Fachwirt – Holzindustrie und Holzhandel

Die Ausbildungsinhalte gehen über den reinen Sägewerks­bereich hinaus.

Experte fürs Holz

Maximilian Ortland (27) betreut seine Kundschaft fachlich versiert und mit einem Blick über das eigene Produkt hinaus. Das Wissen dazu erlangte er in seiner Weiterbildung.

Wer einen Carport bauen will und dazu das passende Holz benötigt, ist bei Maximilian Ortland an der richtigen Adresse. „Wenn Kunden mit diesem Wunsch zu uns kommen, stellen wir zunächst gemeinsam den Materialbedarf zusammen, dann wird der Preis kalkuliert und der Auftrag geschrieben. Erhalten wir die Auftragsbestätigung, geht der Auftrag in die Produktion.“

Für den gelernten Industriekaufmann war bereits kurz nach der Ausbildung klar, dass er sich mit einer Fortbildung zum Fachwirt für Holzindustrie und Holzhandel weiter qualifizieren wird. Er arbeitet im familieneigenen Sägewerk im niedersächsischen Bippen und wird irgendwann einmal den Betrieb übernehmen. Dafür ist die Qualifikation zum Sägewerksmeister oder zum Fachwirt für ihn zwingend notwendig.

Zum Fachwirt in Vollzeit

Über acht Monate lang absolvierte Maximilian Ortland in Vollzeit den Fachwirt für Holzindustrie und Holzhandel. Eine Qualifikation, die bundesweit bislang nur von der Holzfachschule in Bad Wildungen in Kooperation mit der IHK Kassel-Marburg angeboten wird. Der Weiterbildung vorangestellt war zunächst der zwei­wöchige Kurs Ausbildung der Ausbilder, im Anschluss folgte die fachspezifische Ausbildung. Diese bestand zu sechzig Prozent aus kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen wie BWL, Rechnungswesen, Marketing und Unternehmensführung. Ergänzt wurde der Unterricht durch praktische Lerneinheiten, zum Beispiel der Rundholzerkennung. „Die Holzfachschule hat ein eigenes Sägewerk“, berichtet Maximilian Ortland. „Dort haben wir gemeinsam Kurse mit den Sägewerksmeistern belegt, bei­spiels­weise zur Schnittholzproduktion oder der Holztrocknung.“ Im Fach Bauphysik setzten sich die angehenden Fachwirt*innen mit spezifischen Anforderungen im Hausbau auseinander. Darunter fallen etwa die Regelungen für einen Neubau mit KfW 55 Standard. „Die Ausbildungsinhalte gehen deutlich über den reinen Sägewerksbereich hinaus. Aber so wissen wir besser, welche Anforderungen unsere Kunden, die häufig Tischler oder Zimmerer sind, für ihre Bauaufträge erfüllen müssen und welches Material sie dafür benötigen.“

Während der Weiterbildung wohnte Maximilian Ortland direkt auf dem Campus der Holzfachschule. Für ihn war das praktisch, denn so fanden sie sich schnell in Lerngruppen zusammen, um den vermittelten Stoff gemeinsam zu vertiefen und sich auf die Abschlussprüfung, die aus sechs schriftlichen und einer mündlichen Prüfung bestand, vorzubereiten. Ein positiver Nebeneffekt: Nach Schulschluss am Freitagmittag fuhr er nach Hause, hatte das gesamte Wochenende Zeit für den elterlichen Betrieb, Freunde sowie Hobbys.

Mehr Verantwortung übernehmen

Mit seinem erfolgreichen Abschluss könnte der Fachwirt für Holzindustrie und Holzhandel in großen Unternehmen als Schichtleiter oder Niederlassungsleiter tätig werden. Während Maximilian Ortland als Industriekaufmann hauptsächlich Bürotätigkeiten im Bereich Materialwirtschaft und Rechnungs­wesen übernahm, ist sein Verantwortungsbereich durch die Qualifizierung enorm gewachsen. Mittlerweile ist er Ansprechpartner für alle Kund*innen, erstellt Angebote, kümmert sich um die komplette Kommunikation und sämtliche anfallenden Finanzierungen im Betrieb. „Ich entscheide auch über neue Investitionen.“

Häufiger noch als im Büro ist er in der Produktion anzutreffen. Wenn Not am Mann ist oder in der Urlaubszeit bedient er schon einmal selbst die Maschinen. Kommt Laufkundschaft in den Betrieb, hilft Maximilian Ortland ihnen direkt vor Ort. „Manchmal brauchen sie Materialien, die wir im Lager vorrätig haben, dann kümmere ich mich darum.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/8016