Fach­wirtin – Notariat

Ich bin in die Betreuung von Mandanten viel mehr eingebunden als früher.

Mit Brief und Siegel

Wenn Notarfachwirtin Caroline Köppe (37) Dokumente erstellt, die ein Rechtsgeschäft beurkunden sollen, weiß sie dank ihrer Weiterbildung genau, wie sie die Daten erfassen muss und wie die aktuelle Rechtslage aussieht.

Caroline Köppe ist ausgebildete Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Als sie einen neuen Job in einer Rechtsanwaltskanzlei annahm, die auf Immobilienrecht spezialisiert ist, musste sie ihr Fachwissen erweitern. Darum begann sie an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin eine dreisemestrige Qualifizierung zur Notarfachwirtin. „Die fachlichen Aspekte waren für mich ausschlaggebend – ich wollte meine Aufgaben in der Kanzlei noch kompetenter erledigen“, sagt die 37-Jährige. Sie zog den Fernlehrgang einer möglichen Teilzeitschulung vor, weil sie die Flexibilität schätzte.

Chats mit dem Dozenten

Zu Beginn jedes Semesters erhielt Caroline Köppe einen Ordner voller Materialien, den sie nach und nach durcharbeitete. Dabei musste sie jeweils neun Hausarbeiten als Leistungsnachweise einreichen. So erhielt sie einen fundierten Überblick über die verschiedenen Rechtsfelder, vom Beurkundungs- über das Erbrecht bis hin zu Handels- und Gesellschaftsrecht. Zudem beschäftigte sie sich mit Büroorganisation und Personalmanagement.

Zwei Präsenzwochen gehörten zur Weiterbildung; Caroline Köppe erhielt dafür Bildungsurlaub. „Dabei haben wir fiktive Fälle durchgesprochen und probeweise gutachterliche Stellungnahmen verfasst“, erzählt sie. Weil sie in Berlin lebt und arbeitet, musste sie sich für die Präsenzwochen nicht eigens eine Unterkunft suchen.

Als Zusatzangebot konnten die Teilnehmer mehrmals pro Semester in Live-Chats mit den Dozenten sprechen, ihnen Fragen stellen und Übungsklausuren durchgehen. Vor den abschließenden Prüfungen vor der Berliner Notarkammer nahm sich Caroline Köppe zwei Wochen Urlaub, um ungestört zu lernen.

Die Kosten der Weiterbildung in Höhe von insgesamt 3.000 Euro zahlte ihr Arbeitgeber, die nötigen Gesetzesbücher und Fachliteratur, die etwa 500 Euro kosteten, finanzierte sie selbst.

Mehr Verantwortung

An ihrem Arbeitsplatz übernahm Caroline Köppe schon während der Weiterbildung schrittweise mehr Aufgaben. Zuvor hatten erfahrene Kollegen sie noch angeleitet, wenn sie zum Beispiel eine Urkunde vorbereitete – mittlerweile kann sie Entwürfe zur Beurkundung allein erstellen. „Daneben bin ich in die Betreuung von Mandanten viel mehr eingebunden als früher“, sagt sie. Verlassen kann sie sich dabei auf ihre Menschenkenntnis und Stressresistenz und ebenso auf ihre fachliche Kompetenz – mit Fachzeitschriften und Fortbildungen hält sie sich auf dem aktuellen Stand.

Ihre Aufgaben – seien es Terminplanung oder Aktenbearbeitung – erledigt sie mit größter Akribie, vor allem wenn es sich um die Erstellung von Dokumenten handelt: „Egal ob es um einen Wohnungskauf oder um eine Erbschaft geht: Meine Urkundenentwürfe sind schließlich rechtsändernde Dokumente. Auf diesem Gebiet bin ich Perfektionistin“, betont sie. Wird der Kanzlei ein Mandat erteilt, nimmt sie telefonisch oder per Mail alle Informationen entgegen, die sie für die Verträge braucht – zum Beispiel Grundbuchdaten, Kaufpreise und Steuernummern. Dann beantragt sie die notwendigen Eintragungen bei Grundbuchämtern oder Handelsregistern. Alle Vorgänge dokumentiert sie sorgfältig mittels branchenspezifischer Software.

Derzeit steht Caroline Köppe vor dem nächsten beruflichen Entwicklungsschritt: Sie wird in ein anderes Notariat wechseln, wo sie eine leitende Funktion übernehmen soll – inklusive Personalverantwortung.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7960