Fach­wirtin – Bahn­betrieb

Wir Fachwirte planen und organisieren Prozesse und Abläufe im Bahnbetrieb.

Breiter, höher, schwerer

Elisabeth Knollhuber (31) organisiert für ihre Kunden den Transport von Sendungen auf der Schiene. Als Fachwirtin für den Bahnbetrieb wickelt sie Aufträge mit ganz speziellen Anforderungen ab.

Wenn ein Kranwagen, eine Baumaschine oder sonstige Schwerlastsendungen über bayerische Schienen transportiert werden sollen, ist das ein Fall für Elisabeth Knollhuber. Alles, was sehr groß, schwer oder breit ist und aufgrund seiner Beschaffenheit mit Rücksicht auf die Bahnanlagen oder Wagen besondere Maßnahmen erfordert, landet unter anderem auf ihrem Schreibtisch. Der steht in den Räumen der DB Netz AG, unweit vom Münchner Hauptbahnhof entfernt.

Abläufe und Prozesse im Bahnbetrieb

Die 31-Jährige weiß bis ins kleinste Detail, wie mit außergewöhnlichen Sendungen zu verfahren ist: Sie kennt die Richtlinien und die betrieblichen Besonderheiten. Dabei arbeitet sie an zwei Monitoren, auf denen Fahrplanprogramme laufen. „Die Kunden bestellen bei uns die Trassen, und wir konstruieren für sie den Fahrweg“, umreißt sie ihr Aufgabengebiet. In den regulären Jahresfahrplan werden Sonderzüge eingeplant, hierfür steht eine Restkapazität zur Verfügung. Mal läuft alles reibungslos, dann wieder gibt es besondere Herausforderungen: „Wenn etwa bei einer Totalsperrung aufgrund einer Baustelle auch die Umleitungstrecke ausgeschöpft ist, muss ich weiträumiger umleiten. Dann muss man an zahlreiche Details denken, wie zum Beispiel, ob der Lokführer für diese Umleitung auch die Streckenkunde besitzt. Sind auf einer Strecke kleinere Baustellen mit festen Absperrungen, muss vorab geprüft werden, ob unser Sonderzug überhaupt durchfahren darf.“ Ihre Münchener Kollegen und sie sind für das Bundesland Bayern zuständig.

Weiter lernen

Elisabeth Knollhuber ist ausgebildete Eisenbahnerin im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrdienst. „Ich habe nach meiner Ausbildung zunächst im Stellwerk gearbeitet, hatte aber von Anfang an den Plan, noch weiter zu lernen.“ Von ihrem Ausbilder erfuhr sie von der Weiterbildung zur Fachwirtin für den Bahnbetrieb: „Fachwirte planen und organisieren Prozesse und Abläufe im Bahnbetrieb. Inhaltlich geht es sowohl um betriebswirtschaftliche als auch um eisenbahnspezifische Themen. Einen breiten Raum nehmen auch die vielen verschiedenen Richtlinien ein, und auch die gesetzlichen Bestimmungen.“

Neben den fachübergreifenden Qualifikationen ging es in der Qualifizierung um drei Schwerpunkte: Infrastrukturplanung, Vertrieb/Fahrplan und Betriebsführung. Die Weiterbildung dauerte zwei Jahre in Vollzeit. Eine Woche im Monat sowie zusätzlich zwei Wochenenden – diese Zeit musste für den theoretischen Unterricht in Karlsruhe aufgebracht werden, in der restlichen Zeit durchlief sie unterschiedliche Abteilungen. Um das umfangreiche Stoffpensum zu schaffen, rief sie mit anderen Schülern eine Lerngruppe ins Leben: „Das war sehr hilfreich, weil wir uns gegenseitig motiviert haben.“ Ein halbes Jahr vor Ende der Weiterbildung stand unter anderem eine Abschlussprüfung an, vor der sich die Fachwirte für einen der drei Schwerpunkte entschieden. Elisabeth Knollhuber wählte Vertrieb und Fahrplan: „In diesem Bereich hatte ich die letzten sechs Monate auch meinen Praxiseinsatz.“ Nach ihrem Abschluss konnte sie nahtlos in ihre heutige Stelle als Trassenkonstrukteurin wechseln.

Ihr Arbeitsvertrag lief während der Ausbildung regulär weiter. Die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie Reise und Übernachtungskosten übernahm ihr Arbeitgeber. Dafür musste sie vor der Weiterbildung ein eintägiges Assessmentcenter durchlaufen und auch eine schriftliche Prüfung bestehen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/13602