Feinoptiker­meisterin

Ich wollte im Job mehr Verantwortung übernehmen.

Präzision an der Linse

In Hightech-Branchen wie Raumfahrt und Medizintechnik werden präzise verarbeitete optische Komponenten benötigt. Feinoptikermeisterin Karina Schmidt (31) ist an der Herstellung von solchen Produkten beteiligt. Sie nutzt dafür modernste Mess- und Fertigungstechnologie.

Karina Schmidt wusste genau, warum sie sich zur Meisterin weiterbilden wollte: „Ich wollte mir bessere Zukunftschancen auf dem Arbeitsmarkt erarbeiten und im Job mehr Verantwortung übernehmen“, sagt die 31-Jährige. Die ausgebildete Feinoptikerin meldete sich also für die zweieinhalbjährige Teilzeit-Weiterbildung zur Meisterin an.

Intensiver Unterricht

Die Qualifizierung begann mit dem fachtheoretischen Teil. 18 Monate lang besuchte sie alle vier bis fünf Wochen jeweils von Freitag bis Sonntag die Kurse. Sie wiederholte und vertiefte physikalische, chemische und elektrische Grundlagen, beschäftigte sich mit Steuerungstechnik, Pneumatik und Wellentheorie sowie mit fachspezifischer Mathematik, Werkstoffkunde und CAD. „Der Unterricht war sehr intensiv – auch weil wir nur zu siebt waren“, erzählt Karina Schmidt. „Zusätzlich musste eine Projektarbeit über ein frei wählbares Fachthema erstellt werden.“

Während des zweiten Abschnitts der Weiterbildung besuchte Karina Schmidt ein Jahr lang zwei- bis dreimal pro Woche Abendkurse. Im Unterricht beschäftigte sie sich unter anderem mit Betriebswirtschaft und Recht, außerdem bereitete sie sich auf die Ausbildereignungsprüfung vor. Inklusive Lernmaterial und Prüfungsgebühren kostete die Weiterbildung rund 8.000 Euro – Karina Schmidt zahlte den Betrag aus eigener Tasche.

Schon während ihrer Weiterbildung bewarb sie sich auf Stellen, von denen sie sich anspruchsvolle Tätigkeiten im Umgang mit Hightech-Geräten versprach. Sie wurde fündig bei der Fineoptix GmbH in Hüttenberg. Die Kunden des Unternehmens kommen zum Beispiel aus der Raumfahrt, der Medizintechnik oder der Filmindustrie. In deren Auftrag schleift, poliert und korrigiert Karina Schmidt mikrooptische Komponenten und Linsen aus Glas, Kristallen oder Silizium – zum Beispiel für Teleskope oder Kameras. Die dafür verwendeten CNC-gesteuerten Maschinen arbeiten auf der Grundlage eines 3-D-Bildes der Rohlinsen.

Verantwortlich für Hightech

„Das Spannende dabei ist: Ich darf mit einem sehr fortschrittlichen Mess- und Fertigungsverfahren arbeiten“, erzählt die Feinoptikermeisterin. „Ich bin allein verantwortlich für die sogenannte MRF-Maschine.“ MRF ist die englische Abkürzung für „Magnetorheologisches Polieren“ und bezeichnet einen der letzten Schritte bei der Herstellung. Dabei taucht die jeweilige Linse teilweise in eine Flüssigkeit aus Wasser, Poliermittel und magnetischen Partikeln ein, die sich auf einem rotierenden Rad befindet. Mithilfe der Flüssigkeit werden hauchdünne Schichten von der Linse abgetragen. Karina Schmidt achtet darauf, dass die Maschine immer ausreichend Polierflüssigkeit einspeist, überwacht den gesamten Fertigungsprozess und dokumentiert die einzelnen Arbeitsschritte präzise für die Auftraggeber. Tauchen Probleme auf, muss sie schnell eingreifen. Gegebenenfalls setzt sie sich dann mit dem amerikanischen Herstellerunternehmen in Verbindung, um eine Lösung zu finden.

Wichtig in ihrem Job ist es, die Daten der jeweiligen Linse präzise in die Software der Maschine einzuspeisen. Außerdem braucht sie handwerkliches Geschick, etwa wenn eine der Pumpen repariert werden muss, sowie Kommunikationsfähigkeit.

Was ihre berufliche Zukunft betrifft, so kann sich Karina Schmidt durchaus vorstellen, im Unternehmen noch mehr Verantwortung zu übernehmen und etwa auch verstärkt organisatorische Prozesse zu steuern.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/1124