Finanz­buch­halterin

Ich merkte, dass ich mehr lernen wollte, und entschied mich für die Weiterbildung.

Von Buchungen und Konten

Zahlen sind ihre Welt: Die Weiterbildung zur Finanzbuchhalterin schaffte Anna Große (24) neben dem Job. Mit viel Wissbegierde und Motivation eignete sie sich neue Kenntnisse an.

Nachdem Anna Große ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau abgeschlossen und einige Zeit in ihrem Ausbildungsberuf gearbeitet hatte, stieß sie auf eine Broschüre der Industrie- und Handelskammer Pfalz. Die beworbene Qualifizierung zur Finanzbuchhalterin (IHK) schien ihr ideal – Zahlen und Finanzbuchhaltung hatten ihr schon in der Berufsschule gelegen. „Plötzlich merkte ich, dass ich mehr lernen wollte, und entschied mich für die Weiterbildung“, sagt sie.

Buchungsvorgänge und doppelte Buchführung

An zwei Abenden pro Woche besuchte Anna Große über einen Zeitraum von knapp neun Monaten berufsbegleitend den Unterricht. In fünf Modulen wurde eine Vielzahl von Inhalten zur doppelten Buchführung sowie zu den grundlegenden Buchungsvorgängen vermittelt. Die Teilnehmer konnten ihre Buchführungskenntnisse vertiefen und ausbauen, sie erwarben Kenntnisse in Bezug auf den Jahresabschluss sowie zu den Grundlagen betrieblich relevanter Steuern. Auf die Anwendung der Kenntnisse in der betrieblichen Praxis wurde dabei ein spezielles Augenmerk gelegt. Abschließend wurde das Wissen im Rahmen eines Zertifikatstests der IHK geprüft.

„Man sollte sich vorher darüber im Klaren sein, was eine solche Weiterbildung bedeutet“, sagt sie. „Auch nach einem anstrengenden Arbeitstag muss man sich motivieren können, und am Wochenende muss man dazu den Stoff nachbereiten.“ Doch mit Unterstützung ihres Lebenspartners sowie aufgrund ihrer Zielstrebigkeit schaffte sie es. „Zudem hatten wir einen tollen Lehrer, der uns mit Witz und Geduld durch das Semester führte.“ Die Finanzierung der Qualifizierungsmaßnahme übernahm ihr Arbeitgeber.

In der Praxis

Bei einem Pfälzer Familienunternehmen ist Anna Große heute für ein breites Arbeitsgebiet zuständig. Zu ihren Hauptaufgaben zählen aktuell das Erstellen von Rechnungen und Gutschriften und die Beantwortung von damit zusammen­hängenden Kundenanfragen. Die Buchführung, die aktuell noch ein externer Dienstleister abwickelt, wird sie in Kürze selbst übernehmen. Dazu zählen Aufgaben wie Belege kontieren, Konten verwalten sowie Löhne und Verbindlichkeiten buchen. „Der Aufbau einer Deckungsbeitragsrechnung wäre hilfreich“, sagt sie über ein mögliches Projekt. „Bei unserer riesigen Produktpalette dürfte das aber schwierig sein.“ Zudem sind Finanzbuchhalter oft für das Erstellen von Steuererklärungen, das Liefern von Entscheidungshilfen für die Geschäftsleitung auf der Zahlenbasis von Finanzbuchhaltung und Kosten- und Leistungsrechnung sowie die Erarbeitung von Monats- und Jahresabschlüssen zuständig. „Steuer­erklärungen und Jahresabschlüsse wären wegen unserer Rechtsform – der GmbH & Co. KG – zu komplex“, erklärt Anna Große. „Das bleibt ein Fall für den Steuerberater."

In ihrem Job brauche man neben dem entsprechenden Fachwissen rund um Steuern und Betriebszahlen vor allen Dingen eine große Portion Sorgfalt. Betriebliche Zusammenhänge zu verstehen, helfe zudem bei der Kontierung: „Man sollte zum Beispiel wissen, dass man Schrauben dem Konto Instandhaltung zuordnet“, erklärt die Finanzbuchhalterin.

Um noch fitter für ihre künftigen Aufgaben zu werden, möchte Anna Große zusätzlich an einer privaten Hochschule Betriebswirtschaft studieren. „So kann ich auch besser dabei helfen, meinem Betrieb mehr Struktur zu geben.“ Durch eine Weiterbildung hat sie einen ersten Schritt für ein späteres Hochschulstudium gemacht.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/33200