Fach­wirt – Personal­dienst­leistung

Ich bin der Vermittler zwischen Kunden und potenziellen Mitarbeitern.

Personal für die Kunden

Mit einer Weiterbildung zum Personaldienstleistungsfachwirt machte sich Patrick Bruns (28) fit für seine neuen Aufgaben in einem Unternehmen für Arbeitnehmerüberlassung.

Nachdem er seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann abgeschlossen und Berufserfahrung gesammelt hatte, orientierte sich Patrick Bruns beruflich neu: Er stieg in das von seinem Vater gegründete Dienstleistungsunternehmen für Arbeitnehmerüberlassung ein, die Bruns Teamarbeit GmbH.

Um sich noch besser für seine neuen Aufgaben zu qualifizieren, nahm er bereits während der Einarbeitung die berufsbegleitende Weiterbildung zum Personaldienstleistungsfachwirt bei der WBS Training AG auf. Zugang zur Weiterbildung haben selbstverständlich auch Fachkräfte mit einem Ausbildungsberuf aus dem Bereich Personal.

Weiter übers Internet

Die Weiterbildung in Form eines internetbasierten Live-Seminars erstreckte sich über einen Zeitraum von 18 Monaten. „Immer dienstag- und donnerstagabends sowie jeden ersten Samstagvormittag im Monat hatten wir Unterricht“, erzählt der 28-Jährige. Dazu kamen drei Präsenzveranstaltungen, jeweils eine in Erfurt, Essen und Hamburg. Die Teilnehmer beschäftigten sich unter anderem mit Markt- und Wettbewerbsbeobachtung, der Weiterentwicklung von Personaldienstleistungsmaßnahmen, der Gestaltung von Kundenbeziehungen und der Suche nach und der Bindung von geeignetem Personal. Zudem wurde die Auftragsbearbeitung inklusive Vor- und Nachbereitung, die Personalführung und -entwicklung, Unternehmensführung, Prozess­überwachung und Erfolgskontrolle thematisiert.

„Gerade nach einem stressigen Arbeitstag muss man immer wieder bereit sein, sich zum Unterricht zu motivieren“, sagt Patrick Bruns. „Zum Lernen sollte man feste Zeiten einplanen. Dafür hat mich mein Betrieb oft freigestellt.“ Für die Kosten der Weiterbildung kam sein Arbeitgeber auf. Prinzipiell kann an Fördermöglichkeiten unter anderem Aufstiegs-BAföG für die Finanzierung genutzt werden.

Die Arbeit des Vermittlers

Patrick Bruns steht mittlerweile kurz vor der Prüfung an der Industrie- und Handelskammer, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. In seiner täglichen Arbeit wendet er das neu erworbene Fachwissen bereits an. Seine grundlegende Aufgabe ist es, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenzubringen. „Ich bin der Vermittler zwischen Kunden und potenziellen Mitarbeitern“, erklärt er.

Mit Neukunden bespricht er, welche Qualifikationen potenzielle Mitarbeiter mitbringen sollten. Er erstellt Angebote, verhandelt Verträge und erarbeitet sie nach den vereinbarten Kriterien. In einem nächsten Schritt rekrutiert er geeignete Bewerber. Wenn er für eine offene Stelle genügend Bewerbungen erhalten hat, sichtet er die Unterlagen, führt Bewerbungsgespräche und erstellt für seinen Auftraggeber dann eine Vorauswahl an geeigneten Kandidaten: „Sobald ein Mitarbeiter beim Kunden eingesetzt ist, stehen wir mit beiden Seiten regelmäßig in Kontakt“, erklärt er. „In unserer Branche ist es wichtig, immer die Kundenwünsche im Blick zu haben und gleichzeitig Mitarbeiter zu binden und weiterzuentwickeln.“

Auch den Umgang mit Reklamationen beherrscht er. „Wenn ein Kunde einmal unzufrieden ist, dann heißt es: Ruhe bewahren und schnell und flexibel reagieren.“ Menschenkenntnis, Kommunikationsstärke und Einfühlungsvermögen sind in seinem Beruf wichtig.

Patrick Bruns möchte das Familienunternehmen mit neuen Personaldienstleistungskonzepten voranbringen und eventuell weitere Niederlassungen aufbauen. Auf mittlere Sicht ist geplant, dass er die Geschäftsführung übernimmt.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/89951