Filial­leiter, Verkaufs­stellen­leiter

Ich gehe mit offenen Augen durch die Gänge und prüfe, ob alles in Ordnung ist.

Immer nah am Kunden

Seit seinem Schritt in die Selbstständigkeit leitet Einzelhandelskaufmann Rüdiger Ammon (30) zwei Supermärkte. Der Marktleiter gestaltet das Sortiment, plant den Personaleinsatz und kümmert sich um die Kundenkommunikation.

Als Schüler räumte Rüdiger Ammon in einem Supermarkt die Regale ein, um sich etwas zu verdienen. Die Arbeit gefiel ihm so gut, dass er sich für eine Ausbildung im Einzelhandel entschied. Doch nicht eine einfache Ausbildung: Er absolvierte die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel und zudem die Qualifizierung zum Handelsfachwirt – das war bei seinem Ausbildungsunternehmen möglich. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung machte er sich selbstständig und leitet mittlerweile zwei Edeka-Märkte in Dinkelsbühl.

Zwischen Büro und Regalgängen

Jeden Morgen um 5.30 Uhr schließt er den Markt auf und macht dann als Erstes einen Rundgang durch den Markt. „Ich gehe mit offenen Augen durch die Gänge und prüfe, ob alles in Ordnung ist oder vielleicht etwas vom Vortag liegen geblieben ist“, erzählt er.

Um 7.00 Uhr öffnet der Markt für die Kunden. Dann begibt sich Rüdiger Ammon in sein Büro und prüft das Intranetportal auf tagesaktuelle Informationen – etwa zu Artikeln, die neu ins Sortiment kommen, oder zu Lieferschwierigkeiten. Im Warenwirtschaftssystem informiert er sich darüber, welche Wareneingänge im Laufe des Tages zu erwarten sind. „Anhand der elektronischen Lieferscheine, die uns die Großhändler ins System einstellen, sehe ich die geplanten Lieferungen und kann so den Regalservice entsprechend planen“, erläutert er. Die Büroarbeit nimmt viel Zeit in Anspruch: Er muss sich um die Disposition kümmern, die Warenannahme koordinieren und überwachen, den Personaleinsatz planen, die Kassen abrechnen, das Marketing planen, Reklamationen bearbeiten und das Budget verwalten.

Sind die Aufgaben im Büro vorerst erledigt, geht er wieder in den Markt – sein bevorzugtes Tätigkeitsfeld: „Ich möchte als Chef so viel wie möglich die Kunden selbst beraten“, sagt er. Im Markt leitet er seine eigene Abteilung, in der er etwa auch selbst Ware einräumt.

Als Belastung empfindet Rüdiger Ammon seine Arbeit trotz der umfangreichen Aufgaben kaum: „Wer seinen Job gerne macht, der empfindet nicht so schnell Stress“, sagt er. Damit das so bleibt, setzt er bei seiner täglichen Arbeit Prioritäten und delegiert Aufgaben an seine Mitarbeiter.

Kommunizieren können, Waren kennen

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für seinen Beruf ist Kommunikationsfähigkeit – die kommt ihm zugute, wenn er Kunden berät oder mit Geschäftspartnern verhandelt. „Bei Mitarbeitergesprächen sind außerdem Einfühlungsvermögen und eine gewisse Menschenkenntnis – gerade bei Neueinstellungen – hilfreich“, betont Rüdiger Ammon. Zu seinen wichtigsten Fachkompetenzen zählt er die Warenkunde. „Wir haben ein großes Sortiment und müssen uns immer auf dem Laufenden halten über neue Entwicklungen – zum Beispiel über Bio-, vegetarische oder vegane Produkte“, fasst er die derzeitigen Trends im Lebensmittelbereich zusammen. Daneben sind auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse unerlässlich – schließlich ist es wichtig, dass die wirtschaftliche Entwicklung positiv verläuft und man diese mit gezielten Maßnahmen steuern kann.

Rüdiger Ammon hat seinen Traumjob gefunden. „Ich könnte zwar irgendwann noch weitere Märkte übernehmen“, sagt er. „Aber ich möchte die momentane Balance zwischen Büroarbeit und Kundenkontakt beibehalten.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6612