausbildung zum Fotografen arbeitete Frank Woernlein viele Jahre als Fotoassistent und spezialisierte sich währenddessen als freiberuflicher Werbefotograf. Inzwischen hat er etwa 20 Jahre Berufserfahrung in der Branche gesammelt. „Der Markt ist aber sehr durchwachsen“, erzählt der 41-Jährige. „Es gab Phasen, in denen ich auch einen Nebenjob ausüben musste.“ Weil er schwerpunktmäßig in der Studio- und Werbefotografie arbeiten und seinen Kenntnisstand dokumentieren wollte, entschied er sich für eine Weiterbildung zum Fotografenmeister. „Mit diesem Titel kann man sich auch ein Stück von der Konkurrenz abheben und das Interesse möglicher Geschäftskunden oder Arbeitgeber wecken“, erläutert er.

Chemie und Kameras

Frank Woernlein absolvierte die Weiterbildung berufsbegleitend bei der Handwerkskammer Düsseldorf. Sie bestand aus vier Teilen – Fachpraxis, Fachtheorie, kaufmännischer Betriebsführung und der sogenannten „Ausbildung der Ausbilder“ – und dauerte insgesamt zwei Jahre. „Das war manchmal schon anstrengend“, erzählt er. „Nach den Aufträgen und dem Nebenjob tagsüber bin ich abends zweimal wöchentlich zu den Kursen gegangen, und auch viele Wochenenden habe ich der Weiterbildung gewidmet. Aber man gewöhnt sich daran.“

Besonders interessant fand er den theoretischen und praktischen Fachunterricht. In der Theorie befassten sich die Teilnehmer mit allen Details der Fotografie. „Das ging bis hinein in die physikalischen und chemischen Abläufe“, erzählt Frank Woernlein. Im Praxisunterricht arbeiteten die Absolventen dann mit den gängigen Kameras und machten sich mit den Anwendungsmöglichkeiten der jeweiligen Modelle vertraut. „Spezialkenntnisse der einzelnen Sparten, wie zum Beispiel Mode- oder Architekturfotografie, muss man sich aber selbst aneignen“, sagt er.

Die Gesamtkosten der Weiterbildung in Höhe von rund 8.000 Euro finanzierte Frank Woernlein mithilfe der KfW Förderbank. „Ein Teil habe ich als Förderung erhalten, den Großteil musste ich in einkommensabhängigen Raten zurückzahlen“, berichtet er.

Arbeitsvertrag schon vor dem Abschluss

Schon während der Weiterbildung machte er sich auf die Suche nach potenziellen Arbeitgebern – und noch vor dem Abschluss unterschrieb er einen Arbeitsvertrag beim Nürnberger Fotostudio „drehmomente“. Das Studio hat sich auf die sogenannte 360-Grad-Fotografie spezialisiert. „Dabei werden die Produkte aus allen möglichen Perspektiven abgelichtet“, erläutert Frank Woernlein. „Dadurch können die Besucher eines Onlineshops den Artikel von allen Seiten betrachten.“ Sportkleidung, Schuhe oder Spielzeug werden beispielsweise so präsentiert.

Der Fotografenmeister fotografiert nicht nur im Studio, sondern auch beim Kunden vor Ort. Die Aufnahmen bearbeitet er später nach, indem er zum Beispiel die Helligkeit oder den Kontrast verändert. Nach kurzer Zeit sind die Aufnahmen online aufrufbar und können in die Produktpräsentation eingebettet werden. „Wir sind hier ein größeres Team mit mehreren Fotografen“, sagt Frank Woernlein. „Jeder von uns hat sich auf eine Produktpalette spezialisiert, sodass die Bildproduktion schnell geht.“ Die Festanstellung in dem eingespielten Team verdankt er sowohl seinen Kenntnissen im Bereich Werbefotografie als auch seiner Weiterbildung – davon ist Frank Woernlein überzeugt.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/8578